Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Steuererklärung Deutschland nach unterjährigem Umzug nach Grossbritannien

30.01.2017 23:24 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Doreen Prochnow


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin im August 2016 nach Grossbritannien umgezogen und habe bis zu diesem Zeitpunkt Einkünfte aus nichtselbständiger Tätigkeit in Deutschland gehabt. Seit September 2016 bin ich in Grossbritannien angestellt und beziehe einen nach Pay As You Earn (PAYE) versteuerten Lohn.

Welchen Effekt hätte das Einreichen einer Steuererklärung für 2016 beim deutschen Finanzamt? Welche Einkünfte müssten dort angegeben werden? Würden auch die Einkünfte aus Grossbritannien bei der Berechnung der Einkommenssteuer mit einbezogen? Mein Monatslohn in Grossbritannien ist höher als mein Monatslohn in Deutschland war. Ist vor diesem Hintergrund die Abgabe einer Steuererklärung ratsam? Kann ich vom Finanzamt zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet werden?

Mit freundlichen Grüssen

Einsatz editiert am 02.02.2017 23:31:17

Einsatz editiert am 04.02.2017 11:47:14
Eingrenzung vom Fragesteller
30.01.2017 | 23:33

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Grundsätzlich, besteht als angestellter in Deutschland die Pflicht zur Abgabe einer Steuerklärung nur untereingeschränkten Bedingungen:

- sie erhalten Lohnersatzlesitungen
- Sie haben neben der Tätigkeit weitere Einnahmen
- Scheidung und Neuheirat im gleichen Steuerjahr
- Sie habe die Steuerklasse V oder VI
- sie haben Freibeträge in ihrer Lohnsteuerkarte eintragen lassen
- Abfindung mit Anwenudng der Fünftelregelung
- beschränktz steuerpflichtiger Ehegatte auf Lohnsteuerkarte

( vgl. § 46 Abs. 2 EStG)

Ob sie die Merkmale, die zu einer Verpflichtung führen können, erfüllen, kann ich ihrer Frage nicht entnehmen. Da sie aber weder von mehreren Arbeitgebern nebeneinader, noch von Sozialleistungen sprechen, gehe ich eher nicht davon aus.den § 46 Abs. 4 EStG hat folgenden Inhalt:

(4) 1Kommt nach Absatz 2 eine Veranlagung zur Einkommensteuer nicht in Betracht, so gilt die Einkommensteuer, die auf die Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit entfällt, für den Steuerpflichtigen durch den Lohnsteuerabzug als abgegolten, soweit er nicht für zuwenig erhobene Lohnsteuer in Anspruch genommen werden kann. 2§ 42b bleibt unberührt.

Da sie durch den vollständigen Wegzug inkl. einem Arbeitgeberwechsel auch nicht in einem anderen Vertragsstaat leben als sie arbeiten, kommt eine Steurpflicht des jeweils anderen Staates für das in einem Land erzielte Arbeiteinkommen nicht in Betracht. Durch den kompletten Umzug sind sie nämlich jeweils in dem Land in dem sie Arbeiten unbeschränkt steuerpflichtig.

Sollte das deutsche Finanzamt sie dennoch zu einer Steuererklärung auffordern, so müssen sie sich keine Sorgen machen.

Sie müssen ihr Welteinkommen im zu veranlagenden Zeitraum, also die Einnahmen in Deutschland und in Großbritannien, angeben und das Umzugsdatum sollten sie ebenfalls nachweisen ( Meldebescheinigungen)

Sodann ist Artikel 23 Abs. 1 Buchstabe a) und d) DBA für sie einschlägig:
a) Von der Bemessungsgrundlage der deutschen Steuer werden
die Einkünfte aus dem Vereinigten Königreich sowie die
im Vereinigten Königreich gelegenen Vermögenswerte ausgenommen,
die nach diesem Abkommen im Vereinigten
Königreich tatsächlich besteuert werden und nicht unter
Buchstabe b fallen.
d) Deutschland behält aber das Recht, die nach den Bestimmungen
dieses Abkommens von der deutschen Steuer ausgenommenen
Einkünfte und Vermögenswerte bei der Festsetzung
seines Steuersatzes zu berücksichtigen.

Dies bedeutet , dass das Einkommen aus Großbritannien in Deutschland nicht versteuert wird, dass sie aber eventuell mit einem anderen Steuersatz rechnen müssen, da ihre Einkommen in Groß Britannien höher ist. Sie könnten somit in eine höhere Abgabenstufe gelangen. ( sog. Progressionsvorbehalt).

Fazit: Nach ihrem Sachverhalt gibt es keine Anhaltspunkte, dass sie zu einer Steuererklärung in Deutschland herangezogen werden könnten. Sollte dies dennoch passieren, so haben sie alle Einkünfte ( auch die aus GB) anzugeben. Die Einkünfte aus unselbständiger Arbeit werden in dem Land versteuert, in dem sie erwirtschaftet werden. Allerdings ist es möglich, dass sich aufgrund höherer Einnahmen ihr Steuersatz erhöht.
Aus diesem Grund würde ich auch von dem Einreichen einer Steuererklärung auf freiwilliger Basis abraten, es sei denn es wurde vorher mit einem Steuerberater abgeklärt, dass die Lohnerhöhung in Großbritannien auf den in Deutschland zu zahlenden Steuersatz keine Auswirkungen hat.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 70352 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ich erhielt schnell eine Antwort, die ausführlich und verständlich war. Nochmals: Danke! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Ich bedanke mich für die schnelle und ausführliche Beratung, diese hat mir sehr weiter geholfen! ...
FRAGESTELLER
4,6/5,0
Ich bin zufrieden mit der Beratung. Allerdings kann ich noch nicht sagen, in wie fern es weitergeholfen hat, da das Ergebnis noch aussteht. Daher nur 4 Sterne. Der Umfang der Antworten ist natürlich auch begrenzt, das verstehe ... ...
FRAGESTELLER
Jetzt Frage stellen