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Steuerliche unterschiede zwischen Stückländerei oder Landwirtschaflticher Betireb


21.08.2006 20:12 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Christian Joachim



Ich als Vermächnissnehmerin (Tochter) möchte gerne die vor und nachteile zwischen den beiden arten wissen ob das eine oder andere auf mich zu trifft.
Der Bauernhof ist seit 30 Jahren verpachtet bzw mit dem tot der Eltern ist auch die pacht zu ende.
Es ist geplant dann an mehre Pächter zu verpachten.
Habe gehört das dies Frage auch wichtig sei (wie es verpachtet ist)
Die Gebäunde (Stahl...) stehen seit dem leer und nur noch das Wohnhaus wird noch von mir genützt.Sind alles sehr alte Gebäude aus den 30er.
Ist das dann noch im Steuerrecht ein Landwirtschafltlicher Betrieb??? Bei der Gemeinde ist es zumindest noch eingetragen
Welche Voraussetzung muss ich haben das Finanzamt es als Stückländerei anerkennt? bzw welche nach oder vorteile hat das wennn es ein Landwirschftlicher Betrieb ist?
Mir ist gesagt worden wenn es Stückländerei anerkannt wird kostet es micht keine Steuer als Landwrit.. müsste ich sehr viele Steuern zahlen zudem könnte ich auch einen gewissen teil des Freibetrag (Pflichtsanteilfreibetrag) da ich Vermächnissnehmerin bin.
Sehr geehrte Fragestellerin,

ein landwirtschaftlicher Betrieb liegt unter den Voraussetzungen der §§ 33, 34 Bewertungsgesetz (BewG) vor:

BewG § 33 Begriff des land- und forstwirtschaftlichen Vermögens
(1) Zum land- und forstwirtschaftlichen Vermögen gehören alle Wirtschaftsgüter, die
einem Betrieb der Land- und Forstwirtschaft dauernd zu dienen bestimmt sind. Betrieb
der Land- und Forstwirtschaft ist die wirtschaftliche Einheit des land- und
forstwirtschaftlichen Vermögens.
(2) Zu den Wirtschaftsgütern, die einem Betrieb der Land- und Forstwirtschaft dauernd
zu dienen bestimmt sind, gehören insbesondere der Grund und Boden, die Wohn- und
Wirtschaftsgebäude, die stehenden Betriebsmittel und ein normaler Bestand an
umlaufenden Betriebsmitteln; als normaler Bestand gilt ein solcher, der zur
gesicherten Fortführung des Betriebes erforderlich ist.
(3) Zum land- und forstwirtschaftlichen Vermögen gehören nicht
1. Zahlungsmittel, Geldforderungen, Geschäftsguthaben und Wertpapiere,
2. Geldschulden,
3. über den normalen Bestand hinausgehende Bestände (Überbestände) an
umlaufenden Betriebsmitteln,
4. Tierbestände oder Zweige des Tierbestands und die hiermit
zusammenhängenden Wirtschaftsgüter (z. B. Gebäude und abgrenzbare
Gebäudeteile mit den dazugehörenden Flächen, Betriebsmittel), wenn die
Tiere weder nach § 51 oder § 51a zur landwirtschaftlichen Nutzung noch
nach § 62 zur sonstigen land- und forstwirtschaftlichen Nutzung gehören.
Die Zugehörigkeit der landwirtschaftlich genutzten Flächen zum land- und
forstwirtschaftlichen Vermögen wird hierdurch nicht berührt.
BewG § 34 Betrieb der Land- und Forstwirtschaft
(1) Ein Betrieb der Land- und Forstwirtschaft umfaßt
1. den Wirtschaftsteil,
2. den Wohnteil.
(2) Der Wirtschaftsteil eines Betriebs der Land- und Forstwirtschaft umfaßt
1. die land- und forstwirtschaftlichen Nutzungen:
a) die landwirtschaftliche Nutzung,
b) die forstwirtschaftliche Nutzung,
c) die weinbauliche Nutzung,
d) die gärtnerische Nutzung,
e) die sonstige land- und forstwirtschaftliche Nutzung;
2. die folgenden nicht zu einer Nutzung nach Nummer 1 gehörenden
Wirtschaftsgüter:
a) Abbauland (§ 43),
b) Geringstland (§ 44),
c) Unland (§ 45);
3. die Nebenbetriebe (§ 42).
(3) Der Wohnteil eines Betriebs der Land- und Forstwirtschaft umfaßt die Gebäude und
Gebäudeteile, soweit sie dem Inhaber des Betriebs, den zu seinem Haushalt gehörenden
Familienangehörigen und den Altenteilern zu Wohnzwecken dienen.
(4) In den Betrieb sind auch dem Eigentümer des Grund und Bodens nicht gehörende
Gebäude, die auf dem Grund und Boden des Betriebs stehen, und dem Eigentümer des
Grund und Bodens nicht gehörende Betriebsmittel, die der Bewirtschaftung des Betriebs
dienen, einzubeziehen.
(5) Ein Anteil des Eigentümers eines Betriebs der Land- und Forstwirtschaft an einem
Wirtschaftsgut ist in den Betrieb einzubeziehen, wenn es mit dem Betrieb zusammen
genutzt wird.
(6) In einen Betrieb der Land- und Forstwirtschaft, der von einer Gesellschaft oder
Gemeinschaft des bürgerlichen Rechts betrieben wird, sind auch die Wirtschaftsgüter
einzubeziehen, die einem oder mehreren Beteiligten gehören und dem Betrieb zu dienen
bestimmt sind.
(6a) Einen Betrieb der Land- und Forstwirtschaft bildet auch die gemeinschaftliche
Tierhaltung (§ 51a) einschließlich der hiermit zusammenhängenden Wirtschaftsgüter.
(7) Einen Betrieb der Land- und Forstwirtschaft bilden auch Stückländereien.
Stückländereien sind einzelne land- und forstwirtschaftlich genutzte Flächen, bei
denen die Wirtschaftsgebäude oder die Betriebsmittel oder beide Arten von
Wirtschaftsgütern nicht dem Eigentümer des Grund und Boden gehören.

