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Steuern des alten Geschäftsführers zahlen

03.11.2016 13:27 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Bohle


Sehr geehrter Anwalt.
Mein Mann hat Anfang des Jahres die GmbH&Co.KG seines Stiefvaters übernommen und hält nun 90% der Anteile.
Sowohl sein Stiefvater, als auch er sind Geschäftsführer, wobei der Stiefvater keine wirtschaftlichen Handlungen mehr ausführen darf und auch kein Geld aus der GmbH erhält, also lediglich auf dem Papier eingetragen ist, da er der Lizenzgeber ist.
Nun meine Frage: Nachdem wir die Firma nun seit 01.01.2016 führen hat der Steuerberater den Jahresabschluss für 2015 nun erstellt und eine Nachzahlung von 13000 Euro berechnet. Weiterhin kostet die Erstellung beim Steuerberater ca. 5000 Euro.
Der Stiefvater meines Mannes macht eine Weltreise und sowohl er, als auch der Steuerberater sind nun der Ansicht, dass mein Mann, da er ja nun die GmbH leitet, "Pech gehabt" hätte, und die ca. 20000 Euro nachzuzahlen hätte, da der Verkauf der Anteile das Finanzamt nicht interessiere.
Bis zum 31.12.2015 war mein Mann lediglich als Arbeiter in der Firma angestellt.
Entspricht dies der Wahrheit? Muss mein Mann nun für den Gewinn des Schwiegervaters Steuern zahlen?
Herzlichen Dank im Voraus

Sehr geehrte Ratsuchende,


nach § 34 AO gehört es zu den Hauptpflichten eines Geschäftsführers einer GmbH, für die ordnungsgemäße Steuerpflicht der GmbH zu sorgen, also Steuern auch zu zahlen.

Diese Verantwortung beginnt bei der Bestellung und endet mit der Beendigung der Geschäftsführertätigkeit.


Da bei der GmbH für die nach Ihrer Sachverhaltsdarstellung geltend gemachten Steuerzahlungen auf die Steuerbescheide abzustellen sein wird, diese erst 2016 erstellt worden sind, ist Ihr Mann als Geschäftsführer für die Steuerabfuhr geltend.


Insoweit hat Ihr Mann alsi schlechte Karten.


Möglich ist, dass im Übernahmevertrag noch eine abweichende Regelung enthalten ist; der Vertrag müsste dazu geprüft werden.



Allerdings gilt zu bedenken, dass immer dann, wenn Steuerschulden einer GmbH bereits absehbar sind, dafür Sorge getragen werden muss, dass sie im Zeitpunkt der Fälligkeit erfüllt werden können (BFH, Urt.v. 03.05.1990, Az.: VII R 108/88).

Die Ansprüche gegen die GmbH müssen dem Grunde und der Höhe nach feststehen, wobei eine Festsetzung nicht erforderlich ist.

Könnte man ggfs. insoweit dem alten Geschäftsführer also einen Fehler in der Geschäftsführung nachweisen, wird er dann gegenüber der GmbH (und damit Ihrem Mann) ersatzpflichtig, so dass die Beträge dann ggfs. zurückgeholt werden können.


Daher rate ich dringend dazu, mit allen Unterlagen einen Rechtsanwalt zeitnah aufzusuchen; gleichwohl muss die GmbH und damit Ihr Mann als Geschäftsführer falls die Mittel der GmbH nicht ausreichen, die Steuerschuld gegenüber dem Finanzamt nun zahlen.



Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle, Oldenburg

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