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Steuern beim Arbeiten in der Schweiz und Wohnen gleich über die Grenze in BRD

24.02.2017 08:33 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas Wehle


Folgende Situation:
Ich wohne mit meiner Familie in Berlin. Seit kurzem arbeite ich in der Schweiz als Angestellter. Der Vertrag ist vorerst auf 6 Monate befristet. Aktuell nächtige ich während der Woche in Hotels in Lindau (Deutschland, 35-40 km vom Arbeitsort entfernt) und fahre übers Wochenende nach Berlin.

Meine Fragen:
1. Unterliegt mein Arbeitseinkommen vom Schweizer Arbeitgeber der vollen Quellensteuer und wird von der Deutschen Einkommenssteuer freigestellt? Oder gelte ich als Grenzgänger und muss in der Schweiz nur 4,5% Quellensteuer zahlen?
2. Was wird sich in der Einschätzung der Situation ändern, falls ich eine kleine (Arbeits-)Wohnung in Lindau für diese Zeit anmiete und übers Wochenende nach Berlin fahre?
3. Spielt dabei eine Rolle, wie lange ich vorerst in Hotels wohne (z.B. mehr als 30 Arbeitstage bei einem 6-monatigen Arbeitsvertrag)?

Ein Hintergrund der Frage ist auch, dass ich unterschiedliche Auslegungen des Begriffs „Nichtrückkehr" gesehen habe. Z.B. „Die beruflichen Gründe gelten dann als nachgewiesen, wenn zwischen Wohnung und Arbeitsstätte (es ist jeweils die exakte Adresse maßgebend) mehr als 110 km Entfernung liegen oder die einfache Fahrt länger als 1,5 Stunden dauern würde. […] Die Nacht muss in der Schweiz zugebracht werden, sonst zählt sie nicht mit. Wer also aus Kostengründen gleich über der Grenze auf deutscher Seite eine Wohnmöglichkeit nutzt, der wird steuerlich anders behandelt als wenn er auf der Schweizer Seite nächtigt."

Viele Dank

Sehr geehrter Ratsuchender,

gern beantworte ich Ihre Fragen aufgrund der von Ihnen getätigten Angaben wie folgt.

Zu 1) In der dargestellten Situation wären Sie als echter Grenzgänger anzusehen, da Sie arbeitstäglich vom Vertragsstaat der Tätigkeit in den Vertragsstaat Ihres gewöhnlichen Aufenthaltes zurückkehren. Entsprechende Nachweise (Hotelrechnung, Tankquittungen u.ä.) sollten Sie unbedingt gut aufbewahren. Sie dienen als Nachweis der täglichen Rückkehr an den „Wohnort" (hier eher gewöhnlicher Aufenthalt).
Es würde insoweit bei dem Besteuerungsrecht Ihres Ansässigkeitsstaates (Deutschland) bleiben und in der Schweiz sollte hier nur die 4,5 % Quellensteuer einbehalten werden, welche auf die Steuerlast in Deutschland angerechnet würde.

Zu 2) Es ändert an meiner Einschätzung unter 1 nichts, Ihr Familienwohnsitz ist in dieser Konstellation zweitrangig. Entscheidend ist vielmehr der Ort der Ansässigkeit und da Sie in der Schweiz im Sinne von Art. 4 des DBA D/CH auf keinen Fall ansässig sind, verbleibt es bei dem o.g. Besteuerungsrechten der beteiligten Vertragsstaaten.

Zu 3) Nein, es spielt überhaupt keine Rolle, wie lange Sie ein Hotel nutzen oder in einer eigens angemieteten anderweitigen Unterkunft (Gästezimmer, Pension etc.) unterkommen.

Die Diskussion der Nichtrückkehr fußt auf der Überlegung, dass es jemandem arbeitstäglich wohl zuzumuten ist, unter den genannten Bedingungen zu seiner entsprechend weit entfernten Wohnstatt zurück zu kehren, daher wird in solchen Fällen eher davon ausgegangen, dass hier keine Rückkehr stattfindet. Soweit jedoch der Steuerpflichtige hier eine nachvollziehbare Nachweiskette vorbringen kann, ist diese zu berücksichtigen.

Auf Seite 8 der Anlage
http://www.grenzgaenger.de/downloads/steuern_zahlen_geschuetzt.pdf
finden sich die entsprechenden Erläuterungen zu den Begriffen wieder. Auch der Wochenaufenthalter kann als Grenzgänger gelten
http://www.grenzberatung.de/index.php/de/grenzgaenger/bewilligung/wochenaufenthalt,
insbesondere bei verheirateten Grenzgängern.

Ich hoffe Ihre Fragen beantwortet zu haben und verbleibe mit

Mit freundlichen Grüßen

Andreas Wehle
Rechtsanwalt /Aachen

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