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Steuererklaerung nach Umzug ins Ausland

| 25.02.2011 16:44 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich moechte meine Steuererklaerung fuer 2010 machen und habe einige Fragen dazu.

Zu meiner Situation: Ich habe bis zum 30. Juni in D gearbeitet (Bruttolohn 45.430, Steuer 9.847). Ab 1. Juli habe ich dann in den USA gearbeitet und dort mein Gehalt von einem amerikanischen Arbeitgeber erhalten. Ich habe meinen Wohnsitz in D mit dem Umzug abgemeldet und habe dort auch keinerlei Einkuenfte mehr. Meine Frau (kein Verdienst in D) und unseren gemeinsamen Kinder sind noch einen Monat laenger in D geblieben, haben sich dann abgemeldet und ebenfalls in die USA gezogen.

Nun zu meinen Fragen:

1. Verstehe ich richtig, dass ich fuer 2010 nur beschraenkt steuerpflichtig in D bin?
2. Koennen meine Frau und ich wie bisher eine gemeinsame Veranlagung machen obwohl wir 1 Monat "getrennt" waren?
3. Bedeutet "weltweites Einkommen angeben", dass ich mein US-Gehalt angeben muss, auch wenn ich zu dem Zeitpunkt weder in D gemeldet war, noch meinen Aufenthalt dort hatte?
4. Ist es richtig, dass ich das weltweite Einkommen dann auf der Anlage AUS angeben muss?
Dabei handelt es sich dann um eine reine Angabe und keine Versteuerung wegen dem DBA mit den USA, richtig?
5. Ist es richtig, dass weder Reisekosten zum Vorstellungsgespraech, noch Umzugskosten in die USA in der dt. Steuererklaerung geltend gemacht werden koennnen?

Ich waere sehr dankbar, wenn mir jemand bei der beantwortung meiner Fragen behilftlich sein koennte!

Sehr geehrter Fragesteller,

1. Sie sind in der Zeit vor dem 30. 6. 2010 in der Bundesrepublik unbeschränkt (§ ESTG § 1 Abs. ESTG § 1 Absatz 1 EStG) und nach dem 30. 6. 2010 nur noch beschränkt einkommensteuerpflichtig. Denn durch ihren Umzug in die USA gaben sie sowohl ihren inländischen Wohnsitz als auch gewöhnlichen Aufenthalt im Inland auf. Sie unterliegen deshalb seit dem 01. 07. 2010 nur noch mit ihren inländischen Einkünften i. S. des § ESTG § 49 EStG der Einkommensteuer (§ ESTG § 1 Abs. ESTG § 1 Absatz 4 EStG).
2. Ja.
3. Ja.
4. Sie müssen die ausländischen Einkünfte auch in den jeweiligen Anlagen zur Einkommensteuererklärung erfassen.

Ausländische Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit:
Sie sollten die ausländischen Einkünfte aus nichtselbständiger Tätigkeit grundsätzlich in der Anlage N erfassen, es sei denn, Sie wollen eine Anrechnung im Ausland gezahlter Steuern. In diesem Fall müssen Sie hier zusätzlich die ausländischen Einkünfte und die darauf entfallende ausländische Steuer erfassen.

Ausländische Einkünfte aus Kapitalvermögen:
Bei den Einkünften aus Kapitalvermögen ist die Einkommensteuer grundsätzliche durch den Steuerabzug abgegolten. Im Rahmen des Steuerabzugs wurden auch die ausländischen Steuern nach § 32d Abs. 5 EStG angerechnet. Eine Eintragung in die Anlage AUS ist daher nicht erforderlich.

Ausnahme
Haben Sie Kapitalerträge nach § 32d Abs. 2 EStG, die der tariflichen Einkommensteuer und nicht dem besonderen Steuersatz nach § 32d Abs. 1 EStG unterliegen, erfolgt die Anrechnung bzw. der Abzug der ausländischen Steuern weiterhin nach § 34c EStG. In diesen Fällen ist die Eintragung dieser Erträge in der Anlage AUS im Ordnungsbereich Einkünfte und anzurechnende ausländische Steuern für Zwecke der Anrechnung ausländischer Steuern weiterhin erforderlich.

