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Steueroptimierung der Abfindung bei Wohnsitz Singapore

17.05.2010 15:13 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Marcus Schröter, MBA


Ich bin Angestellter bei einem deutschen Unternehmen und arbeite als Entsandter in Singapur. Ich arbeite dort bereits seit 4.5 Jahren und habe meinen ersten Wohnsitz in Singapur, in Deutschland habe ich meinen Wohnsitz vor 4.5 Jahren abgemeldet (auch kein Zweitwohnsitz). Aufgrund der Entsendung erhalte ich jedoch weiterhin einen Teil meines Gehaltes auf ein deutsches Konto ausgezahlt wo es auch versteuert wird. Der Rest des Gehaltes erhalte ich in Singapore wo es ebenfalls vom Arbeitgeber
für mich versteuert wird. Im Rahmen betrieblicher Kosteneinsparmassnahmen habe ich nun die folgenden 2 Angebote von meinem Unternehmen erhalten:

A) Unbezahlter Urlaub für 2 Jahre ab dem 1.7.2010 mit einem Darlehen von 38 TEUR zu 0% Zinsen, das ich nicht zurückzahlen muss, falls ich mich nach 2 Jahren entscheide nicht wieder zurückzukehren.
B) Aufhebungsvertrag mit Abfindungsangebot von rd. 60 TEUR

Beide Optionen haben natürlich gewisse steuerliche Auswirkungen die ich gerne vorab wissen würde um sie bewerten zu können.

Bei Option A) würde ich zunächst einmal nur den geldwerten Vorteil (0% Zinsen gegenüber normalen Arbeitgeberdarlehensbetrag von 4% Zinsen) versteuern. Hier habe ich die Frage ob ich einen geldwerten Vorteil überhaupt versteuern muss wenn ich in Singapore bleibe und nicht nach Deutschland zurückkomme in den nächsten 2-3 Jahren. Schließlich habe ich schon seit 4 Jahren meinen Wohnsitz in Deutschland abgemeldet und
bin dort nicht mehr steuerpflichtig. Weiterhin die Frage: Falls ich
mich den 2 Jahren unbezahlten Urlaub entscheide nicht zurückzukehren dann muss ich das Darlehen nicht zurückzahlen und es verwandelt sich automatisch in eine Abfindung: Wie muss ich das dann versteuern wenn ich weiterhin in Singapore (Ausland) verweile und keinen Wohnsitz oder Beschäftigung in Deutschland habe?

Des weiteren die steuerliche Behandlung von Option B): Mein
Arbeitgeber bietet mir einen Aufhebungsvertrag an der zum 1.7. oder
1.8. in Kraft treten würde. Wie muss ich diesen Abfindungsbetrag
versteuern in Deutschland, und wenn ja mit welchem Prozentsatz? Zur info: Die Abfindung von 60 TEUR wuerde die entgangenen Jahreseinkuenfte (JUL-DEC2010) auf jeden Fall uebersteigen. Oder muss ich in Singapore versteuern? Dh, wie kann ich die zu zahlende Steuer für die Abfindung minimieren (Gibt es eine Moeglichkeit keine Steuern zahlen zu muessen?)? Da ich eine vom Arbeitgeber unabhängige Aufenthaltsgenehmigung und Arbeitserlaubnis in Singapore besitze beabsichtige ich auch nach meinem Ausscheiden weiterhin in Singapore zu leben und nicht nach Deutschland zurückzukehren.



-- Einsatz geändert am 17.05.2010 17:50:40

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage Ihrer Angaben wie folgt beantworte:

1. Durch die anteiligen Gehaltszahlungen in Deutschland sind Sie in Deutschland beschränkt steuerpflichtig. D.h. die Vergütung, die von Ihrem in Deutschland ansässigen Arbeitgeber in Deutschland ausgezahlt werden, sind auch dort zu versteuern. Entsprechendes gilt für die Gehaltszahlungen in Singapore.

2. Insoweit ist die bisherige Aufteilungspraxis entsprechend auf die Besteuerung des zinslosen Darlehens oder die Abfindung anzuwenden.

a) Für die Option a erfolgt eine Besteuerung in Höhe des auf Deutschland anzurechnenden Darlehens. Wurden Ihre Gehaltszahlungen hälftig aufgeteilt, ist der Zinsvorteil hälftig in Deutschland zu versteuern. Da das Darlehen als Ersatz der weiteren Gehaltszahlungen anzusetzen ist, wäre es hier sachgerecht eine anteilige Besteuerung in Deutschland vorzunehmen.

