Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Steuerklassen Zuteilung wenn Ehefrau ins Ausland zieht

| 19.10.2020 19:41 |
Preis: 50,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Elisabeth v. Dorrien


Hallo zusammen,

mein Mann und ich wohnen und arbeiten derzeit beide in Deutschland. Er ist angestellt und ich selbständig. Nun überlege ich mein Gewerbe nach Dänemark zu verlagern und dann auch mein Einkommen da zu versteuern. Aktuell ist er in Steuerklasse 3 und ich in 5. Wenn ich mein Einkommen ab sofort jedoch dort versteuere, muss er dann in eine andere Steuerklasse wechseln? Wenn ja, welche? und verfällt der Steuervorteil dann?

Vielen lieben Dank!

Einsatz editiert am 20.10.2020 10:25:15

Sehr geehrte Fragestellerin,

ich muss Ihnen leider sagen, dass Ihre Fragestellung nicht ganz eindeutig ist.

Sofern Sie nur Ihr Gewerbe nach Dänemark verlegen wollen und ansonsten in Deutschland gemeinsam mit Ihrem Ehemann wohnen bleiben, ergibt sich daraus nichts Spezielles.

Wenn ich Sie nach der Überschrift Ihrer Frage aber richtig verstehe, wollen Sie selbst nach Dänemark ziehen, um von dort Ihr Gewerbe auszuüben. Dann stellt sich aber grundsätzlich die Frage, wie Sie dem Finanzamt gegenüber deutlich machen wollen, dass Sie nicht von Ihrem Ehemann getrennt leben, was grundsätzlich Voraussetzung für eine Zusammenveranlagung der Eheleute ist.

Das hat mit den Steuerklassen erst einmal nichts zu tun, denn die haben nur Einfluss darauf, bei wem wieviel Lohnsteuer vom Arbeitslohn abgezogen wird, so dass sich die Steuerbelastung günstig auf beide Eheleute verteilt,, wenn beide Eheleute sehr unterschiedlich verdienen.

Grundsätzlich gilt aber, dass auch dann eine Zusammenveranlagung möglich ist, wenn ein Ehepartner im EU Ausland lebt:

"Seit der Neufassung des § 1a Abs. 1 EStG 2002 durch das JStG 2008 können unbeschränkt einkommensteuerpflichtige Staatsangehörige der Europäischen Union bzw. des Europäischen Wirtschaftsraums die Zusammenveranlagung mit ihrem im EU/EWR-Ausland lebenden Ehegatten auch dann beanspruchen, wenn die gemeinsamen Einkünfte der Ehegatten zu weniger als 90% der deutschen Einkommensteuer unterliegen oder die ausländischen Einkünfte der Ehegatten den doppelten Grundfreibetrag übersteigen" (BFH, Urteil vom 8. September 2010 – I R 28/10), siehe hier:

https://www.rechtslupe.de/steuerrecht/einkommensteuer/einkommensteuer-privat/der-ehegatte-im-eu-ausland-324729

Siehe auch:

https://www.haufe.de/personal/haufe-personal-office-platin/steuerklassen-232-ehe-lebenspartner-lebt-im-eu-ausland_idesk_PI42323_HI4734069.html

Im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion können Sie mir gerne Ihre Frage noch konkretisieren, damit ich einschätzen kann, worum es Ihnen genau geht.

Vorerst verbleibe ich mit freundlichen Grüßen!

Elisabeth v. Dorrien
Rechtsanwältin

Rückfrage vom Fragesteller 20.10.2020 | 12:58

Liebe Frau v. Dorrien,

vielen lieben Dank für die Antwort.

Mir gehts konkret darum, dass ich in Dänemark mein Gewerbe anmelden und dort versteuern möchte.
Sprich in dem Fall werden wir vermutlich nicht mehr zusammen veranlagt, da ich dann vom ihm losgelöst in Dänemark mein Gewerbe anmelde, versteuere und nach deren Gesetz verdiene.
Unabhängig davon ob ich hier meinen Wohnsitz behalte oder mich dort melde
(das ist noch nicht ganz entschieden).

Wenn wir das zu Januar 2021 ändern, müssten wir dann entsprechend in Deutschland seine Steuerklasse ändern und welche wäre das?

Lieben Dank!

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 20.10.2020 | 13:26

Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre freundliche Rückmeldung!

Lassen Sie mich folgendes klarstellen: Ihre Idee, Ihr Gewerbe nach Dänemark zu verlegen, um es nur dort versteuern zu lassen, und gleichzeitig in Deutschland wohnen zu bleiben, wird so nicht funktionieren.

Gemäß Artikel 4 Absatz 2 des DBA Deutschland-Dänemark werden Sie nach Ihrem steuerlichen Wohnsitz besteuert, und das ist Deutschland, solange Sie hier eine Wohnung unterhalten und mit Ihrem Mann zusammen leben. Daran ändert die Verlagerung Ihres Gewerbes nach Dänemark erst einmal nichts. Wie Ihre Gewinne aus Ihrer nach Dänemark verlagerten Betriebsstätte dann zu bewerten und zu versteuern sind, ergibt sich aus dem DBA , siehe folgenden Link:

https://doppelbesteuerung.eu/normen-dba/danemark/

Ich empfehle Ihnen aber, unbedingt einen Steuerberater zu konsultieren. An einer Zusammenveranlagung mit Ihrem Ehemann ändert Ihr Plan erst einmal nichts, und inwieweit sich das auf die Lohnsteuerklassen auswirkt, ist im Rahmen dieser Online-Beratung nicht abschließend festzustellen. Das müssen Sie durch einen Steuerberater bewerten lassen, denn Sie wollen ja selbständig tätig werden.

Wenn Sie weiterhin die Vergünstigungen des Ehegattensplittings in Anspruch nehmen wollen, so sollten Sie die Zusammenveranlagung durchführen. Ihre Einkünfte aus Dänemark werden dann im Rahmen des Progressionsvorbehalt bei Ihrer deutschen Einkommensteuererklärung miteinbezogen. Das Ganze ist aber sehr komplex und erfordert eine ausführliche steuerliche Beratung.

Nochmals freundliche Grüße!

EvD

Bewertung des Fragestellers 22.10.2020 | 09:30

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Super schnelle und kompetente Antwort! Vielen lieben Dank dafür!"
Stellungnahme vom Anwalt:
Ich danke Ihnen für Ihre freundliche Bewertung!