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Steuererklärung für noch nicht realisierte Gewinne

01.08.2018 12:17 |
Preis: 100,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


Ich möchte einen Vertrag zum Management eines Depots mit einem Unternehmen in einem nicht EU-Land (Drittland) antreten. Jedoch möchte ich die steuerrelevante Seite des Einkommens erklärt bekommen.
Das Unternehmen stellt Kapital drei Jahre lang regelmäßig zur Verfügung, um Wertpapiere und Aktien zu kaufen. Ich muss diese selbst auswählen und managen. Das zu investierendem Geld wird auf mein eigenes bzw. privates Konto überwiesen werden, gegenüber dem Unternehmen bin ich mit der gleichen Höhe verschuldet. Am Ende der drei Jahren soll ich den Portfolio/Depot liquidieren, und ich werde mit 10% des gesamten Gewinns belohnt. Im Fall eines Verlusts verliere ich nur XY tausend Euro (pauschal).
Bis zur Liquidierung des Depots werden regelmäßig Dividenden, Veräußerungsgewinne etc... einfließen. Laut des Vertrags verschulde ich diese automatisch dem Unternehmen und muss ich die kurzfristig wieder investieren oder zurück überweisen.

Frage: Bis das Ende des dritten Jahres, muss ich inzwischen Einkommenssteuer auf diese Dividenden/Gewinne jährlich zahlen bzw. diese in der Steuererklärung unter KAP angeben obwohl diese praktisch noch nicht garantierte Gewinne/Verluste sind? Oder kann ich warten bis die tatsächliche Belohnung am Ende bezahlt ist?

Frage: Was von Unterlagen verlangt ein Finanzamt für Auslandskapitalerträge wenn ich einen Gewinn unter KAP angebe? Die Bank in dem Drittland erstellt keine Bescheinigung wie es in DE üblich, soweit ich weiß. Reicht ein Gewinnbericht vom Unternehmen, mit dem ich den Vertrag abschließe?

Einsatz editiert am 02.08.2018 08:16:22

Einsatz editiert am 07.08.2018 05:50:50
Eingrenzung vom Fragesteller
02.08.2018 | 10:27
07.08.2018 | 12:39

Antwort

von


(323)
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52070 Aachen
Tel: 0241 - 53809948
Web: http://www.rechtsanwalt-andreaswehle.de
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Sehr geehrter Ratsuchender,

gern beantworte ich Ihre Frage aufgrund der von Ihnen getätigten Angaben wie folgt.

Ihr könnte zu verschiedenen Problemen führen.

Aus steuerlicher Sicht sind Ihnen die Einkünfte aus Kapitalvermögen zuzurechnen soweit das zinsträchtige Kapital sich auf Konten befindet, die Ihrer Person zuzuordnen sind.

Mit anderen Worten, wenn Sie von Dritten Kapital erhalten und dies auf eigenen privaten Konten halten, um damit zu wirtschaften, sind auch die daraus entstehenden Beträge allein Ihrer Person zuzuordnen.
ALLE Erträge eines Kalenderjahres unterfallen grundsätzlich der pauschalen Kapitalertragssteuer bzw. sind nach der Differenzmethode, also nach Ihrem persönlichen Steuersatz, zu besteuern.

Dividenden, die Sie bei Abschluss Ihrer vertraglichen Vereinbarung mit den dritten Geldgebern, realisieren, sind steuerlich ebenfalls Ihnen allein zuzurechnen sind bei der Steuererklärung des betreffenden Kalenderjahres anzugeben.

Allein die Tatsache, dass Sie das erhaltene Wirtschaftskapital auf eigenen Konten verwalten, führt dazu, dass dieses und die Erträge daraus Ihnen zugeordnet werden.

Ihre vertragliche Vereinbarung mit den kapitalgebenden Dritten, führt nicht dazu, dass dieses Kapital erst am Ende des vereinbarten Zeitraums ggf. bei Ihnen zu einem Gewinn in Höhe von 10% der von Ihnen erwirtschafteten Gewinne führt.


Das o.g. Problem könnten Sie umgehen, als Sie für die Bewirtschaftung ein sogenanntes Fremdgeldkonto betreiben. Das macht es für die kontoführende Bank eindeutig sichtbar, dass es sich hier nicht um Ihr eigenes Kapital handelt, sondern um Kapital von Dritten.

Insbesondere in Deutschland könnten Sie aber dann aufgefordert werden offenzulegen, wem dieses Kapital und die entsprechenden Gewinne zuzuordnen sind.

Nach den verschiedenen gesetzlichen Regelungen des Geldwäschegesetzes, den entsprechenden EU-Verordnungen (Geldwäscherichtlinie und EU Geldtransferverordnung) sind Sie verpflichtet hier umfassend Auskunft zu erteilen und in Verdacht geraten hier ggf. selbst in Verdacht verbotene Geldwäschegeschäfte und ggf. Terrorismusfinanzierung zu betreiben.

Zudem ist die geschäftliche Verwaltung von Fremdgeldern eine erlaubnispflichtige Tätigkeit. Sie benötigen dafür eine entsprechende Erlaubnis von der Bundesaufsicht für Finanzdienstleistungen (BaFIN).

Dahinter sind Ihre eigentlichen steuerrechtlichen Fragen jedenfalls in meinen Augen zu vernachlässigen. Hierzu verweise ich auf die oben gemachten Ausführungen.


Ich hoffe Ihre Fragen beantwortet zu haben und verbleibe mit

Mit freundlichen Grüßen

Andreas Wehle
Rechtsanwalt /Aachen


Rechtsanwalt Andreas Wehle

Ergänzung vom Anwalt 07.08.2018 | 12:54

Sehr geehrter Ratsuchender,

ich möchte meine Antwort wie folgt ergänzen.

Die am Ende der Vertragslaufzeit vereinbarte Zahlung in Höhe von 10% der erwirtschafteten Gewinnen, sind eher als Entgelt für Ihre geleisteten Dienste anzusehen, denn als Erträge aus Kapital und wäre somit in Anlage S (Einkünfte aus selbständiger Tätigkeit) einzutragen.

Mit freundlichen Grüßen
Andreas Wehle

ANTWORT VON

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