Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.084
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Steuernachzahlung für Dienstwagen


20.09.2005 14:33 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht



Ich bin seit mehreren Jahren bei einem Kfz Händler angestellt und fahre einen Vorführwagen, den ich mit eimem pauschalen Betrag versteuere. Es hat bei uns eine Steueraußenprüfung gegeben, die ergeben hat, dass unser Unternehmen zwar einen pauschalen Satz als geldwerten Vorteil angegeben hat, jedoch nicht bspw. die Kilometer, die ich jeden Tag zum Dienst mit dem Firmenfahrzeug fahre. Desweiteren hat die Prüfung ergeben, dass der pauschale Betrag, der für die Versteuerung des Fahrzeuges angesetzt war, zu gering war.
Hieraus ergibt sich in meinem Falle eine Steuernachzahlung, von mehreren Tausend Euro,- die mein Arbeitgeber nun in vollem Umfang von meinem Netto-Gehalt abziehen will.
Meine Frage ist nun, wie weit die Vorgehensweise meines Arbeitgebers in Ordnung ist oder ob es bspw. gesetzliche Fristen gibt und mann nicht für die letzten Jahre nachzahlen muß. Für Ihre Hilfe vielen Dank

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

auf der Grundlage Ihrer Schilderung stellt sich nach meiner vorläufigen Einschätzung die Rechtslage für Sie folgendermaßen dar:

Ihr Arbeitgeber ist durchaus berechtigt, seine wegen der Steuernachforderung gegen Sie bestehenden Ansprüche durch Aufrechnung gegen Ihre Gehaltsforderung geltend zu machen, da beides Zahlungsansprüche und diese somit gleichartig sind.
Dies kann aber erst dann gelten, wenn der zugrundeliegende geänderte Steuerbescheid bestandskräftig geworden ist (letzteres gilt es hier zu verhindern, siehe unten).
Außerdem hat Ihr Arbeitgeber bei der Einbehaltung von Lohnzahlungen die gesetzlichen Pfändungsfreigrenzen (§ 850c ZPO) zu beachten.

Etwaige arbeitsrechtliche Ausschlussfristen greifen hier nicht ein.

Vielmehr gelten hier die steuerrechtlichen Verjährungsfristen. Gemäß §§ 169, 170 der Abgabenordnung (AO) beträgt die regelmäßige Festsetzungsfrist vier Jahre, gerechnet von dem Ende des Kalenderjahres an, in dem die Steuer entstanden ist.
Bei leichtfertiger Steuerverkürzung durch Ihren Arbeitgeber (die hier wohl anzunehmen ist) beträgt die Frist fünf Jahre.
Wenn Sie zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet sind, beginnt die Frist erst mit Ablauf des Jahres, in dem die Steuererklärung eingereicht wurde, spätestens aber mit Ablauf des dritten Kalenderjahres, das auf die Entstehung der Steuer folgt.

Zum besseren Verständnis: Gemäß § 33 Abs. 1 AO sind sowohl Sie als auch Ihr Arbeitgeber Steuerschuldner bezüglich der Einkommenssteuer.

Ich rate Ihnen, die Angelegenheit von einem Fachanwalt für Steuerrecht oder einem Steuerberater näher prüfen zu lassen (auch im Hinblick auf eine für Sie evtl. steuerlich günstigere Lösung für die Zukunft) und vorsorglich bereits jetzt Einspruch gegen den gegen Sie oder Ihren Arbeitgeber ergangenen geänderten Steuerbescheid einzulegen (Frist: ein Monat nach Bekanntgabe!).
Es ist nämlich durchaus fraglich, inwieweit hier eine so hohe Steuernachzahlung im vierstelligen Bereich gerechtfertigt ist, zumal Sie andeuten, dass eine Entfernungs- bzw. Kilometerpauschale nicht berücksichtigt wurde. Letztere könnte Ihre Steuerschuld mindern, da Aufwendungen für Wege zwischen Wohnung und Arbeitsstätte als Werbungskosten zu berücksichtigen sind.

Ihr Fall bedarf also einer eingehenderen Prüfung anhand Ihrer gesamten Einkünfte und kann im Rahmen einer Erstberatung nicht gelöst werden.

Ich hoffe jedoch, Ihnen mit meinen Anhaltspunkten zunächst weitergeholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen


Wolfram Geyer
Rechtsanwalt
FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60078 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ausführlich, verständlich und klar geschrieben. Sehr zufrieden. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr RA Vasel erschien mir sehr kompetent, da er auch bei angedachtem weiteren Verfahren meines Steuerberaters fundierte Bedenken, gerade paradoxerweise bezüglich eventuell sich daraus ergebender steuerlicher Nachteile, hatte ... ...
FRAGESTELLER
3,2/5,0
Ohne Paragraphenangabe, alles pi x Daumen, man hätte zb § 850d ZPO oder sowas erwähnen können, Frage wurde obendrein unvollständig beantwortet aber Alles in Allem eine kleine Übersicht, musste im Endeffekt trotzdem alles Nachschlagen ... ...
FRAGESTELLER