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Steuerfreier Verkauf des Familienheims nach Trennung / Scheidung?

| 12.02.2015 16:07 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


Zusammenfassung: Eine Nutzung zu eigenen Wohnzwecken liegt im Rahmen der Berechnung der Spekulationsfrist für private Veräußerungsgeschäfte auch bei der unentgeltlichen Überlassung an Kinder vor, solange für diese Kindergeld oder der Kinderfreibetrag geltend gemacht werden kann, auch bei Scheidung und Trennung.

Zusammen mit meiner Frau und unseren 2 Kindern wohne ich seit 6 Jahren in einem selbst gebauten Haus, alleiniger Eigentümer bin ich.

Seit unserem Einzug hat das Haus aufgrund der Marktentwicklung erheblich an Wert gewonnen.

Nun wollen wir uns leider trennen. Es ist angedacht, dass ich ausziehe und meine Frau mit den beiden Kindern vorerst wohnen bleibt, um die Trennung für die Kinder erträglicher zu machen.

Nach dem Trennungsjahr und der Scheidung - was ab heute gut 3 Jahre dauen kann - müsste meine Frau dann ausziehen, das Haus könnte ich dann verkaufen.

FRAGE 1:

Wenn ich ein von mir bewohntes Familienheim verkaufe, dann ist der Veräußerungsgewinn steuerfrei.

Gilt die Steuerfreiheit auch, wenn ich das Haus erst 3 Jahre nach meinem Auszug verkaufe, wenn meine Frau und Kinder bis dahin das Haus bewohnen?

FRAGE 2:

Wenn ich, nachdem meine Frau und Kinder ausgezogen sind, wieder einziehe, wie lang muss ich dann im Haus wohnen bleiben, damit ich es (wieder) steuerfrei verkaufen kann?
12.02.2015 | 19:06

Antwort

von


(134)
Winsstraße 66
10405 berlin
Tel: 03040393365
Web: http://www.jahn-law.com
E-Mail:


Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihre Fragen auf der Basis der gegebenen Informationen wie folgt:

Der Gewinn aus dem Verkauf der Immobilie ist solange kein sonstiges Einkommen aus einem privaten Veräußerungsgeschäft, wie es zwischen Anschaffung und Veräußerung entweder ausschließlich zu eigenen Wohnzwecken genutzt wird oder im Jahr der Veräußerung und in den beiden voran gegangenen Jahren zu eigenen Wohnzwecken genutzt wurde (§ 23 Abs.1 Ziff.1 S.3, § 22 Ziff.2 EStG). Soweit haben Sie schon selbst richtig recherchiert.

Eine Nutzung zu eigenen Wohnzwecken liegt aber dann nicht mehr vor, wenn die Wohnung unentgeltlich an einen Dritten überlassen wird. Dritte sind dabei auch Kinder, sofern für diese kein Anspruch auf Kindergeld oder Kinder-freibetrag nicht mehr besteht (FG-Niedersachsen, Urteil vom 4. März.2010, 10K 259/08, Rz.14 m.weit.Nachw. und zum Ganzen Kirchhoff, EStG, § 23 Rz.8).

Nun klingt der Sachverhalt allerdings so, als seien die Kinder hier noch eher jung, sprich minderjährig. Dass heißt, solange Sie als der ausziehende Teil noch Kindergeld oder den Kinderfreibetrag für diese in Anspruch nehmen können, liegt in Bezug auf diese noch eine Eigennutzung vor, und die sogenannte Spekulationsfrist wird auch nicht durch Ihren eigenen vorübergehenden Auszug unterbrochen. (BMF Rundschreiben vom 5. Oktober 2000, BStBl I 2000, 1383, Rz.23). Insoweit wird auch als unschädlich angesehen, dass der geschiedene Ehegatte als Aufsicht für die Kinder in dem Haus verbleibt (Tiedke/Wälzholz, Private Veräußerungsgeschäfte bei Trennungs- und Scheidungsvereinbarungen, DStZ 02,09 auf Seite 16f., die Fundstelle stimmt, ich habe im Rahmen der hier mögliche Recherche aber Ad-Hoc-Urteil finden können. Vielleicht ist dass so sehr, allgemeine Meinung, das sich Gerichte damit noch nicht beschäftigt haben.)

Beachten Sie bitte, dass das Ergebnis hier anders ausfällt, falls sich im Zuge des Scheidungsverfahren irgendwie ergeben sollte, dass Ihre Noch-Ehefrau z.B. Miete an Sie für sich selbst und die Kinder zahlt oder falls diese nach Ihrem Auszug einen Teil des Hauses vermieten.

In gewissen Rahmen sollte diese Frage übrigens auch vom Mandatsverhältnis der Scheidungsanwälte umfasst werden, in das ich hier nicht belastend eingreifen möchte, aber dennoch hoffe Ihren Fragen hiermit beantwortet zu haben.

Mit freundlichen Grüßen
Ra. Jahn


Bewertung des Fragestellers 16.02.2015 | 10:18

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