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Steuerliche Behandlung KFZ für Freiberufler

11.02.2012 16:57 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Ich möchte als Freiberufler einen gebrauchten PKW für ca. 25.000 € erwerben. Den Anteil der betrieblichen Nutzung kann ich nur schätzen, dürfte aber schon ziemlich sicher über 50% liegen.

Hierzu ein paar Fragen:

1. Es ist mir schlicht zu blöd ein Fahrtenbuch zu führen. Kann ich einfach diese "1%-Regelung" wählen oder muss ich irgendwie nachweisen, wie hoch der private Anteil der Nutzung ist? Steuerlich spielt das ja dann alles erst in der Steuererklärung für VZ 2012 eine Rolle, oder?

2. Hab ich die 1%-Regelung richtig verstanden, dass pro Monat 1% des Neupreises (wären hier 350,00 €) als Gewinn hinzukommen, ich aber im Gegenzug ja die AfA als Betriebsausgabe geltend machen kann? Bei 5 Jahren Nutzung wären das hier ja 5000,- € pro Jahr Betriebsausgaben abzüglich 4200,- € "Gewinn" (1%-Regelung), so dass ich im Ergebnis 800,00 € als Betriebsausgaben verbleiben? Oder spielt hier auch wieder die private Nutzung eine Rolle?

3. Kann ich die Umsatzsteuer aus dem Kaufpreis bei der nächsten Vorsteueranmeldung vollständig geltend machen? Wie wirkt es sich aus, dass ja auch hier eine gewisser Anteil an privater Nutzung vorhanden ist. Müsste ich dann 2013 einen Teil der Umsatzsteuer wieder erstatten?

4. Können alle Reparaturen / Kundendienste vollständig als Betriebsausgaben geltend gemacht werden und jeweils auch hier die volle Umsatzsteuer als Vorsteuer in Abzug gebracht werden?

5. Muss ich den PKW unter der Adresse des Geschäftssitzes zulassen oder kann ich das Auto einfach unter meiner privaten Anschrift anmelden?

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich anhand des von Ihnen geschilderten Sachverhalts beantworten möchte:
1.Seit 1. Januar 2006 besteht die pauschale Berechnungsmethode in Form der 1 % des Bruttolistenpreises pro Monat, die vor allem der Vereinfachung dienen soll, nur noch für Firmenfahrzeuge, die zu mehr als 50 Prozent betrieblich genutzt werden und somit notwendiges Betriebsvermögen sind. Nur dann können Sie die 1 % Methode wählen.Für den Nachweis der betrieblichen Nutzung, der freilich erst im Jahr der Anschaffung 2012 relevant wird, ist keine bestimmte Form vorgeschrieben. Auch formlose Aufzeichnungen über einen repräsentativen zusammenhängenden Zeitraum (i. d. R. 3 Monate) reichen aus, um die überwiegend betriebliche Nutzung glaubhaft zu machen.
2. 1 % des Bruttolistenpreises pro Monat müssen Sie auf jeden Fall als Entnahme versteuern. Die Afa können Sie geltend machen, wenn Sie das Fahrzeug im Betriebsvermögen halten.
3. Ja den Vorsteuerbetrag können Sie,wenn Sie das Fahrzeug dem Betriebsvermögen zuordnen, in voller Höhe in der Voranmeldung angeben. Rein vorsorglich sollten Sie die Rechnung dem Finanzamt übersenden.Die private Nutzung ist in Höhe von 19 Prozent monatlich zu versteuern. Als Bemessungsgrundlage für die Nutzungsentnahme kann nach der Finanzverwaltung aus Vereinfachungsgründen der nach der 1 Prozent-Methode zu ertragsteuerlichen Zwecken ermittelte Wert herangezogen werden. Für Umsatzsteuerzwecke kann aus Vereinfachungsgründen von dem Nutzungswert für die nicht mit Vorsteuern belasteten Kosten ein pauschaler Abschlag von 20 von Hundert vorgenommen werden.
4. Ja, wie oben unter 1. dargestellt. Sämtliche Kosten des Pkws, soweit der Pkw Betriebsvermögen darstellt, sind absetzbar und soweit Sie vorsteuerabzugsberechtigter Unternehmer sind, können Sie auch die Vorsteuer aus den Rechnungen anderer Unternehmen ziehen.
5. Das Auto können Sie auch unter der Privatadresse anmelden; wichtig ist nur, dass Sie das Fahrzeug eindeutig Ihrem Betriebsvermögen zuordnen durch die entsprechende Buchung im Anlagevermögen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Patrick Hermes, Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 11.02.2012 | 18:44

Vielen Dank für die schnelle Antwort.

Kurze Nachfrage zu Ihrem Punkt 3: Sie schreiben "Die private Nutzung ist in Höhe von 19 Prozent monatlich zu versteuern". Wie ist das zu verstehen? Bedeutet das, dass ich zu der monatlichen Entnahme von 350,00 € (1%) monatlich davon noch zusätzlich 19% Umsatzsteuer abführen muss?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 11.02.2012 | 18:56

Ja, auf die 350,-- € müssen Sie noch 19 % Umsatzsteuer abführen.
Über eine positive Bewertung würde ich mich freuen.

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