Einen Betrieb der Land- und Forstwirtschaft bilden auch Stückländereien.

Stückländereien sind einzelne land- und forstwirtschaftlich genutzte Flächen, bei denen die Wirtschaftsgebäude oder die Betriebsmittel oder beide Arten von Wirtschaftsgütern nicht dem Eigentümer des Grund und Boden gehören.(§34 Abs. 7 Bewertungsgesetz (BewG)).

Allerdings stellt auch eine Stückländerei grds. nach den (einkommens)steuerrechtlichen Vorschriften einen wirtschaftlichen Beitrieb dar.

In Ihrem Fall kommt es darauf an, wie und ob die Pachtflächen noch genutzt werden. Werden Sie nach den o.g. Grundsätzen bewirtschaftet, dann liegt auch noch ein landwirtschaftlicher Betrieb vor. Andernfalls nicht.

Bei einem landwirtschaftlichen Betrieb liegt nach ständiger Rechtsprechung des BFH (z. B. BFH-Urteil vom 15. Oktober 1987 IV R 66/86, BFHE 152, 62, BStBl II 1988, 260 ; BFH-Beschluss vom 20. Januar 1999 IV B 99/98; BFH/NV 1999, 1073 ) eine zwangsweise Betriebsaufgabe oder "Zerschlagung" nicht schon dann vor, wenn ein Landwirt die Selbstbewirtschaftung der eigenen Nutzflächen aufgibt und sie an andere Landwirte verpachtet, das lebende und tote Inventar verkauft und die Hofgebäude für andere Zwecke nutzt. Der Betrieb besteht dann als sog. Verpachtungsbetrieb mit der Folge fort, dass alle Wirtschaftsgüter einschließlich der verpachteten zunächst Betriebsvermögen bleiben (grundlegend BFH-Urteil vom 18. März 1964 IV 114/61 S, BFHE 79, 195, BStBl III 1964, 303 , bestätigt z. B. von BFH-Beschluss vom 07. Mai 1998 IV B 31/97, BFH/NV 1998, 1345 ; BFH-Beschluss vom 20. Januar 1999 IV B 99/98; BFH/NV 1999, 1073 ).
Auch die Bewirtschaftung von Stückländereien führt in diesen Fällen weiter zu Einkünften aus Land- und Forstwirtschaft, denn ein landwirtschaftlicher Betrieb setzt weder eine Mindestgröße noch einen vollen landwirtschaftlichen Besatz (Betriebsgebäude, Inventar usw.) voraus ( BFH-Urteil vom 12. November 1992 IV R 41/91, BFHE 170, 311, BStBl II 1993, 430 , HFR 1993, 507 , m. w. N.).

