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Steuerliche Behandlung E-Commerce Amerika - Deutschland

09.10.2019 11:02 |
Preis: 95,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


Guten Morgen liebe Rechtsexperten,

ich habe drei Fragen zum Thema E-Commerce in Deutschland/Amerika. Ich betreibe einen Onlineshop und Blog von Deutschland aus, dessen Zielpublikum in Amerika sitzt.

Mein Geschäftsmodell läuft über Dropshipping, sprich der Händler befindet sich in Amerika, schickt auch an meine Kunden aus Amerika/evtl. auch Kanada und ich befinde mich in Deutschland. Momentan bin ich als Einzelunternehmen in Deutschland angemeldet - hier würde ich auch die Steuern abführen, weil hier ja mein Unternehmenssitz ist - oder? Welchen Steuersatz erhebe ich bei meinen Kunden (die ja in den USA und/oder Kanada sitzen - den vor Ort üblichen?)

Weiterhin frage ich mich, ob es einfacher wäre wenn ich eine LLC in Amerika anmelden würde. Das würde eventuell Sinn machen, da ich ja einen amerikanischen Online-Shop betreibe. Falls ich dies nicht tue, brauche ich eine VAT Nummer? Diese kann man online beantragen, nicht?

Hier noch einmal meine Fragen kurz zusammengefasst:
1. Welchen Steuersatz erhebe ich bei meinen Kunden?
2. Macht es Sinn eine Llc sowie einen Geschäftssitz in Amerika anzumelden?
3. Brauche ich eine VAT Nummer?

Vielen Dank für ein kurzes Feedback dazu!

-- Einsatz geändert am 09.10.2019 15:28:47

Einsatz editiert am 09.10.2019 15:29:18
09.10.2019 | 19:10

Antwort

von


(32)
Sander Wietfeld-Ring 7
33102 Paderborn
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Zum Thema Steuern und Ihren Fragen sollten wir wie folgt klar nach Steuerarten unterscheiden:

1. Einkommensteuer

Sie geben an, dass Sie in Deutschland ein Gewerbe angemeldet haben und als Einzelunternehmer hier auch Ihren Gewinn versteuern. Dies ist grundsätzlich zutreffend, da sich hier der Sitz Ihres Einzelunternehmens befindet.

Zu Ihrer 2. Frage: Wenn Sie eine LLC gründen, gleichwohl aber alles weiterhin von Deutschland aus abwickeln, ändert sich für Sie einkommenssteuerlich nichts. Die LLC hätte zwar formal ihren Satzungssitz in den USA. Wenn sich die Geschäftsleitung de rGesellschaft (Ort der tatsächlichen Leitungsmacht) aber weiter in Deutschland befindet, geht dieser Ort für die steuerliche Ansässigkeit Ihres Unternehmens dann vor, sodass der Gewinn weiter hier zu versteuern wäre.

Eine Veränderung könnte hier dennoch eintreten:

Bei der LLC handelt es sich um eine amerikanische Gesellschaftsform mit einer Vielzahl von Wahlmöglichkeiten hinsichtlich der rechtlichen Ausgestaltung. Dies führt dazu, dass diese aus deutscher steuerlicher Sicht je nach Gesellschaftsvertrag entweder als Personengesellschaft oder aber als Körperschaft angesehen werden kann.

Bei einer Personengesellschaft wären Sie als Gesellschafter weiterhin mit dem Gewinn in Deutschland einkommensteuerpflichtig. Bei einer anzunehmenden Körperschaft würde der Gewinn zunächst der deutschen Körperschaftsteuer unterliegen und erst bei Ausschüttungen an Sie bei Ihnen zusätzlich der Kapitalertragsteuer. Für die konkrete Einordnung ist ein sog. Rechtstypenvergleich durchzuführen.

Rechtlich bekommen Sie durch eine LLC natürlich eine Haftungsbeschränkung auf das Gesellschaftsvermögen!


2. Umsatzsteuer

Ihre Fragen 1 und 3 betreffen die Umsatzsteuer. Klar ist zunächst, dass aus deutscher Sicht der Vorgang nicht im Inland steuerbar ist, weil weder Anfang noch Ende der Warenbeförderung einen Inlandsbezug hat. Gleichwohl könnten Sie deutsche Umsatzsteuererklärungen abgeben, ohne in Deutschland steuerpflichtige Umsätze, und dennoch deutsche Vorsteuer geltend machen (sofern diese aus deutschen Eingangsrechnungen vorliegen), wenn die Umsätze grundsätzlich hier steuerpflichtig wären, wenn sie im Inland ausgeführt würden.

In jedem Fall gilt die US Umsatzsteuer oder Sales Tax, wenn die Ware aus den USA an Kunden in den USA ausgeliefert wird. Hier besteht allerdings ein Fleckenteppich an Mehrwertsteuersätzen, da diese auf Bundesstaatenebene festgelegt werden. Es gibt auch Staaten, ohne Sales Tax. Zudem kann es auch Regionale bzw lokale Steuern geben. Die einzelnen Städte und Gemeinden der Staaten sind berechtigt, ihre eigene lokale Steuer auf die Waren aufzuschlagen und zu vereinnahmen. Auch diese Steuern laufen unter dem Begriff Sales Tax. Es muss sich daher im Einzelfall je nach betroffenem Bundesstaat vor Ort erkundigt werden, ggf bei Ihrem Händler. Hierzu benötigen Sie mit Sicherheit eine VAT-Registrierung und Nummer in den USA (Frage 3).

Die Frage, was bei Auslieferungen aus den USA an Kunden in Kanada erfolgen muss, kann ich Ihnen ehrlicherweise als deutscher Steuerberater/Rechtsanwalt nicht beantworten. Hierzu ist ein US-Steuerberater zu befragen, den Sie ja ggf. auch für die laufende Steuerdeklaration benötigen. Es ist zu vermuten, dass auch hier besondere Versandhandelsregelungen bestehen, wie im deutschen bzw. europäischen Mehrwertsteuerrecht. Ich vermute auch hier, dass es einen Unterschied machen könnte, ob es sich um Lieferungen an Unternehmen (B2B) oder Privatpersonen handelt (B2C).

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nils Hoefer
Rechtsanwalt und Steuerberater


Rechtsanwalt Nils Hoefer

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