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Steuerermäßigung bei ausländischen Einkünften


| 04.12.2005 14:38 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht



Sehr geehrte Damen und Herren,

als leitender Angestellter eines CH-Unternehmens bin ich derzeit überwiegend als Technologieberater für deutsche Unternehmen in D tätig.
Mein Wohnsitz ist in D und Gehalt/Steuer und Sozialabgaben werden in D entrichtet.

Ich erhalte die für in der CH für leitende Angestellte üblichen pauschalisierten Spesen in CH. Diese sind im Rahmen des regulären kantonalen Spesenreglements steuerfrei.
Die Höhe und Art der Spesen halte ich vergleichbar mit den pauschalisierten Aufwandserstattungen für Dienstreisen in D nur dass diese in CH als Monatspauschalen zahlbar sind und dem Einzelnachweis nicht bedürfen.


Darf ich deshalb davon ausgehen, dass nach deutschem EStG §34c Abs.1 Satz 3 für mich zutreffend ist? Dieser besagt:
"Bei der Ermittlung der ausländischen Einkünfte sind die ausländischen Enkünfte nicht zu berücksichtigen, die in dem Staat aus dem sie stammen, nach dessen Recht nicht besteuert werden."?


Damit sind die o.g. Aufwandserstattung wohl auch nicht in Anlage AUS einzutragen und so für den Progressionsvorbehalt nach §32b Abs. 1 als relevant zu zeichnen?

Vielen herzlichen Dank für Ihre Antwort.





Guten Abend,

die von Ihnen geschilderten Einkünfte sind keine Einkünfte im Sinne des § 34 c EStG.Welche ausländischen Einkünfte in § 34 c EStG gemeint sind, ergibt sich aus § 34 d EStG, der eine abschließende Aufzählung dieser Einkünfte enthält.

Für Sie allein relevant ist § 34 d Ziff. 5 EStG, der die Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit erfaßt. Ich zitiere Ihnen diese Norm im folgenden:

"§ 34 d

Ausländische Einkünfte

Ausländische Einkünfte im Sinne des § 34 c Abs. 1 bis 5 sind

5. Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit (§ 19), die in einem ausländischen Staat ausgeübt oder, ohne im Inland ausgeübt zu werden oder worden zu sein, in einem ausländischen Staat verwertet wird oder worden ist, und Einkünfte, die von ausländischen öffentlichen Kassen mit Rücksicht auf ein gegenwärtiges oder früheres Dienstverhältnis gewährt werden. [2] Einkünfte, die von inländischen öffentlichen Kassen einschließlich der Kassen der Deutschen Bundesbahn und der Deutschen Bundesbank mit Rücksicht auf ein gegenwärtiges oder früheres Dienstverhältnis gewährt werden, gelten auch dann als inländische Einkünfte, wenn die Tätigkeit in einem ausländischen Staat ausgeübt wird oder worden ist;"

Hieraus wird die Zielsetzung des § 34 c EStG deutlich: ausgefiltert werden sollen allein die ausländischen Einkünfte, die keinerlei Bezug mit der im Inland ausgeübten Tätigkeit haben.

Die von Ihnen genannten Einkünfte werden deshalb auch vom Progressionsvorbehalt umfaßt.

Ich hoffe, ich habe Ihnen weitergeholfen. Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Weiß
Rechtsanwalt und auch Fachanwalt für Arbeitsrecht
Esenser Straße 19
26603 Aurich
Tel. 04941 60 53 47
Fax 04941 60 53 48
e-mail: info@fachanwalt-aurich.de

Nachfrage vom Fragesteller 04.12.2005 | 18:45

Guten Abend und vielen Dank für die schnelle Antwort!

Sind die o.g. Einkünfte bei der Progression dann voll oder zu einem 1/5 zu berücksichtigen oder sollte - ggf. wegen dieses "Fehlers" aufgrund der in CH gewohnten anderen Handhabung (um sich eben den Aufwand des Belege sammelns zu sparen) - falls der Arbeitgeber und das zuständige Finanzamt gewillt sind, eine Pauschalisierung der Einkommenssteuer durch Dritte nach §37a angestrebt werden?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 05.12.2005 | 22:23

Guten Abend,

bitte entschuldigen Sie, daß ich erst jetzt auf Ihre Nachfrage zurückkomme. Ich war den ganzen Tag wegen auswärtiger Termine ortsabwesend.

Die Einkünfte unterliegen vollständig dem Progressionsvorbehalt. Dies bedeutet aber nur, daß Sie bei der Bemessung des für Sie maßgeblichen Steuersatzes mit berücksichtigt werden. Sie werden in der Steuerprogression behandelt, als müßten Sie auch diese Einkünfte mit versteuern. Die Einkünfte selbst werden, die aber eine Besteuerung in der Schweiz nicht üblich ist, nicht selbst besteuert. Deshalb ist eine Pauschalierung der Einkommenssteuer nach § 37 a EStG nicht praktikabel.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Weiß

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