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Steuern bei der Übertragung einer Immobilie von den Eltern auf die Kinder

| 25.06.2014 11:30 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Karlheinz Roth


Sehr geehrter Fachanwalt für Steuerrecht,

unsere Eltern wollen meinem Bruder Haus und Grundstück (80000€) übertragen (mittels Übertragungsvertrag beim Notar) und dieser soll mir dann die Hälfte (40000€) über 15 Jahre (also 222,22€/Monat) zahlen. Dazu wird für mich eine sog. "Sicherungshypothek" im Grundbuch eingetragen. Die Immobilie befindet sich in Thüringen.

Ich bin abhängig beschäftigter Angestellter.

Meine Frage: Muß ich auf die 222,22€/Monat, die ich 15 Jahre lang von meinem Bruder bekomme irgendwelche Steuern (Erbschaftssteuer, Schenkungssteuer etc.) zahlen und wenn ja wieviel?

Vielen Dank!

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf der Grundlage der von Ihnen gemachten Angaben wie folgt beantworte:

Die Zuwendung durch Ihren Bruder ist als eine Schenkung anzusehen, so dass hier grundsätzlich die Schenkungssteuer zu beachten ist.

Im Hinblick auf diese Zuwendungen haben Sie einen Steuerfreibetrag von EUR 20.000,00.

Mehrere innerhalb von zehn Jahren von derselben Person anfallende Vermögensvorteile werden nach § 14 ErbStG in der Weise zusammengerechnet, dass dem letzten Erwerb die früheren Erwerbe nach ihrem früheren Wert zugerechnet werden.

Bei einer monatlichen Zuwendung von EUR 222,22 ergibt dies einen Betrag von EUR 26.666,40, so dass Sie auf den Betrag von EUR 6.666,40 Schenkungssteuer zahlen müssten. Der Steuersatz läge hier bei 15 %.

Vor diesem Hintergrund sollte die monatliche Zuwendung herabgesetzt werden, so dass in den ersten zehn Jahren der Freiheitsbetrag von EUR 20.000,00 nicht erreicht wird.

Ich hoffe, dass ich Ihnen in der Sache weiterhelfen konnte.


Mit freundlichen Grüßen
K. Roth
- Rechtsanwalt und zertifizierter Testamentsvollstrecker -

Nachfrage vom Fragesteller 25.06.2014 | 15:33

Sehr geehrter Herr Roth,

vielen Dank für die Information!

Ich habe das soweit verstanden und einen Blick in das ErbStG §14 ff
geworfen. Da ich Steuerklasse I habe sollte mein Freibetrag doch min. 100000€ betragen, wenn ich die Freibeträge richtig verstehe. Der Freibetrag von 20000€ ist doch für Steuerklasse II und III vergesehen wenn ich das richtig sehe.

Wenn wirklich Freibetrag von 20000€ für mich gilt dan könnte man den Betrag von 400000€ doch wie folgt aufteilen:

erste 10 Jahre: 120 x 166,66€ = 20000€
zweite 5 Jahre: 60 x 333,33€ = 20000€

um keine Schenkungssteuer zahlen zu müssen?

Vielen Dank!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 26.06.2014 | 10:19

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihren Nachtrag.

Bei einem sog. Auflagenvollzug sind zwei Schenkungsvorgänge zu beachten:

1.
Die Schenkung durch die Eltern (Schenker) an Ihren Bruder (Auflagenbeschwerter) und

2.
die Schenkung infolge der Weitergabe durch Ihren Bruder an Sie als sog. Auflagenbegünstigten in Vollziehung der Auflage.

Wenn Sie nunmehr durch den Erbvertrag (als Vertrag zugunster Dritter) unmittelbar ein eigenes Forderungsrecht erworben haben, würde Ihnen diese Forderung nach § 7 Absatz 1 Nr. 1 ErbStG (als freigebige Zuwendung unter Lebenden, soweit der Bedachte durch sie auf Kosten des Zuwendenden bereichert wird) übertragen.

Die Übertragung dieser Forderung würde dann im Verhältnis Ihrer Eltern (als Schenker) zu Ihnen (als Auflagenbegünstigter) erfolgen. Für die Besteuerung würde dann das Verwandtschaftsverhältnis zu Ihren Eltern zugrunde gelegt und nicht das Verhältnis zu Ihrem Bruder als sog. Auflagenbelasteten.

Dann wäre tatsächlich die Steuerklasse I maßgeblich und der Freibetrag beliefe sich nach § 16 I Nr. 2 ErbStG auf TEUR 400.

Hätten Sie aus dem Erbvertrag heraus kein eigenes Forderungsrecht, gelten die in meiner ursprünglichen Antwort gemachten Ausführungen mit der von Ihnen richtig wieder gegebenen Aufteilung der Beträge.

Sie können mir gerne den Erbvertrag per E-Mail überlassen, damit ich den Vertrag in Augenschein nehmen kann. Weitere Kosten wären für Sie damit nicht verbunden.



Mit freundlichen Grüßen
RA K. Roth

Bewertung des Fragestellers 28.06.2014 | 16:08

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