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Steuerlicher Vorteil/Nachteil für GmbH: Änderung Stammkapital/Austreten Inhaber


25.11.2016 16:26 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Alexander Busch



Ich habe zuerst die 1. Frage: Ich und ein anderer Geschäftspartner haben gemeinsam eine GmbH, die 50000 Euro als Stammkapital hat. wir beide haben jeweils 50% (jeweils 25000 Euro). Jetzt hat die Firma sehr viel Verlust und der andere Geschäftspartner will raus von der GmbH. Er will sein Geld auch nicht mehr zurückbekommen, ihm ist wirklich egal, ob er noch Geld zurück bekommt, wenn er raus geht. Deshalb haben wir überhaupt keine Lust/Zeit eine „Wert-Ermittlung" für die Firma noch machen zu lassen. Für mich gibt es jetzt 2 Optionen zur Auswahl. Meine Frage ist: für mich welche Option ist besser? Ich meine: welche Option ist für mich wenige Probleme (z.B. im Ansicht Steuer), welche Option kann weniger Steuer / Probleme auslösen?



1.Option: der Stammkapital bleibt 50000 Euro und er geht raus, ich habe weiter 50000 Euro als Stammkapital. Hier habe ich die Sorge, ob Finanzamt trotzdem als „Schenkung" sieht, und ob Schenkungsteuer ausgelöst werden kann? (trotz Hintergrund: keine Lust Wert-Ermittlung/ ihm Geld egal/ viel Verlust)? Wird es in diesem Fall Vorschrift §8c Abs. 1S. 1 KStG betroffen und wird die GmbH deshalb 50% Verlustvortrag verloren werden? Wird diese Option außerdem andere Probleme/Aufwand oder Steuer ausgelöst?



2. Option: Er geht raus und der Stammkapital senkt auf nur 25000 Euro, was ich weiter habe. Wird es in diesem Fall Vorschrift §8c Abs. 1S. 1 KStG betroffen und wird die GmbH deshalb 50% Verlustvortrag verloren werden? Wird außerdem andere Probleme/Aufwand in dieser Option ausgelöst werden oder Steuerliche Nachteil?



Bitte um direkte Antwort mit vollständige Überlegung und Information: welche Option für mich persönlich wirklich von Vorteil ist.



Ich habe dann eine 2. Frage: die Tatsache ist, am Anfang habe ich selbst alleine diese GmbH mit 25000 Euro Stammkapital begründet. Ein Jahr später habe ich diesen Geschäftspartner kennengelernt und er hat zusätzlich 25000 Euro Stammkapital hinzugefügt. So ist der gesamt Stammkapital auf 50000 erhöht (mit jeweils 25000 Euro von uns beiden). Mein Steuerberater hat damals in diesem Zeitpunkt von Kapitalerhöhung den Vorschrift §8c Abs. 1S. 1 KStG eingesetzt und ich habe deshalb damals 50% Verlustvortrag verloren. Aus meiner Sicht ist nur „Übertragung von Stammkapital" von Vorschrift §8c Abs. 1S. 1 KStG betroffen. In meinem Fall damals war „hinzufügen und Erhöhung von Stammkapital durch andere Person", keine „Übertragung", nach meinem Sicht sollte ich damals nicht 50% Verlustvortrag verloren sein. Wer hat Recht?





Einsatz editiert am 30.11.2016 10:07:49
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Die erste Frage ist leicht zu beantworten - die zweite Option (Gesellschafter verlässt die GmbH und das Stammkapital beträgt nur noch 25.000,00€) ist rechtlich nicht vorgesehen und daher gar nicht möglich. Dieses Ergebnis wäre nur über eine Einziehung oder eine Kapitalherabsetzung zu erreichen, das aber führt wieder dazu, dass in einem ersten Schritt Ihre Variante 1 durchzuführen ist, daher scheidet die Option 2 einfach aus.

Da die Übertragung bei einem Notar erfolgen muss, müssen Sie sich spätestens gegenüber dem Notar zum Wert äußern, denn der Notar muss den Wert erfassen und eine Abschrift wird an die Körperschaftssteuerstelle übermittelt.
Ermitteln Sie keinen Wert und erhält Ihr Partner nichts für die Anteile, so müssen Sie eine Schenkungssteuererklärung abgeben, andernfalls könnte eine Steuerhinterziehung vorliegen.
In jedem Fall liegt hier auch ein Fall des §8c KStG vor und die Verlustvorträge gehen anteilig verloren, also zu 50%.

Andere Probleme erkenne ich hier gerade nicht.

Zu Ihrer 2. Frage: hier liegt Ihr Steuerberater richtig. Denn in § 8c Absatz 1 Satz 4 steht:

"Eine Kapitalerhöhung steht der Übertragung des gezeichneten Kapitals gleich, soweit sie zu einer Veränderung der Beteiligungsquoten am Kapital der Körperschaft führt."

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 01.12.2016 | 23:02

Guten Abend , danke für die Antwort. Gibt es einen günstigen, schnellen und einfachen Weg, den Wert zu ermitteln? Kann man selbst mit software machen? Wenn nicht wer macht das (günstig)? Mein Steuerberater oder wer?wenn mein Geschäftspartner das Geld nicht will, wieviel Prozent von Schenkungssteuer muss ich zahlen?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 02.12.2016 | 11:24

Eine Bewertung nimmt beispielsweise der Steuerberater vor. Dies sollte ohne großen Aufwand möglich sein. Sie zahlen als Schenkungssteuer 30% auf den Betrag, der 20.000,00 EUR übersteigt. Unabhängig davon aber, ob der Freibetrag überschritten wird oder nicht, müssen Sie trotzdem eine Anzeige über die Schenkung an das FInanzamt fertigen.

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