Der nachgelagerte Verzicht auf die Darlehensrückforderung wäre dann als Einmalzahlung entsprechend dem vorgenannten Verhältnis zu versteuern.

b) Gleiches gilt für die Option b, wenn eine Abfindungszahlung bevorzugt würde. Hier wäre der prozentuale Anteil entsprechende der vormaligen Gehaltszahlungen in Deutschland zu versteuern.

Allerdings wäre hier die Gestaltungsmöglich größer als bei Option A, da hier eine Regelung aufgenommen werden kann, wonach die Abfindung für den Verlust des Arbeitsplatzes in Singapore gezahlt wird. Dann wäre die Abfindung ausschließlich in Singapore zu versteuern, wenn der Arbeitsgeber die Auszahlung auch vollständig in Singapore vornimmt. Art 15 Abs. 2 b DBA. Aber auch wenn ein Teil der Abfindung in Deutschland besteuert wird, besteht die Möglichkeit im Wege der Inanspruchnahme der Fünftel-Regelung nach § 34 EStG die Steuerlast entsprechend abzumildern.

3. Da der Abfindungsbetrag höher ist als das Darlehen, was theoretisch innerhalb der zwei Jahre zurückgefordert könnte und auch die Gestaltungsmöglichkeiten größer sind, ist aus meiner Sicht Option B vorzugswürdig.

Ich hoffe ich konnte Ihnen einen ersten hilfreichen Überblick verschaffen und stehe Ihnen im Rahmen der kostenlosen Nachfragemöglichkeit gerne zur Verfügung.

Mit besten Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 08.06.2010 | 12:27

Sehr geehrter Herr Schröter,

vielen vielen Dank fuer Ihre Antwort die mir sehr weiterhilft!! Ich habe mich jetzt final fuer Option A) Unbezahlter Urlaub mit Darlehen enstchieden. Hier sagten Sie das: "Der nachgelagerte Verzicht auf die Darlehensrückforderung wäre dann als Einmalzahlung entsprechend dem vorgenannten Verhältnis zu versteuern"

Hier haette ich eine Nachfrage zur Klaerung: Wie gesagt bekomme ich hier ein Darlehen vom Unternehmen, dass ich nicht zurueckzahlen muss, wenn ich nach den 2 Jahren unbezahlten Urlaub nicht zurueckkehre. Da ich davon ausgehe das dies der Fall sein wird moechte ich schon jetzt vorsorgen dass ich in 2 Jahren meine Steuerlast minimiere, wenn das Darlehen wie eine Einmalzahlung behandelt wird. Ich werde auch in 2 Jahren nach wie vor in Singapore wohnen. Dh welche genaue Formulierung sollte im Beurlaubunsg/Darlehensvertrag mit meinem Arbeitgeber aufgenommen werden, damit es der deutsche Fiskus moeglichst nicht nachtraeglich in 2 Jahren besteuert und damit ich es moeglichst nur in Singapore versteuern muss? Mein Arbeiteger ist recht flexibel, allerdings muss ich ihm mitteilen was genau im Vertrag stehen sollte um die deutsche Steuerlast in 2 Jahren bei potentieller Wandlung des Darlehens in eine Einmalabfindungszahlung zu minimieren...

Danke!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 08.06.2010 | 20:56

Sehr geehrter Ratsuchender,

aus meiner Sicht muss der Darlehens- und Abfindungsvertrag zum einen enthalten, dass der Darlehensvertrag nach dem Recht in Singapure erfolgt und auch dort geschlossen wird. Ein Nachweis wäre ggfs. durch eine Beglaubigung in Singapure zu erreichen.

Soweit schon jetzt eine Regelung enthalten ist, die einen Verzicht auf eine Rückzahlung in zwei Jahren beinhaltet, ist es wichtig, dass der Rückzahlungsverzicht für den Verlust des Arbeitsplatzes in Singapure erfolgt. D.h. im Falle, dass Sie nicht an Ihren Arbeitsplatz in Singapure zurückkehren, wird Ihnen die Rückzahlung des Darlehens erlassen.

Weiterhin sollte die Entsendung im Vorfeld beendet werden und soweit möglich eine Anstellung in Singapure erfolgen.

Ich denke hiermit sollte entsprechenden den tatsächlichen Gegebenheiten auch eine Steuerpflicht in Deutschland entfallen, da dann keine beschränkte Steuerpflicht besteht.

Damit auch der Zinsvorteil nicht in Deutschland anteilig zu versteuern ist, ist die Entsendung und der neue Arbeitsvertrag vor Darlehensgewährung zu regeln.

Ich hoffe ich konnte Ihnen weiterhelfen.

Mit besten Grüßen

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