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Steuerliche Anerkennung Bestattungskosten

| 14.05.2013 11:30 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Karlheinz Roth


Zusammenfassung: Wann können Beerdigungskosten für nahe Angehörige als außergewöhnliche Belastungen steuerlich geltend gemacht werden ?

Ich habe in der Steuererklärung 2011 Bestattungskosten als außergewöhnliche Belastung steuermindernd aufgeführt in Höhe von rund 3.200 €, die aufgrund des Todes meines Vaters entstanden. Da dies eine reine Standard-Bestattung war - wir waren zerstritten u. hatten keinen Kontakt mehr - liegen die Kosten im unteren Bereich heutiger Kosten für eine solche Angelegenheit. Das Finanzamt spricht nun von "zumutbarer" Belastung und erkennt die Kosten nicht als steuermindernd an, obwohl diese als zwangsläufige mit der Bestattung verbundene Kosten nachgewiesen werden können.

"Beerdigungskosten als außergewöhnliche Belastungen müssen angemessen sein. 
Die Ausgaben eines Steuerpflichtigen für die Beerdigung eines nahen Angehörigen sind nach BFH-Rechtsprechung zwar regelmäßig als außergewöhnliche Belastung zu berücksichtigen, sofern die Beerdigungskosten nicht aus dem Nachlass bestritten werden können. Allerdings erwachsen einem nahen Angehörigen dabei nur solche Beerdigungskosten zwangsläufig i.S.d. § 33 Abs.2 EStG, die unmittelbar mit der eigentlichen Bestattung zusammenhängen. Sind Beerdigungskosten dem Grunde nach zwangsläufig, so können Sie im Rahmen der Einkommensteuererklärung als außergewöhnliche Belastungen nur insoweit geltend gemacht werden, als sie den Umständen nach notwendig sind und einen angemessenen Betrag nicht übersteigen. Insgesamt ist die Angemessenheit aber unabhängig von den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen des Steuerpflichtigen zu beurteilen."

Dem letzten Satz des vorangegangenen Textes nach dürfte das FA somit nicht auf eine zumutbare Belastung plädieren.

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf der Grundlage der von Ihnen gemachten Angaben wie folgt beantworte.
Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen, so dass die Beratung innerhalb dieses Forums lediglich eine erste rechtliche Orientierung in der Sache darstellt und keinesfalls den Gang zu einem Kollegen vor Ort ersetzen kann.

Dies vorausgeschickt wird das Folgende ausgeführt:


Nach § 33 Absatz 1 EStG wird die Einkommensteuer ermäßigt, wenn einem Steuerpflichtigen zwangsläufig größere Aufwendungen als der überwiegenden Mehrzahl der Steuerpflichtigen gleicher Einkommens- und Vermögensverhältnisse erwachsen.
Die Aufwendungen erwachsen einem Steuerpflichtigen zwangsläufig, wenn er sich ihnen aus rechtlichen, tatsächlichen oder sittlichen Gründen nicht entziehen kann und soweit sie den Umständen nach notwendig sind und einen angemessen Betrag nicht übersteigen, § 33 Absatz 2 Satz 1 EStG.

"Nach der Rspr. des BFH sind die Ausgaben eines Steuerpflichtigen für die Beerdigung eines nahen Angehörigen regelmäßig als außergewöhnliche Belastung zu berücksichtigen, sofern die Aufwendungen nicht aus dem Nachlass bestritten werden können oder durch sonstige einem Steuerpflichtigen im Zusammenhang mit dem Tod des Angehörigen zugeflossene Geldleistungen gedeckt sind.
Einem nahen Angehörigen erwachsen dabei nur solche Bestattungskosten zwangsläufig iSd § 33 Absatz 2 EStG, die unmittelbar mit der eigentlichen Beerdigung zusammenhängen." (vgl. FG Köln, Urt.v. 29.09.2010 - 12 K 784/09).

"Sind die Aufwendungen dem Grunde nach zwangsläufig, so kommt ein Abzug als außergewöhnliche Belastungen nur insoweit in Betracht, als sie auch der Art und der Höhe nach zwangsläufig, nämlich den Umständen nach notwendig sind und einen angemessenen Betrag nicht übersteigen. Die Frage der Notwendigkeit ist dabei unter Berücksichtigung der Umstände des Falles zu beurteilen" (vgl. FG Köln, Urt.v. 29.09.2010 - 12 K 784/09).

"§ 33 EStG soll nur der Minderung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit durch existenziell notwendige und unvermeidbare private Aufwendungen Rechnung tragen, die sonst nicht abziehbar wären. Zu berücksichtigen sind deshalb nur übliche, auf eine bescheidene Lebensführung zugeschnittene Aufwendungen. Welche Aufwendungen der Höhe nach angemessen sind, bestimmt sich zwar nach den Besonderheiten des Einzelfalls - vor allem auch danach, aus welchem Grunde die Aufwendungen erwachsen sind -, jedoch losgelöst von den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen des Steuerpflichtigen nach objektiven Merkmalen" (vgl. BFH-Urteil vom 04.07.2002, III R 58/98, BStBl II 2002, 765; FG Köln, Urt.v. 29.09.2010 - 12 K 784/09).

Beerdigungskosten iHv EUR 3.200 sind als angemessen anzusehen, so dass die Begründung des FA nicht nachvollziehbar ist.

Sie sollten daher einen Kollegen mit der Wahrnehmung Ihrer Interessen beauftragen.


Ich hoffe, dass ich Ihnen in der Sache weiterhelfen konnte.
Für eine kostenlose Rückfrage stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Sollten Sie eine darüber hinausgehende Vertretung in Erwägung ziehen, empfehle ich Ihnen eine Kontaktaufnahme über die unten mitgeteilte E-Mail-Adresse.




Mit freundlichen Grüßen
K. Roth
- Rechtsanwalt und zertifizierter Testamentsvollstrecker -

Rechtsanwaltskanzlei K. Roth
info@kanzlei-roth.de
www.kanzlei-roth.de
http://www.kanzlei-roth.de/kontakt.php
Tel. 040/317 97 380
Fax: 040/31 27 84
Johannisbollwerk 20
20459 Hamburg

Nachfrage vom Fragesteller 14.05.2013 | 16:30

Vielen Dank für Ihre Antwort, die sehr hilfreich für mich war. Wenn ich Sie richtig interpretiere kann das Finanzamt sich hier der Anerkennung der doch recht niedrigen unmittelbaren Kosten nicht mit dem Argument der Zumutbarkeit entziehen?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 14.05.2013 | 16:41

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihren Nachtrag.

Ganz genau. Hier wäre gegen das FA zu argumentieren. Ich rege an, dass Sie sich hierbei durch einen Kollegen vertreten lassen.


Mit freundlichen Grüßen
RA K. Roth

Bewertung des Fragestellers 14.05.2013 | 16:49

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