Erfassen Sie hier nur die steuerpflichtigen ausländischen Einkünfte, die in den anderen Anlagen zur Einkommensteuererklärung enthalten sind und die im Quellenstaat nach dortigem Recht besteuert werden oder für die fiktive ausländische Steuern nach DBA anzurechnen sind.

Ausländische Steuern zu Einkünften aus Kapitalvermögen

Bei den Einkünften aus Kapitalvermögen ist die Einkommensteuer grundsätzlich durch den Steuerabzug abgegolten. Im Rahmen des Steuerabzugs wurden auch die ausländischen Steuern nach § 32d Abs. 5 EStG angerechnet. Eine Eintragung in die Anlage AUS ist daher nicht erforderlich.

Ausnahme:
Haben Sie Kapitalerträge nach § 32d Abs. 2 EStG, die der tariflichen Einkommensteuer und nicht dem besonderen Steuersatz nach § 32d Abs. 1 EStG unterliegen, erfolgt die Anrechnung bzw. der Abzug der ausländischen Steuern weiterhin nach § 34c EStG. In diesen Fällen ist die Eintragung dieser Erträge in der Anlage AUS im Ordnungsbereich Einkünfte und anzurechnende ausländische Steuern für Zwecke der Anrechnung ausländischer Steuern weiterhin erforderlich.

Bei Einkünften, die dem Teileinkünfteverfahren unterliegen, können Einnahmen und zugehörige Werbungskosten bzw. Betriebsausgaben nach § 3 Nr. 40 EStG bzw. § 3c EStG nur zu 60 % angesetzt werden. Ebenso können die darauf entfallenden ausländischen Steuern nur zu 60 % berücksichtigt werden. Die Einkünfte und ausländischen Steuern müssen Sie dennoch zu 100 % erfassen.


5.Zu den Werbungskosten eines Arbeitnehmers zählen auch Umzugskosten, wenn der Umzug nahezu ausschließlich beruflich veranlasst war. Die Ausgaben sind aber nicht als Werbungskosten abziehbar, wenn sie wirtschaftlich unmittelbar mit steuerfreien Einnahmen zusammenhängen.

Laut Finanzgericht Schleswig-Holstein sind alle mit dem Umzug zusammenhängenden Kosten den ausländischen Einkünften zuzuordnen und deshalb Kosten wie Vorstellungsgespräch und Reisekosten nicht abziehbar. Das gilt unabhängig davon, ob diese Kosten im Ausland abziehbar sind, weil das allein eine Frage der ausländischen Steuersystematik sei. Damit scheidet ein Werbungskostenabzug im Inland grundsätzlich aus.

Im Jahr des Umzugs unterliegen die ausländischen Einkünfte dem sog. Progressionsvorbehalt. Im Rahmen der Ermittlung dieses besonderen Steuersatzes für das im Inland zu versteuernde Einkommen sind die Aufwendungen für den Umzug/Vorstellungsgespräch und Reisekosten als Werbungskosten zu berücksichtigen.

Mit besten Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 25.02.2011 | 17:39

Sehr geehrter Herr Hermes,

vielen Dank fuer Ihre ausfuehrliche Beantwortung. Sie haben mir sehr geholfen.

Eine Nachfrage haeette ich noch:

Ich gebe dann mein auslaendisches Einkommen von der 2. Jahreshaelfte auch in der Anlage N an - und zwar unter Nr. 21, richtig?

"Bitte Nachweis über die Steuerfreistellung oder Steuerentrichtung im Tätigkeitsstaat beifügen." Ist damit die auslaendische Steuerkarte gemeinst?

Danke und Gruss

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 25.02.2011 | 17:48

Ja.
Ja, die ausländische Steuer.
Falls Sie zufrieden waren, würde ich mich über eine positive Bewertung freuen.

Bewertung des Fragestellers 25.02.2011 | 18:05

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