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Steuergestaltung ausland

17.12.2021 10:13 |
Preis: 150,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


Die ehefrau ist gebürtige Österreicherin
Sie lebt seit 40 Jahren in Deutschland nach einer güterschaukel bekommt die ehefrau sechs Immobilien von ihrem Ehemann rüber geschoben die länger wie 10 Jahre in seinem Grundbesitz waren plus 1mio euro.
. Die famielie zieht komplett n. Österreich. SIE haben in deutschland keine schlusselgewalt uber die Häuser es läuft über eine externe vermietagentur.die Mieteinnahmen werden ja in deutschland versteuert da sie ja auch in deutschland anfallen. Klar!
Nun Meine Frage
Da es in Österreich keine erb und schenkunkssteuer gibt.
-In welchen zeitraum darf die ehefrau an die deutschen kinder verschenken.
-Wie lange greift das deutsche recht. /steuern
-greift deutschland nach5 jahren noch ein
-was muss noch berücksichtig werden.
-wenn sie ein testament macht nachÖsterreichischen recht macht ab wann gilt es.
Mit freundlichen Grüßen

Einsatz editiert am 17.12.2021 15:56:52

18.12.2021 | 19:48

Antwort

von


(458)
Alte Schmelze 16
65201 Wiesbaden
Tel: 0611-13753371
Web: http://deutschland-schulden.de
E-Mail:

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

leider wurde ein Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Österreich und Deutschland 2008 aufgekündigt, auch die danach noch geltenden Übergangsfristen sind mittlerweile alle abgelaufen.

Demnach gilt grundsätzlich das deutsche Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz (ErbStG).

Es gibt hier dann zwar die von Ihnen bereits erwähnte Steuerbefreiung nach § 2 Absatz 1 Nr. 1 b, allerdings gilt diese dann nicht, wenn es sich um Inlandsvermögen im Sinne des Bewertungsgesetztes handelt. Dies ist bei Immobilien leider grundsätzlich immer der Fall.

Zitat:
§ 2 Persönliche Steuerpflicht
(1) Die Steuerpflicht tritt ein
1. in den Fällen des § 1 Abs. 1 Nr. 1 bis 3, wenn der Erblasser zur Zeit seines Todes, der Schenker zur Zeit der Ausführung der Schenkung oder der Erwerber zur Zeit der Entstehung der Steuer (§ 9) ein Inländer ist, für den gesamten Vermögensanfall (unbeschränkte Steuerpflicht). Als Inländer gelten
a) natürliche Personen, die im Inland einen Wohnsitz oder ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben,
b) deutsche Staatsangehörige, die sich nicht länger als fünf Jahre dauernd im Ausland aufgehalten haben, ohne im Inland einen Wohnsitz zu haben,
c) unabhängig von der Fünfjahresfrist nach Buchstabe b deutsche Staatsangehörige, die
aa) im Inland weder einen Wohnsitz noch ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben und
bb) zu einer inländischen juristischen Person des öffentlichen Rechts in einem Dienstverhältnis stehen und dafür Arbeitslohn aus einer inländischen öffentlichen Kasse beziehen,
sowie zu ihrem Haushalt gehörende Angehörige, die die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen. Dies gilt nur für Personen, deren Nachlaß oder Erwerb in dem Staat, in dem sie ihren Wohnsitz oder ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben, lediglich in einem der Steuerpflicht nach Nummer 3 ähnlichen Umfang zu einer Nachlaß- oder Erbanfallsteuer herangezogen wird,
d) Körperschaften, Personenvereinigungen und Vermögensmassen, die ihre Geschäftsleitung oder ihren Sitz im Inland haben;
2. in den Fällen des § 1 Abs. 1 Nr. 4, wenn die Stiftung oder der Verein die Geschäftsleitung oder den Sitz im Inland hat;
3. in allen anderen Fällen für den Vermögensanfall, der in Inlandsvermögen im Sinne des § 121 des Bewertungsgesetzes besteht (beschränkte Steuerpflicht). Bei Inlandsvermögen im Sinne des § 121 Nr. 4 des Bewertungsgesetzes ist es ausreichend, wenn der Erblasser zur Zeit seines Todes oder der Schenker zur Zeit der Ausführung der Schenkung entsprechend der Vorschrift am Grund- oder Stammkapital der inländischen Kapitalgesellschaft beteiligt ist. Wird nur ein Teil einer solchen Beteiligung durch Schenkung zugewendet, gelten die weiteren Erwerbe aus der Beteiligung, soweit die Voraussetzungen des § 14 erfüllt sind, auch dann als Erwerb von Inlandsvermögen, wenn im Zeitpunkt ihres Erwerbs die Beteiligung des Erblassers oder Schenkers weniger als ein Zehntel des Grund- oder Stammkapitals der Gesellschaft beträgt.
(2) Zum Inland im Sinne dieses Gesetzes gehört auch der der Bundesrepublik Deutschland zustehende Anteil am Festlandsockel, soweit dort Naturschätze des Meeresgrundes und des Meeresuntergrundes erforscht oder ausgebeutet werden.
(3) (weggefallen)


Das bedeutet also, dass eine Schenkung oder Erbschaft immer in Deutschland zu versteuern wäre.

