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Steuerliche Absetzung sehr hoher Reisekosten

| 12.03.2021 21:44 |
Preis: 48,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Guten Tag,

die Städte A, B und C sind jeweils rund 450 Kilometer voneinander entfernt.
Ich bin in Stadt A aufgewachsen, 30 Kilometer von dort entfernt wohnen auch meine Eltern.
In Stadt B habe ich sieben Jahre studiert.
Nach dem Studium, im August 2020, habe ich in Stadt C einen Job angenommen und bin dort im Oktober 2020 hingezogen.
Die Stelle in Stadt C habe ich im Februar diesen Jahres verloren und einen neuen Job in Stadt A angenommen.
Arbeitsort ist laut Arbeitsvertrag Stadt A, mein Chef erlaubt mir aus dem Homeoffice zu arbeiten und nur etwa alle zwei Wochen drei Tage in Stadt A vor Ort zu sein.
Für diese Tage fahre ich Sonntag zu meinen Eltern, von dort täglich zur Arbeitsstelle und am Mittwoch abends zurück.
Alle Fahrten finden mit öffentlichen Verkehrsmitteln statt.

Den Zustand, wohnhaft in Stadt C zu sein, würde ich gerne für die nächsten Jahre beibehalten.
Dies aus persönlichen, aber nicht einfach nachvollziehbaren Gründen.
Zum Beispiel sind dies der gerade erst erfolgte Umzug, sehr hohe Mietpreise in Stadt A und gewisse Anforderungen meiner Eltern in Hinblick auf Lebenswandel und Aktivitäten.
Durch Corona bestehen an Ort C keine besonderen Bindungen, was sich mittelfristig ändern würde.
An Ort A besteht aber inzwischen auch nur noch Verbindung durch meine Eltern dort.

Welche Kosten der nächsten Wochen, aber auch langfristig, könnten in meinem Fall tatsächlich oder pauschal von der Steuer abgesetzt werden?

Vielen Dank im Voraus und mit freundlichen Grüßen
T

12.03.2021 | 22:40

Antwort

von


(367)
Alte Schmelze 16
65201 Wiesbaden
Tel: 0611-13753371
Web: http://deutschland-schulden.de
E-Mail:

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

bei der von Ihnen beschriebenen Tätigkeit im Homeoffice und einer Arbeitszeit von weniger als einem Drittel an der ersten Tätigkeitsstätte können Sie die jeweiligen Fahrkosten nach § 9 Absatz 1 Nr. 4 Einkommenssteuergesetz voll mit der Pauschale von 0,30 € bzw. 0,35 € ab dem 21sten Kilometer absetzen.

