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Steuermindernde Berücksichtigung von Handwerkerrechnung / Alleinerbe


08.02.2018 14:51 |
Preis: 28,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von


in unter 1 Stunde

Sehr geehrte Damen und Herren,

durch Tod des Erblassers am 01.04.2016 bin ich sein Alleinerbe geworden.

Der Erblasser hat am 01.03.2016 einen Handwerker beauftragt, dass Dach seines Wohnhauses neu einzudecken und zu dämmen. Der Handwerker hat jedoch erst am 11.04.2016 mit den Arbeiten begonnen. Anfang Juli hat er dann die Rechnung geschickt. Diese habe ich beglichen, da ich sein Alleinerbe bin.

Bei der Erbschaftssteuererklärung habe ich diese Kosten geltend gemacht. Das Finanzamt hat diese Kosten nicht anerkannt, weil mit den Arbeiten erst nach dem Todestag des Erblassers begonnen wurde.

Ist das Finanzamt im Recht?
08.02.2018 | 15:21

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Ja, da hat das Finanzamt Recht, s. § 10 Abs. 1 ErbStG (Erbschaft- und Schenkungsteuergesetz):

Es gilt als steuerpflichtiger Erwerb zwar einerseits die Bereicherung des Erben. Von dem steuerpflichtigen Erwerb können aber andererseits nach § 10 Abs. 5 ErbStG so genannte Nachlassverbindlichkeiten abgezogen werden.

"(5) Von dem Erwerb sind, soweit sich nicht aus den Absätzen 6 bis 9 etwas anderes ergibt, als Nachlassverbindlichkeiten abzugsfähig

1.
die vom Erblasser herrührenden Schulden, soweit sie nicht mit einem zum Erwerb gehörenden Gewerbebetrieb, Anteil an einem Gewerbebetrieb, Betrieb der Land- und Forstwirtschaft oder Anteil an einem Betrieb der Land- und Forstwirtschaft in wirtschaftlichem Zusammenhang stehen und bereits bei der Bewertung der wirtschaftlichen Einheit berücksichtigt worden sind;

2.
Verbindlichkeiten aus Vermächtnissen, Auflagen und geltend gemachten Pflichtteilen und Erbersatzansprüchen;

3.
die Kosten der Bestattung des Erblassers, die Kosten für ein angemessenes Grabdenkmal, die Kosten für die übliche Grabpflege mit ihrem Kapitalwert für eine unbestimmte Dauer sowie die Kosten, die dem Erwerber unmittelbar im Zusammenhang mit der Abwicklung, Regelung oder Verteilung des Nachlasses oder mit der Erlangung des Erwerbs entstehen. Für diese Kosten wird insgesamt ein Betrag von 10 300 Euro ohne Nachweis abgezogen. Kosten für die Verwaltung des Nachlasses sind nicht abzugsfähig."

Der Vertrag mag zwar eher geschlossen worden sein, aber eine Nachlassverbindlichkeit liegt nicht mehr vor, da Arbeiten und Rechnungstellung erst NACH dem Tod des Erblassers vorlagen

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Daniel Hesterberg

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