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Steuerliche Geltendmachung von Verlusten durch Insolvenz

| 03.11.2011 17:24 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Ich habe auf Anraten der Bank eine Anleihe gekauft von einem Unternehmen, das im gleichen Jahr in die Insolvenz ging. Verkaufen konnte ich die Anleihe nach der Insolvenz nicht mehr, weil es keinen Markt dafür gab. Zum Jahresende wurde sie daher von der kontoführenden Bank ohne Angabe von Gründen als quasi wertlos ausgewiesen (ca. 1,5% des Nennwerts)

Das FA stellt sich auf den Standpunkt, daß der Verlust steuerlich nicht berücksichtigt werden kann, da er nicht durch Verkauf realisiert worden sei.

Ich halte die Einschätzung des FA für ziemlich realitätsfern, weil die geforderte Verlust-Realisierung ebenso unmöglich wie unsinnig gewesen wäre. Muß ich ich dem beugen?

Kaufmännisch richtig wäre es, im Kalenderjahr den ausgewiesenen Verlust steuerlich geltend zu machen und nach Abschluß des Insolvenzverfahrens ggf. eine Korrektur vorzunehmen.

mfG Dr.E.Tiemann

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich anhand des von Ihnen geschilderten Sachverhalts beantworten möchte:

Muß ich ich dem beugen?

Es kommt darauf an, ob Sie diese Anleihe zum Zweck gekauft haben, um dadurch steuerliche Vorteile zu erzielen. Dann gilt ein Verlustabzugsverbot.

Das ergibt sich aus § 15b Abs. 2 EStG . Es handelt sich um eine Beteiligung an einer sogenannten Verlustzuweisungsgesellschaft(diese war definiert in § 2a EStG in der Fassung bis zum 31.12.2009). Diese Vorschrift wurde durch § 15b EStG ausgeweitet, wodurch mitunter auch private Anleger erfasst sind. Es muss allerdings nachgewiesen werden, dass ein vorgefertigter Konzept von Erzielung negativer Einkünfte bestand. So wie Sie das geschildert haben, ist das nicht der Fall gewesen, wobei ich die letzte Gewissheit natürlich nicht habe.

Alleine deswegen, dass Sie die Anleihen nicht verkauft haben, dürfte Ihnen der Verlustabzug nicht untersagt bleiben.

Für weitere Auskünfte wenden Si sich an einen Steuerberater oder Rechtsanwalt, wobei ich selbstverständlich zur Verfügung stünde.



Ich hoffe, Ihnen einen ersten Einblick in die Rechtslage ermöglicht zu haben. Diese Beratung kann nicht eine mündliche Beratung durch einen Rechtsanwalt vor Ort ersetzen.

MIt freundlichen Grüßen


Edin Koca
Rechtsanwalt

Rückfrage vom Fragesteller 04.11.2011 | 12:28

Sehr geehrter Herr Koca,

Pardon, wenn ich diese Möglichkeit einer kostenlosen Nachfrage nicht genutzt habe, weil sie zwischenzeitlich nicht zur Verfügung stand oder ich sie nicht fand. Ich nutze dieses Portal zum ersten Mal.

Ihre gestrigen Ausführungen zu meiner Frage betreffen vor allem die Vermutung einer Verlustzuweisungsgesellschaft, die hier nicht zutrifft, die auch nicht Gegenstand meiner Frage war, die ich hier nochmals wiederhole:

"Das FA stellt sich auf den Standpunkt, daß der Verlust steuerlich nicht berücksichtigt werden kann, da er nicht durch Verkauf realisiert worden sei".

Insofern ist Ihre Antwort auf diese gestellte Frage sehr vage und tatsächlich wenig hilfreich: „Alleine deswegen, dass Sie die Anleihen nicht verkauft haben, dürfte Ihnen der Verlustabzug nicht untersagt bleiben". Genau aus diesem Grund lehnt das Finanzamt meinen Einspruch aber bisher ab und schreibt: „…sind für evtl. zu berücksichtigende Verluste aus der Veräußerung von Wertpapieren der Anschaffungspreis und der Veräußerungspreis nachzuweisen. Verluste aus Veräußerungsgeschäften werden steuerlich nur berücksichtigt, wenn der Zeitraum zwischen Anschaffung und Veräußerung nicht mehr als ein Jahr beträgt."

Daß es sich im vorliegenden Fall um eine Lehman-ANLEIHE (nicht Zertifikat!) handelt, die ich in 2008 gekauft habe, die im Jahresabschluß der Bank mit 1,5% bewertet wurde und wahrscheinlich irgendwann mit ca. 20% bedient werden wird, spielt bei der Beurteilung von Verlusten aus Insolvenz keine Rolle, denn der Fall würde mit der Anleihe jedes anderen Unternehmens, das in Konkurs geht, genauso ablaufen.

Nach Angaben des FA kann ich den entstandenen Verlust aus den genannten Gründen nicht geltend machen. Ihre unbegründete Vermutung hilft mir da nicht weiter.

Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie Ihre Vermutung durch ein FG-Urteil belegen könnten, um mich dem FA gegenüber nicht beugen zu müssen.

Ich bitte daher um eine klärende Antwort.

Dr.E.Tiemann

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 04.11.2011 | 12:48

Sehr geehrter Fragesteller,

Sie haben durch Ihre Nachfrage Ihre urspüngliche Anfrage erheblich ausgeweitet. Unter anderem sprechen Sie erst jetzt von einer Kapitalgesellschaft aus dem Ausland. Für die negative Einkünfte mit Bezug zu Drittland gelten andere Beschränkungen.

Ich bin nicht verpflichtet, solche Anfragen zu beantworten, sondern nur die ursprüngliche Antwort zu klären. In Ihrer Anfrage zu dieser Antwort haben Sie "von einem Unternehmen, das im gleichen Jahr in die Insolvenz ging" gesprochen. Es wurde auch gesagt, dass die Anleihe von der Bank als wertlos bewertet wurde. Wenn man diese Angaben meiner Antwort zugrundelegt, dann ist die Antwort richtig. Es ist natürlich denkbar, dass ein solche Entwicklung vom Anfang an gedacht war, wobei es nicht sein muss. Sie haben nicht ausreichend Angaben gemacht. Von einem Unternehmen zu sprechen, wo es sich um eine Kapitalgesellschaft aus den USA geht, ist nicht ausreichend für die Beurteilung des Sachverhalts.

Wenn man aber die jetzt nachgeschobenen Angaben zugrundelegt, dann gilt was anderes. Das ist aber eine andere Frage, zu deren Beantwortung Sie einen anderen Anwalt beauftragen sollten.

Mein Ausgangspunkt für die Antwort ist die Ausgangsfrage, wobei die Nachfrage nur auf meine Antwort bezogen werden kann, nicht so auf Erweiterung des Sachverhalts. So lauten die Regeln.



Mit freundlichen Grüssen

Edin Koca
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 04.11.2011 | 09:36

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"Der Anwalt hat eine Annahme gemacht, die nicht mit der Frage begründet ist. Die konkrete Auskunft war vage und unbrauchbar. Ich habe dem Anwalt ein email geschickt und bin gespannt auf die Antwort."
Stellungnahme vom Anwalt:
Der Fragesteller hat einfach nicht genügend Angaben gemacht. Das hat er erstmal in dieser Email gemacht.
Er sollte die Nachfragefunktion hier nutzen, weil ich nicht verpflichtet bin, auf die Email einzugehen.