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Steuerklassenwahl bei Elterngeldbezug

| 04.09.2008 09:06 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Dr. Corina Seiter


Hallo,

ich habe eine Frage zur Optimierung der Steuerklassen bei Bezug von Elterngeld.

Hier der Sachverhalt:

Wir wohnen in Hamburg.
Unser Sohn wurde am 13.08.2008 in Hamburg geboren. (10 Wochen zu früh)
Meine Frau verdiente vor dem Mutterschutz (also bis Ende Juli 2008) 3500 Euro Brutto.
Ich verdiene zur zeit 3100 Euro Brutto (seit Juni) - vorher 2800 Euro Brutto.
Derzeit sind wir noch beide in Steuerklasse IV (beide nicht-Selbständig, keine Beamten, keine sonstigen Bezüge).

Meine Frau möchte bis zum 13.Februar nächsten Jahres Elternzeit nehmen - danach tritt sie eine neue Stelle mit 3600 € Brutto an.
Ich würde zu diesem Zeitpunkt in Elternzeit gehen und den vollen Zeitraum bis zum 13.10.2008 ausnutzen - danach wieder mit 3100 Euro Brutto in den Job zurückkehren.

Meine Frage:

Ist es sinnvoll, wenn wir für das nächste Jahr unsere Steuerklassen zu III (für meine Frau) und IV (für mich wechseln), weil ich ja 8 Monate das Elterngeld nicht versteuern muss? Ich verstehe leider das Thema 'Progression' nicht und kann daher nicht absehen, ob wir dann am Ende nicht doch schlechter darstehen.

Für eine Antwort wären wir sehr dankbar :-)


Sehr geehrter Fragender,

auf Basis der von Ihnen gemachten Angaben lässt sich im Rahmen einer allgemeinen Erstberatung folgende Aussage treffen:

Grds. besteht für den weiterhin nichtselbständig beschäftigten Ehegattenie für die Zeit, in der der eine Ehegatte Elterngeld bezieht und ggf. somit keine lohnsteuerpflichtigen Einkünfte bezieht, die Möglichkeit des Steuerklassenwechsels hin zur Steuerklasse III. Die Folge davon wird sein, dass sich grds. für diese Zeit ein höheres mtl. Nettoentgelt im Rahmen der nunmehr nach Steuerklasse III zu versteuernden Einkünfte ergeben wird. Gleichwohl droht jedoch möglicherweise im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung für das gesamte Kalenderjahr (es besteht die Pflicht zur Abgabe der Einkommensteuererklärung) eine Steuernachzahlung. Insbesondere deshalb, da der Bezug von Elterngeld zwar steuerfrei ist, jedoch im Rahmen des - bereits von Ihnen erwähnten - Progressionsvorbehaltes den auf das (nunmehr im Verleich zu der Zeit vor Bezug des Elterngeldes) geringere gemeinsame zu versteuernde Einkommen der Ehegatten anzuwendenen Steuersatz erhöht.

Grds. lässt sich daher sagen, dass sich ein Steuerklassenwechsel vor allem nur auf die Zeiträume innerhalb eines Kalenderjahres (mtl. Auszahlungsbeträge/Nettoentgelder) auswirkt, für die für das gesamte Kalenderjahr festzusetzende Einkommensteuer hat dieses jedoch keine Relevanz. Es besteht daher für Sie in erster Linie ein Steuerstundungseffekt (während des Jahres) - endgültig abgerechnet wird jedoch stets am Ende des Jahres (im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung auf Basis der Einkommensteuererklärung).

Ich hoffe, Ihnen hiermit weitergeholfen zu haben.

Mit freundlichem Gruß,

Dr. Corina Seiter

Nachfrage vom Fragesteller 04.09.2008 | 10:54

Sehr geehrte Frau Seiter,

vielen Dank für die schnelle Beantwortung meiner Frage.
Verstehe ich Ihre Antwort richtig, dass es auf das gesammte Jahr gesehen am Ende eigentlich keinen Unterschied macht, welche Steuerklasse wir wählen und sich die Steuerklasse nur auf die Ausazhlung des Nettogehalts auswirkt? Würde das bedeuten, dass bei einer Änderung der Steuerklasse zu III/IV am Ende des Jahres (mit dem Steuerbescheid) eine Nachzahlung anstehen würde?

Mit freundlichen Grüßen


Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 04.09.2008 | 17:04

Sehr geehrter Fragender,

ja, das ist richtig. Am Ende des Jahres wird abgerechnet, d. h. die Steuerklassenwahl hat keinen Einfluss auf die Höhe der letztendlich festzusetzenden Einkommensteuer. Die Wahl der Steuerklasse beeinflusst lediglich im Laufe des Jahres die Höhe der abzuführenden Lohnsteuer und somit die Höhe Ihres Nettoverdienstes.

Sofern Sie also Ihre Steuerklassenwahl von IV/IV auf III/V ändern, ist es - je nachdem, was sich am Ende tatsächlich für ein gemeinsames zu versteuerndes Einkommen bei Ihnen ergibt - möglich, dass eine Nachzahlung entstehen kann.

Für eine nähere Prognose sind jedoch (möglichst) detaillierte Angaben über Ihre zu erwartenden Gesamteinkünfte, etwaige Sonderausgaben, etc. erforderlich. Eine solche Vorschaurechnung ist jedoch nicht im Rahmen dieser Erstberatung möglich. Bei Bedarf stehe ich Ihnen hierfür selbstverständlich gerne zur Verfügung und bitte Sie für diesen Fall über mein Büro mit mir Kontakt aufzunehmen.

Mit freundlichem Gruß,

Dr. Corina Seiter

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