Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
484.392
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Steuerliche Zuordnung von Versicherungsleistungen


| 09.11.2016 17:12 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Alexander Busch



Bitte Bearbeitung nur durch Anwalt für Steuerrecht:

Sehr geehrter Anwalt, sehr geehrte Anwältin,

2013 wurde meine in meinem Wohnhaus befindliche Arztpraxis durch einen Brand zerstört. Die Praxisräumlichkeiten stehen zu 51,2 Prozent im Betriebsvermögen. 48,8% des Gebäudes stehen im Privatvermögen. Der Brandschaden wurde von der Gebäudeversicherung entschädigt. Die Prämie für die Gebäudeversicherung wurde seit Jahrzehnten zu 51,2% als Betriebsausgabe steuerlich geltend gemacht.

Ich habe daher bei der Steuererklärung für 2013 die erhaltenen Versicherungsleistungen aus der Gebäudeversicherung zu 51,2% als Betriebsausgabe geltend gemacht und beantragt, die übrigen erhaltenen 48,8% der Versicherungsleistungen als nicht steuerpflichtig zu behandeln.
Das Finanzamt entsprach zunächst meinem Antrag und betrachtete nur 52,2% der Versicherungsleistung als Betriebseinnahme.
Bei einer Betriebsprüfung 2014 wurde diese Entscheidung revidiert. Das Finanzamt betrachtet nunmehr die komplette Entschädigung zu 100% als Betriebseinnahme und erhöht den Gewinn entsprechend. Die Begründung lautet, dass sich der Brand in den Praxisräumen ausgewirkt hat und im wesentlichen nicht im privaten Gebäudeanteil. Somit sei die erhaltene Versicherungleistung in die Wiederherstellung der Praxis geflossen und das dafür erhaltene Geld als Betriebseinnahme zu erfassen.

Das ist für mich sehr nachteilig, da ich dann für das Schadensjahr 2013 die gesamte Versicherungsleistung als Gewinn versteuern muss. Die davon für die Praxis neu angeschafften Sachen kann ich aber nur über deren Nutzungsdauer abschreiben

Es erscheint mir ferner willkürlich, wenn das Finanzamt nur eine Absetzung von 52,2% der Gebäudeversicherungsprämie zulässt, dann aber die erhaltenen Versicherungsleistungen zu 100% steuerpflichtig stellt, weil es diese Leistung der Praxisrenovierung zuordnet. Hätte ich die Praxis nicht wieder aufgebaut, sondern die Versicherungsleistung einfach so vereinnahmt, sähe die Besteuerung für mich günstiger aus.

Frage:
(1)
Ist die Entscheidung der Betriebsprüfung rechtens?
(2)
Kann und sollte man dagegen vorgehen?
(3)
Gibt es eine Möglichkeit, die erhaltenen Versicherungsleistungen mit den
Anschaffungs- und Renovierungskosten für die Praxis zu verrechnen und eine eventuelle positive Differenz zu versteuern?

Vielen Dank für Ihre Antwort.
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1. Wenn lediglich die Praxis abgebrannt ist und diese wieder aufgebaut worden ist, so ist auch die Erstattung der Versicherung zu 100% dem betrieblichen Bereich zuzuordnen.
Sofern auch der private Teil betroffen und renoviert worden ist und die Erstattung hierauf entfällt, so könnte ein Teil dem privaten Anteil und damit steuerfrei behandelt werden.
Im Übrigen ist die Feststellung der BP nicht zu beanstanden.

2. Angesichts der Ausführungen zu 1. ist die Aussicht auf Erfolg quasi nicht vorhanden.

3. Sie hätten schon im Erstattungsjahr andere Angaben vornehmen müssen, der Renovierungsaufwand hätte teilweise als tatsächliche Renovierung und nicht als Anschaffungskosten deklariert werden können mit der Folge, dass der Aufwand bei entsprechender Argumentation möglicherweise in einem Jahr bis maximal auf 5 Jahre hätte verteilt und geltend gemacht werden können.
Waren Sie steuerlich beraten, so könnten Sie ggf eine Haftung des Steuerberaters prüfen. Waren Sie indes nicht beraten, so können Sie leider keine andere Deklaration im oben geschilderten Sinne mehr vornehmen und müssten die Situation akzeptieren.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 10.11.2016 | 00:00

Der nach der BP zu erlassende Steuerbescheid 2013 ist noch nicht ergangen.
Kann man die Wiederanschaffung untergegangenen Mobiliars und untergegangener Geräte und Einrichtungsgegenstände vom Prinzip her als "Renovierung" betrachten und damit über eine kürzere Abschreibungdauer als die Nutzungsdauer verhandeln? Vielen Dank!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 10.11.2016 | 09:12

Dem Grunde nach geht dies nicht. Anschaffung ist Anschaffung. Es müsste im detail geprüft werden, was hier noch verargumentiert werden kann und was nicht, dies hängt allerdings von den konkreten Kostenpositionen und der Verwertung in der Praxis ab. Ohne Detailprüfung lässt sich dies nicht bewerkstelligen.

Bewertung des Fragestellers 10.11.2016 | 11:15


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort. Sie haben mir sehr weitergeholfen."