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Steuerklasse bei Eheschließung und Zuzug aus dem Ausland

| 27.05.2014 01:13 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Falk-Christian Barzik, Diplom-Finanzwirt (FH)


Zusammenfassung: Zusammenveranlagung von Ehegatten, wenn einer der Ehegatten Ausländer ohne Wohnsitz in Deutschland ist

Sehr geehrte Damen und Herren,

Im Dezember 2013 habe ich geheiratet, nun stellt sich die Frage, ob wir eine Zusammenveranlagung (Steuerklassen III und V) für 2013 wählen dürfen.

Wir sind beide nicht-EU-Bürger. Ich lebe schon länger in Deutschland und habe bislang mein Einkommen hier wie üblich in der Lohnsteuerklasse I versteuert. Meine Frau war 2013 nur insgesamt ca 20 Tage in Deutschland, hatte hier kein Einkommen und war nicht angemeldet. Sie wohnte jedoch in unserer gemeinsamen Wohnung wenn sie hier zu Besuch war. 2014 ist sie endgültig nach Deutschland umgezogen.

Gibt es in dieser Situation einer Möglichkeit der Zusammenveranlagung für 2013?

Vielen Dank im Voraus,

MfG,

G

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Ob eine Zusammenveranlagung möglich ist, richtet sich nach § 26 EStG. Demnach ist eine Zusammenveranlagung nur möglich, wenn beide Ehegatten im Inland unbeschränkt steuerpflichtig sind.

Gemäß § 1 Abs. 1 EStG sind jedoch nur natürliche Person unbeschränkt steuerpflichtig, die im deutschen Inland ihren Wohnsitz (§ 8 AO) oder gewöhnlichen Aufenthalt (§ 9 AO) haben.
Gem. § 8 AO hat jemand einen Wohnsitz dort, wo er eine Wohnung unter Umständen innehat, die (objektiv) darauf schließen lassen, dass er die Wohnung nicht nur vorübergehend beibehalten und benutzen wird; es darf sich nicht nur um ein bloßes Aufenthaltnehmen, z. B. zu Erholungs- oder Besuchszwecken handeln. Auf die subjektive Einschätzung als Wohnung kommt es nicht an (Blümich, Komm. zurm EStG § 1 EStG Rz. 145ff).
Ein gewöhnlicher Aufenthalt hat nach § 9 AO jemand dort, wo er sich unter Umständen aufhält, die erkennen lassen, dass er an diesem Ort oder in diesem Gebiet nicht nur vorübergehend verweilt.

Aufgrund des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes ist die Begründung des Wohnortes oder des gewöhnlichen Aufenthaltes im Inland durch Ihre Frau vor 2014 zu verneinen. Damit ist Ihre Frau in 2013 zu keinem Zeitpunkt unbeschränkt steuerpflichtig, so dass die Zusammenveranlagung nicht möglich ist.

Auch scheitert eine Beantragung als unbeschränkt steuerpflichtig behandelt zu werden nach § 1 III EStG. Letzteres wäre grundsätzlich möglich, wenn Ihre Frau ihre Einkünfte zu 90% in Deutschland erzielen würde oder die im Ausland erzielten Einkünfte Ihrer Frau unter 8355 € liegen würden. .


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Abschließend möchte ich Sie darauf hinweisen, dass es sich bei dieser Antwort, basierend auf Ihren Angaben, lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes handelt. Diese kann eine umfassende Begutachtung nicht ersetzen. Durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen kann die rechtliche Beurteilung völlig anders ausfallen.

Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 27.05.2014 | 22:45

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