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Steuerkanzlei berechnet Erbschaftssteuer faslch

08.02.2019 12:48 |
Preis: 35,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von


Zusammenfassung: Ein Steuerberater haftet dem Mandanten dann, wenn sein Fehler ursächlich für einen Vermögensschaden des Mandanten war. Wenn sich der Fehler hingegen im Ergebnis nicht negativ auswirkt gibt es keinen Schadenersatz. Eine Minderung des Honorars für eine bloße Schlechtleistung dagegen gibt es nicht.

Hallo zusammen,

folgender Sachverhalt stellt sich dar:

In einem Testament (notarielles Testament) von Herrn XY wurden meine Eltern als alleinige Erben benannt, zusätzlich wurden Sie mit einem Vermächtnis zu meinen Gunsten beschwert. Das Vermächtnis beinhaltet das beim Tod des Erblassers vorhandene Geldvermögen zuzüglich etwaiger Sterbegeldbeträge und abzüglich der Sterbefallkosten sowie etwa vorhandene Wertpapiere.

Das Erbe besteht aus dem Geldvermögen und Wertpapieren i.H. von ca. 55 TEUR. Immobilien, Sachanalgen etc. sind nicht vorhanden.
Weiterhin sind noch Verbindlichkeiten in Form von offenen Rechnungen i.H. von ca. 6 TEUR vorhanden. Diese beinhalten auch die Kosten des Bestatters i.H. von ca. 4 TEUR.

Die Steuerkanzlei hat nun folgende Rechnung aufgestellt (vereinfacht dargestellt):

Vermächtnis 55 TEUR

Erbschaftssteuerfreibetrag 20 TEUR (Nicht verwandte Erben)
Beerdigungskosten 10,3 TEUR (pauschale)
Sonstige Kosten 2 TEUR (darin enthalten 1 TEUR f. Steuerberater)

Berechnete Steuerlast 6,8 TEUR (30 % Erbschaftssteuer)

>Tatsächlich wurde aber vom Fianzamt die Pauschale f. die Beerdigungskosten nicht anerkannt, da diese nur dem Erben zustehen und nicht dem Vermächtnisempfänger.

Somit fiel eine tatsächliche Erbschaftssteuer von 9,9 TEUR an

>Hätte ich jetzt keinen Steuerberater beauftragt, hätte ich mir 1 TEUR gespart und einfach gewartet bis ich vom Fianzamt einen Bescheid bekomme. Das Fianzamt hatte ja alle Inforamtionen von der Bank und dem Notar.

Kann ich nun irgendwwelche Ansprüche gegen den Steuerberater geltend machen? Schließlich hätte er doch wissen müssen das man die Pauschale nicht beim Vermächtnisempfänger ansetzen kann und somit ergibt sich doch eine negative Kosten Nutzen Rechnung.

Vielen Dank im Voraus!



08.02.2019 | 14:47

Antwort

von


(209)
Bosestraße 9
08056 Zwickau
Tel: 0375/35313120
Web: http://www.ra-lars-winkler.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Lassen Sie mich Ihre Anfrage wie folgt beantworten:

Sie werden hier keinen Schadenersatz vom Steuerberater fordern können.

Gemäß § 280 BGB haftet der Steuerberater dem Mandanten dann, wenn er einen Vermögensschaden im Rechtssinne verursacht hätte. Von einem Schaden spricht man dann, wenn ein Fehler des Steuerberaters ursächlich dafür war, dass der Mandant in der Bilanz vermögensmäßig schlechter steht als bei einer fehlerfreien Leistung des Steuerberaters.

Das war hier aber gerade nicht so. Der Steuerberater hat zwar die Pauschale für Begräbniskosten angesetzt, diese aber (zu Recht, dazu mehr unten) nicht bekommen. Wenn er fehlerfrei gearbeitet und die Pauschale gar nicht erst verlangt hätte, dann stünden Sie jetzt finanziell exakt so da wie mit dem Fehler des Steuerberaters. Sprich die Fehlleistung war nicht ursächlich dafür, dass Sie Geld verloren haben.

Eine schlechtere „Kosten Nutzen Relation" ist dabei kein Grund für Schadenersatz. Der Steuerberater verdient sein Honorar dadurch, dass er auftragsgemäß die Erbschaftsteuererklärung erstellt und einreicht. Wie einfach oder schwierig das im konkreten Falle ist spielt In Hinsicht auf einen Schaden des Mandanten keine Rolle.

Abgesehen davon ist die Ansicht des Finanzamts richtig: Zivilrechtlich hat gemäß § 1968 BGB der Erbe die Begräbniskosten zu tragen, nicht aber ein Vermächtnisnehmer. Außerdem waren diese Kosten ja hier vom Vermächtnis abzuziehen, so das die Eltern als Erben diese Kosten begleichen können. Dementsprechend kann ein Vermächtnisnehmer in keinem Fall Begräbniskosten steuerlich abziehen, ob nun als Pauschale oder konkret nachgewiesen.

Anders wäre der Fall unter Umständen dann zu beurteilen, wenn der Steuerberater auch schon gestaltend bei der Erstellung des Testaments tätig gewesen wäre. Dazu gibt der Sachverhalt allerdings nicht genug her. Unter Umständen lässt sich an der Höhe der Rechnung noch etwas machen. Dazu müsste man aber diese Rechnung ganz konkret vor sich haben.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Lars Winkler

Ergänzung vom Anwalt 08.02.2019 | 14:50

Eine kurze Ergänzung noch:

Um die Erbschaftssteuererklärung wären Sie auch ohne Steuerberater nicht herumgekommen. Der Erhalt des Vermächtnisses ist so oder so anzeigepflichtig beim Finanzamt. Dieses hätte Sie dann aufgrund der Überschreitung des Freibetrages in jedem Falle zu einer Erbschaftsteuererklärung aufgefordert. Dass man diese hier auch ohne Steuerberater mit gleichem Ergebnis hätte hinbekommen können mag sein. Das ändert aber am Honoraranspruch erst einmal nichts.

ANTWORT VON

(209)

Bosestraße 9
08056 Zwickau
Tel: 0375/35313120
Web: http://www.ra-lars-winkler.de
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