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Steuern bei Überweisung von Erbe zwischen D/A/CH und BRA

| 19.11.2018 14:45 |
Preis: 50,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas Wehle


Sehr geehrte Damen und Herren,

meine Frage betrifft das Erbrecht: mein verstorbener Vater hat noch Vermögen auf Konten in Deutschland und Österreich, die nun unter uns Erben (meine Mutter, meine Schwester und ich) aufgeteilt werden (Erbschein wurde bereits ausgestellt). Dabei leben meine Mutter und ich in Brasilien, meine Schwester dagegen in der Schweiz. Um Gebühren bei der Überweisung D/A --> BRA zu sparen, denke ich an die Möglichkeit, meinen Anteil und den meiner Mutter auf mein noch bestehendes deutsches Konto überweisen zu lassen und dann nach Bedarf Geld über Dienste wie Transferwise nach Brasilien zu überweisen.

Wie ist es in unserem Fall am Besten, vorzugehen, um möglichst wenig Erbschaftssteuern zu zahlen? Was ist besonders zu beachten?

Vorab vielen Dank für Ihre Antwort.

Mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrter Ratsuchender,

gern beantworte ich Ihre Frage aufgrund der von Ihnen getätigten Angaben wie folgt.

Ich glaube, dass Sie hier von nicht ganz richtigen Vorstellungen hinsichtlich des Anfalles von Erbschaftsteuern ausgehen.
In Deutschland fällt regelmäßig immer dann Erbschaftsteuer an, wenn ein Erblasser oder ein Erben zum Zeitpunkt des Erbanfalls (also des Eintritts des Todes beim Erblasser) ihren Wohnsitz in Deutschland hatten. Grundsätzlich wird dabei der gesamte Nachlass weltweit berücksichtigt. Verschiedene sog. Doppelbesteuerungsabkommen mit anderen Staaten (Deutschland unterhält augenblicklich nur mit 6 Staaten für Vermögenübergänge per Erbfall oder Schenkung derartige Abkommen) können eine eventuelle Doppelbesteuerung vermeiden, in dem hier für verschiedene Vermögen das Besteuerungsrecht des jeweiligen Vertragsstaates Anwendung findet.

Ich vermute einmal, dass Sie alle drei sich zum Zeitpunkt des Erbanfalls jeweils in den verschiedenen Staaten aufgehalten haben.

Insoweit hat Ihre Schwester Glück, dass hinsichtlich des Vermögens in Deutschland für sie ein oben beschriebenes DBA gilt. https://www.admin.ch/opc/de/classified-compilation/19780296/198009280000/0.672.913.61.pdf

Ob hingegen die Schweiz ein erbschaftssteuerrechtliches DBA mit Brasilien unterhält ist mir nicht bekannt und konnte auch nicht kurzfristig recherchiert werden.

Was ich damit zum Ausdruck bringen will, Sie können durch die Vermögensverbringung nach Deutschland bzw. Brasilien keine Erbschaftssteuern sparen. Die Überweisung nach Brasilien ist hier nicht der steuerauslösende Tatbestand, dies ist allein der per Erbfall eingetretenen Rechteerwerb.

Um hier nicht eine Steuerstraftat auszulösen, kann ich nur raten, die entsprechenden Vermögen bei den zuständigen Finanzbehörden als jeweiliger Erbe anzuzeigen und auf Aufforderung die entsprechend angefallenen Steuern zu entrichten. Erst danach können Sie gefahrlos über ihr Vermögen nach Belieben verfügen.

Gerade in letzter Zeit tauchen immer mehr Anhörungsverfahren in Steuerstrafsachen auf, weil nur moderate Geldbeträge auf den Konten der Betreffenden auftauchen und diese dann erklären müssen, woher diese Gelder stammen und wem diese zuzurechnen sind.

Hinsichtlich einer etwaigen deutschen Besteuerung möchte ich auf die entsprechenden Steuerfreibeträge nach § 16 ErbStG hinweisen. Gerade Kinder und Ehegatten können hier in einem Zeitrahmen von 10 Jahren Vermögensübertragungen in Höhe von 500.000 bzw. 400.000 Euro jeweils steuerfrei vereinnahmen.

Ich hoffe Ihre Fragen beantwortet zu haben und verbleibe mit

Mit freundlichen Grüßen

Andreas Wehle
Rechtsanwalt /Aachen



Nachfrage vom Fragesteller 23.11.2018 | 19:29

Sehr geehrter Herr Wehle,

vielen Dank für Ihre Antwort. Nur um sicherzugehen, dass ich Sie richtig verstanden habe: in unserem Fall müsste also ich von mir aus das Finanzamt (am Ort des letzten Wohnsitzes meines Vaters) kontaktieren und meine sowie die Erbsumme meiner Mutter deklarieren, während meine Schwester dies über die schweizerischen Behörden erledigen könnte?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 24.11.2018 | 14:36

Sehr geehrter Ratsuchender,

da Sie mir nicht mitteilten, wo Ihr Vater seinen letzten Wohnsitz hatte und meine Ausführungen sich letztlich nur auf das Recht in Deutschland beziehen, vermag ich Ihnen nicht so recht eine eindeutige Antwort auf Ihre Nachfrage geben zu können.

Grundsätzlich ist der entsprechende Nachlass in einem Land auch gegenüber dem Land anzuzeigen und ggf. zusätzlich in dem Wohnsitzland des Erben. So zwischen dem Belegenheitsland und dem Land in dem der Erbe seinen Wohnsitz ein erbrechtliches DBA existiert, wird danach das jeweilige Besteuerungsrecht ermittelt, so dass eine doppelte Besteuerung des geerbten Nachlasses vermieden wird.

Bsp.: Der Erblasser hatte seinen Wohnsitz in Deutschland und zum Nachlass gehören Immobilien in der Schweiz und Belgien. Der Einfachheit halber wohnt der Erbe in Deutschland.
Der Erbe muss hier die Immobilie in Belgien in Belgien und in Deutschland versteuern, da kein DBA existiert (von der internen Anrechnungsregelung zwischen B und D einmal abgesehen), die Immobilie in der Schweiz jedoch ist aufgrund ihrer Belegeheit allein nur dort zu besteuern. Der deutsche Nachlass unterfällt natürlich allein der deutschen Besteuerung.
Wenn der Erbe nun in Brasilien wohnt, kann es passieren, dass er den erworbenen Nachlass im Belegenheitsland und im eigenen Wohnsitzland, also zweimal versteuern muss.

Soweit das Vermögen des Nachlasses durch ein weiteres Land (Deutschland) verbracht wird, fällt dort deswegen keine Steuer an.
Es kann aber zu unangenehmen Fragen nach der Herkunft des (Geld)-Vermögens kommen. Hier sollte nachvollziehbar dargestellt werden können, dass es sich um eine Erbschaft handelt.

Ich hoffe Ihre Nachfrage beantwortet zu haben und verbleibe
mit freundlichen Grüßen

Andreas Wehle
Rechtsanwalt /Aachen

Bewertung des Fragestellers 25.11.2018 | 01:31

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Stellungnahme vom Anwalt:
Vielen Dank für Ihre Bewertung. Schade, dass ich Sie nicht so recht überzeugen konnte, bitte vergessen Sie nicht, dass ich das Recht nicht gemacht habe nachdem Sie die Erbschaftssteuern zu zaheln haben. Woher Sie Ihre ursprüngliche Idee der Pflicht zur Steuerentrichtung haben ist auch nicht so ganz nachvollziehbar.
FRAGESTELLER 25.11.2018 3,8/5,0
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