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Steuerklasse bei Heirat meiner EU-Partnerin, lebt im Ausland. / Zusammenveranlagung?

24.04.2016 18:16 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


Zusammenfassung:

Eine gemeinsame Veranlagung unter Ehegatten setzt nicht nur eine Heirat voraus, sondern auch den Tatsbestand, daß beide Ehegatten nicht dauerhaft getrennt wohnen. Bei einer Eheschließung mit einem im Ausland lebenden Partners sollte daher möglichst schnell ein gemeinsamer Hausstand gegründet werden.

Sehr geehrte Damen und Herren,

folgender konkreter Sachverhalt:

Ich habe meine litauische Frau am 23.12.2015 in Litauen geheirat. Sie lebt derzeit auch immer noch in Litauen und wird erst dieses Jahr zu mir nach Deutschland ziehen. Wir besuchen uns gegenseitig alle 4 Woche (wobei meistens ich nach Litauen fliege). Die Ehe ist in Deutschland eingetragen. Ich bin in Deutschland Arbeitnehmer, sie in Litauen (ihre Einkünfte ca. 6500€ in 2015).

Kann ich für die Steuererklärung für das Jahr 2015 in Steuerklasse 3 wechseln bzw. kann für das gesamte Jahr 2015 Steuerklasse 3 rückwirkend geltend gemacht werden? Da ich deutlich mehr verdiene als sie, wäre das ganz schön. Leider weiß ich nicht ob das geht und ob meine Frau dann konkrete Schritte in Litauen oder Deutschland unternehmen muss?

Zwecks Steuererklärung 2015:

Können wir gemeinsam veranlagt werden? Wenn ja, was wären die Vor- bzw. Nachteile und welche Schritte müssten hierfür unternommen werden?

Ich danke recht herzlich.

Beste Grüße

-- Einsatz geändert am 24.04.2016 18:46:51

24.04.2016 | 22:44

Antwort

von


(200)
Schevenstr. 1 a
01326 Dresden & Köln
Tel: 0351 65 888 350
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Sehr geehrter Ratsuchender,

nach § 26 EStG: Veranlagung von Ehegatten des Einkommenssteuergesetzes müssen für die Zusammenveranlagung mehrere Voraussetzungen vorliegen, nicht nur die Ehe selber!

Im dem ersten Veranlagungsjahr muss zu Anfang u.a. die Voraussetzung einer Ehe vorliegen, was bei Ihnen für 2015 noch der Fall wäre.

Aber der Wortlaut aus § 26 EStG: Veranlagung von Ehegatten setzt noch mehr voraus:

(1) Ehegatten können zwischen der Einzelveranlagung (§ 26a) und der Zusammenveranlagung (§ 26b) wählen, wenn

1. beide unbeschränkt einkommensteuerpflichtig im Sinne des § 1 Absatz 1 oder 2 oder des § 1a sind,
2. sie nicht dauernd getrennt leben und
3. bei ihnen die Voraussetzungen aus den Nummern 1 und 2 zu Beginn des Veranlagungszeitraums vorgelegen haben oder im Laufe des Veranlagungszeitraums eingetreten sind.

Sie leben dauerhaft getrennt, was die Finanzverwaltung für das Jahr 2015 bezüglich der gemeinsamen Veranlagung also nicht anerkennen würde.

Eine gemeinsame Veranlagung oder gar ein Steuerklassenwechsel scheiden nach meiner Einschätzung Ihrer Schilderungen daher leider aus.

Mit freundlichen Grüßen

Fricke
RA und Dipl. Kfm.


Rückfrage vom Fragesteller 24.04.2016 | 22:57

Sehr geehrter Herr Fricke,

vielen Dank für Ihre Antwort.

Nach meiner Recherche und meinem laien Verständnis habe ich gedacht, dass der juristische Begriff "nicht dauernd getrennt leben" sich allein auf die Scheidung bezieht bzw. dadrauf das die Ehe nicht fortgeführt werden soll, was bei uns ja definitiv nicht der Fall ist. Bei uns ist ja sozusagen der Beruf maßgeblich für die räumliche Trennung.. spricht man in diesem Fall trotzdem von dauernd getrennt lebend, so dass eine Zusammenveranlagung nicht möglich ist? Einen gemeinsamen Lebensmittelpunkt hatten wir allerdings auch (noch) nicht.. Wobei sie im Juli nach Deutschland ziehen wird..

Vielleicht mögen Sie da nochmal nachschauen.

Für die Beantwortung meiner Nachfrage danke ich Ihnen im Voraus recht herzlich.

Beste Grüße

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 25.04.2016 | 00:34

Sehr geehrter Ratsuchender,

in den meisten Fällen ist diese Voraussetzung aus dem Scheidungsrecht bekannt. Aber Sie sprachen schon die Besonderheit Ihres Falles an. Sie haben noch nie zuvor zusammen gelebt.

"Nicht dauernd getrennt lebend" wird von der Finanzverwaltung auch so gedeutet, daß es zuvor eine Zeit des gemeinsamen Lebens gegeben hat. Sie können den Antrag auf gemeinsame Veranlagung bei der Finanzverwaltung stellen und eine andere Auffassung vertreten, da sie vom Wortlaut des Gesetzes durch Auslegung als gedeckt sein kann.

In den mir bekannten Fällen ist dies aber nicht anerkannt worden, so daß Sie dann ein aufwendiges Einspruchsverfahren gegen das FA führen müssten.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg, eine gute Argumentation und natürlich eine schnelle gemeinsame Zeit mit Ihrer Frau in Deutschland.

Mit freundlichen Grüßen

Fricke
RA und Dipl. Kfm.

ANTWORT VON

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