Stellt der Steuerpflichtige seine aktive landwirtschaftliche Betätigung ein und verpachtet er seinen Betrieb im Ganzen an einen Dritten, dann räumt ihm die Rechtsprechung seit je her ein durch entsprechende Erklärung gegenüber dem FA auszuübendes Wahlrecht ein, ob er damit seinen Betrieb mit der Folge aufgibt, dass die im Betriebsvermögen ruhenden stillen Reserven (steuerbegünstigt) realisiert werden, oder ob er das Betriebsvermögen unter (vorläufiger) Vermeidung dieser Besteuerungsfolgen während der Verpachtung fortführen will (ständige Rspr. seit dem Urteil des Großen Senats des BFH vom 13. November 1963 GrS 1/63. BStBl III 1964, 124 ; ferner das BFH-Urteil vom 18. März 1999 IV R 65/98, BStBl II 1999, 398 ); dies gilt auch, wenn der Betrieb nicht im Ganzen verpachtet wird, sondern die Verpachtung parzellenweise an verschiedene Pächter erfolgt (vgl. die BFH-Urteile vom 15. Oktober 1987 IV R 91/85, BStBl II 1988, 257 , vom 28. November 1991 IV R 58/91 , BStBl II 1992, 521 sowie vom 22. August 2002 IV R 57/00 , BStBl II 2003, 16 m. w. N.).

Grds. macht es im Steuerrecht daher keinen Unterschied zwischen Stückländerei und landwirtschaftlichem Betrieb.

Es kommt vor allem darauf an, ob das Grundstück, wovon ich hier ausgehe, als landwirtschaftlicher Betrieb in der Vergangenheit genutzt worden ist. Dann ist es möglich, dass bei der Übertragung Abgaben im einkommenssteuerrechtlichen Sinn anfallen.

Sofern es Ihnen auf die Problematik der Erbschaftssteuer ankommt, was Ihrer Fragestellung nicht unmissverständlich zu entnehmen war, regelt § § 13a Erbschafts- und SchenkungssteuerG in Verbindung mit § 141 BewG einen Freibetrag in Höhe von Euro 225.000,00 bei der Übertragung eines landwirtschaftlichen Betriebs.

Ich hoffe, Ihnen einen ersten Überblick gegeben zu haben und hoffe, dass meine Antworten für Sie hilfreich gewesen sind. Bitte haben Sie Verständnis, dass eine präzisere Antwort nur bei genauer Kenntnis der Grundstücke möglich ist. Gerne stehe ich Ihnen dann weiter zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen



Christian Joachim
-Rechtsanwalt-

www.rechtsbuero24.de

Nachfrage vom Fragesteller 22.08.2006 | 22:03

Ausgangssitaution ist folgende der Hof mit Wohngebäude Stall...
wird als Baugrund bewertet es gibt auch eine Wiese mit Apfelbäumen und das alles wird als Baugrund gerrechet weil ich ""könnte"" ja es als Bauland verwenden deshalb reicht der Freibetrag den Sie genannt haben bzw denn ich kenne bei weitem nicht aus und ich müsste somit vermutlich um die 8000Euro Steuern zahlen
Das Ackerland ist ausßerhalb der Ortschaft und würde auch nicht so viel ausmachen von dem ganz aber er ehemalige Hof.

Wenn es aber eine Stückländerei wäre müßte ich das nicht weil es Privat vermögen ist oder?


Wie ist es wenn es eine Stückländerei wäre, wenn mann dann ein Grundstück verkaufen würde wieviel Steuern müßte man Zahlen???
Mehr oder wenig als ein Landwirtschaftlicher Betrieb.

Meine ob wenn es als Stückländerei eingestuft werden kann dann müsste ich keine Steuern für das Erbe zahlen. Ist das aber ein Nachteil bei eventullen späteren Verkauf da ja vermutilch für Privatvermögen Stückländerei mehr Steuern bei einem Verkauf gezahlt werden müssen????

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