§ 9 Werbungskosten
(1) Werbungskosten sind Aufwendungen zur Erwerbung, Sicherung und Erhaltung der Einnahmen. Sie sind bei der Einkunftsart abzuziehen, bei der sie erwachsen sind. Werbungskosten sind auch
1. Schuldzinsen und auf besonderen Verpflichtungsgründen beruhende Renten und dauernde Lasten, soweit sie mit einer Einkunftsart in wirtschaftlichem Zusammenhang stehen. Bei Leibrenten kann nur der Anteil abgezogen werden, der sich nach § 22 Nummer 1 Satz 3 Buchstabe a Doppelbuchstabe bb ergibt;
2. Steuern vom Grundbesitz, sonstige öffentliche Abgaben und Versicherungsbeiträge, soweit solche Ausgaben sich auf Gebäude oder auf Gegenstände beziehen, die dem Steuerpflichtigen zur Einnahmeerzielung dienen;
3. Beiträge zu Berufsständen und sonstigen Berufsverbänden, deren Zweck nicht auf einen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb gerichtet ist;
4. Aufwendungen des Arbeitnehmers
Aufwendungen des Arbeitnehmers für die Wege zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte im Sinne des Absatzes 4. Zur Abgeltung dieser Aufwendungen ist für jeden Arbeitstag, an dem der Arbeitnehmer die erste Tätigkeitsstätte aufsucht eine Entfernungspauschale für jeden vollen Kilometer der Entfernung zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte von 0,30 Euro anzusetzen, höchstens jedoch 4 500 Euro im Kalenderjahr; ein höherer Betrag als 4 500 Euro ist anzusetzen, soweit der Arbeitnehmer einen eigenen oder ihm zur Nutzung überlassenen Kraftwagen benutzt. Die Entfernungspauschale gilt nicht für Flugstrecken und Strecken mit steuerfreier Sammelbeförderung nach § 3 Nummer 32. Für die Bestimmung der Entfernung ist die kürzeste Straßenverbindung zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte maßgebend; eine andere als die kürzeste Straßenverbindung kann zugrunde gelegt werden, wenn diese offensichtlich verkehrsgünstiger ist und vom Arbeitnehmer regelmäßig für die Wege zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte benutzt wird. Nach § 8 Absatz 2 Satz 11 oder Absatz 3 steuerfreie Sachbezüge für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte mindern den nach Satz 2 abziehbaren Betrag; ist der Arbeitgeber selbst der Verkehrsträger, ist der Preis anzusetzen, den ein dritter Arbeitgeber an den Verkehrsträger zu entrichten hätte. Hat ein Arbeitnehmer mehrere Wohnungen, so sind die Wege von einer Wohnung, die nicht der ersten Tätigkeitsstätte am nächsten liegt, nur zu berücksichtigen, wenn sie den Mittelpunkt der Lebensinteressen des Arbeitnehmers bildet und nicht nur gelegentlich aufgesucht wird. Nach § 3 Nummer 37 steuerfreie Sachbezüge mindern den nach Satz 2 abziehbaren Betrag nicht; § 3c Absatz 1 ist nicht anzuwenden. Zur Abgeltung der Aufwendungen im Sinne des Satzes 1 ist für die Veranlagungszeiträume 2021 bis 2026 abweichend von Satz 2 für jeden Arbeitstag, an dem der Arbeitnehmer die erste Tätigkeitsstätte aufsucht, eine Entfernungspauschale für jeden vollen Kilometer der ersten 20 Kilometer der Entfernung zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte von 0,30 Euro und für jeden weiteren vollen Kilometer
a) von 0,35 Euro für 2021 bis 2023,
b) von 0,38 Euro für 2024 bis 2026
anzusetzen, höchstens 4 500 Euro im Kalenderjahr; ein höherer Betrag als 4 500 Euro ist anzusetzen, soweit der Arbeitnehmer einen eigenen oder ihm zur Nutzung überlassenen Kraftwagen benutzt.


Da Sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen sind die Kosten mit 4.500 € gedeckelt, eine höhere Summe wäre nur absetzbar, wenn Sie diese auch durch Belege (Ticketkäufe) nachweisen können, nur bei Fahrten mit dem Pkw wird dieser Nachweis nicht gefordert. Überschlägig dürfte die Pauschale aber grade so hinkommen. Je Aufenthalt wären es aktuell 20 x 0,30 € + 430 x 0,35 € = 156,50 €. Aktuell ist zudem unter dem Aktenzeichen VI R 50/18 ein Verfahren vor dem Bundesfinanzhof anhängig nach welchem die Deckelung der Pauschale bei der Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln nicht mehr gelten soll. Der Ausgang ist noch offen und könnte für Sie dann interessant werden, wenn Sie deutlich öfter als 30mal im Jahr fahren sollten.

Da die Übereinstimmung von Wohnort der Eltern und Arbeitsstätte Zufall sein dürfte gehe ich nicht davon aus, dass das Finanzamt Ihnen hier eine private Veranlassung unterstellt, in jedem Fall sollten Sie klarstellen, dass die Stadt C Ihren Lebensmittelpunkt darstellt, dafür reichen in der Regel die Meldung als Erstwohnsitz und der Nachweis der Aufenthaltsdauer (ggf. durch die Fahrkarten) nach. Es wäre hier auch nach allgemeiner Lebenserfahrung unlogisch 450 km weit weg zu ziehen und eine Wohnung zu unterhalten nur um ein paar Fahrkosten abzusetzen.

Ich hoffe damit Ihre Frage zufriedenstellend beantwortet zu haben und wünsche Ihnen noch ein schönes Wochenende.

Mit freundlichen Grüßen,
RA Fabian Fricke







Bewertung des Fragestellers 15.03.2021 | 22:12

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