Um das Ganze abzumildern kann daher nur empfohlen werden die Immobilien bereits zu Lebzeiten zu verschenken und dabei die Freibeträge zur Schenkungssteuer auszunutzen und die Immobilen an die Kinder (so denn welche vorhanden sind) zu übertragen. Immerhin kann so alle 10 Jahre ein Betrag von 400.000 € je Kind verbraucht werden, ggf. kann man die Immobilen nur anteilig verschenken, um so unter dem Wert zu bleiben.

Zitat:
§ 15 Steuerklassen
(1) Nach dem persönlichen Verhältnis des Erwerbers zum Erblasser oder Schenker werden die folgenden drei Steuerklassen unterschieden:
Steuerklasse I:
1. der Ehegatte und der Lebenspartner,
2. die Kinder und Stiefkinder,
3. die Abkömmlinge der in Nummer 2 genannten Kinder und Stiefkinder,
4. die Eltern und Voreltern bei Erwerben von Todes wegen;
Steuerklasse II
1. die Eltern und Voreltern, soweit sie nicht zur Steuerklasse I gehören,
2. die Geschwister,
3. die Abkömmlinge ersten Grades von Geschwistern,
4. die Stiefeltern,
5. die Schwiegerkinder,
6. die Schwiegereltern,
7. der geschiedene Ehegatte und der Lebenspartner einer aufgehobenen Lebenspartnerschaft;
Steuerklasse III:
alle übrigen Erwerber und die Zweckzuwendungen.
(1a) ......


Zitat:
§ 16 Freibeträge
(1) Steuerfrei bleibt in den Fällen der unbeschränkten Steuerpflicht (§ 2 Absatz 1 Nummer 1) der Erwerb
1. des Ehegatten und des Lebenspartners in Höhe von 500 000 Euro;
2. der Kinder im Sinne der Steuerklasse I Nr. 2 und der Kinder verstorbener Kinder im Sinne der Steuerklasse I Nr. 2 in Höhe von 400 000 Euro;
3. der Kinder der Kinder im Sinne der Steuerklasse I Nr. 2 in Höhe von 200 000 Euro;
4. der übrigen Personen der Steuerklasse I in Höhe von 100 000 Euro;
5. der Personen der Steuerklasse II in Höhe von 20 000 Euro;
6. (weggefallen)
7. der übrigen Personen der Steuerklasse III in Höhe von 20 000 Euro.
(2) In den Fällen der beschränkten Steuerpflicht (§ 2 Absatz 1 Nummer 3) wird der Freibetrag nach Absatz 1 um einen Teilbetrag gemindert. Dieser Teilbetrag entspricht dem Verhältnis der Summe der Werte des in demselben Zeitpunkt erworbenen, nicht der beschränkten Steuerpflicht unterliegenden Vermögens und derjenigen, nicht der beschränkten Steuerpflicht unterliegenden Vermögensvorteile, die innerhalb von zehn Jahren von derselben Person angefallen sind, zum Wert des Vermögens, das insgesamt innerhalb von zehn Jahren von derselben Person angefallenen ist. Die früheren Erwerbe sind mit ihrem früheren Wert anzusetzen.


Soweit Enkel vorhanden sind, wäre der Freibetrag jeweils 100.000 €. Im Rahmen der Bewertung der Immobilen gibt es dann noch die Möglichkeit hier durch ein Wohnrecht und/oder Niessbrauchsrecht ein Wertminderung zu erzielen. Wenn sich die Mutter vor der Übertragung jeweils ein entsprechendes Nutzungsrecht einräumen lässt ist dessen Wert bei der Schenkung abzuziehen und je nach Restlebenserwartung kann dies den Wert der Immobilie erheblich mindern.

Weitere Möglichkeiten wären die Gründung einer Familienstiftung (dies ist aber ein relativ kompliziertes Unterfangen und sollte gut überlegt werden), einer Verwaltungsgesellschaft oder vielleicht ein "Verkauf".

Zusammenfassend werden ohne zeitnahes Handeln zum jetzigen Zeitpunkt jedenfalls im Erbfall recht hohe Steuern anfallen, sobald die Freibeträge ausgeschöpft sind. Es ist daher zu empfehlen einen deutschen Steuerberater aufzusuchen um eine möglichst günstige Übertragungsvariante zu wählen. Durch ein Testament können allenfalls die Immobilien halbwegs steuerlich günstig aufgeteilt werden. Wenn Sie aber wirklich keine Steuern zahlen wollen muss entsprechend bereits jetzt mit der Übertragung und Gestaltung begonnen werden.


Ich hoffe Ihre Frage zufriedenstellend beantwortet zu haben und wünschen Ihnen noch einen schönen Abend und einen schönen Sonntag.

Mit freundlichen Grüßen,
RA Fabian Fricke




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