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Steuerhinterziehung bei Goldkauf

| 30.04.2013 16:20 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


ich habe mit einem Kollegen ein Zahnlabor in Berlin betrieben.Ein Monat vor meinem Ausscheiden habe ich bei unserer Bank Gold im Wert von 20000 € gekauft.Die Bezahlung erfolgte über das Laborkonto ohne Rechnung.
3 Monate nach meinem Ausscheiden bat die Mitarbeiterin unseres Steuerberaters um eine Rechnung für die Buchung.
Der Kollege ließ sich daraufhin von der Bank bestätigen,daß wir das Gold gekauft hatte.Er vergaß jedoch der Mitarbeiterin zu sagen,daß es sich um eine Privatentnahme handelte.
Bei der Betriebsprüfung stellte die Prüferin fest,daß der Einkauf zu unrecht steuerlich geltend gemacht wurde.(Steuerschaden pro Person etwa 5000 €)
Von dem Vorgehen des Kollegen habe ich erst bei dieser Prüfung erfahren.
Das heißt ich habe ohne Vorsatz und Wissen Steuer hinterzogen.
Meine Frage ist nun:
Mit wieviel Tagessätzen Strafe muß ich evtuel rechnen.

Sehr geehrte(r) Fragesteller(in),

Generell kann man sagen, dass bei einer Steuerhinterziehung bis zu 10.000 € der Hinterziehungsbetrag durch 180 geteilt wird. Das Ergebnis ist dann die maximale Anzahl an Tagessätzen. Bei der Strafzumessung werden aber weitere Umstände ggf. strafmildernd berücksichtigt.

ABER:
Fraglich ist -die von Ihnen mitgeteilten Sachverhalt zugrunde gelegt- bereits, ob überhaupt ein Fall der Steuerhinterziehung vorliegt. Wie jede andere Straftat auch verlangt die Steuerhinterziehung (§ 370 AO ), dass man vorsätzlich handelt. Vorsatz bedeutet allgemein formuliert das Wissen um die und das Wollen der Tatbestandsverwirklichung. Sie haben aber, da das vorwerfbare Verhalten nach Ihrem Ausscheiden stattgefunden hat und Ihr Kollege es "vergessen" hat, den Goldkauf als Privatentnahme mitzuteilen, nach meiner Auffassung keinen Vorsatz (ohne Wissen und Wollen).
Den Vorsatz muss Ihnen das Finanzamt nachweisen.

Sie hätten aber wohl die abzugebende Steuererklärung auf Richtigkeit prüfen müssen. Soweit Sie hier davon ausgegangen sind, dass alles seine Richtigkeit hatte, kann man Ihnen allenfalls den Vorwurf der leichtfertigen Steuerverkürzung (§ 378 AO ) machen. Hierbei handelt es sich nicht um eine Straftat, sondern um eine Steuerordnungswidirgkeit (§ 377 AO ).
Auch hier muss Ihnen das Finanzamt Leichtfertigkeit nachweisen. Leichtfertigkeit liegt bei einer Verletzung der gebotenen Sorgfalt in ungewöhnlich hohem Maße vor. Ob dies in Ihrem Fall gegeben sein könnte, kann ohne Kenntnis sämtlicher Umstände nicht abschließend beurteilt werden.

Sie schreiben nichts dazu, ob gegen Sie bereits ein Ermittlungsverfahren eingeleitet ist, oder ob Sie bislang lediglich eine Mitteilung erhalten haben, dass beabsichtigt wird, ein entsprechendes Ermittlungsverfahren einzuleiten.
Ihnen wird in jedem Fall die Möglichkeit gegeben werden, zu dem Sachverhalt Stellung zu nehmen. Von dieser Möglichkeit sollten Sie Gebrauch machen. Dies aber UNBEDINGT UNTER MITHILFE eines auf Steuerstrafrecht spezialisierten Kollegen vor Ort.
Sollte eine leichtfertige Steuerverkürzung vorliegen, wird ein Bußgeld gegen Sie festgesetzt werden, das sich u.a. an der Höhe des steuerlichen Verkürzungsschadens orientiert.

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Abschließend erlaube ich mir darauf hinzuweisen, dass die von mir erteilte rechtliche Auskunft ausschließlich auf den von Ihnen zur Verfügung gestellten Sachverhaltsangaben beruht. Hinzufügen oder Weglassen von Informationen kann zu einer völlig anderen rechtlichen Beurteilung führen.




Bewertung des Fragestellers 02.05.2013 | 08:02

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