Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.084
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Steuererklärung


17.07.2006 16:12 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht



Sehr geehrte Frau Rechtsanwältin,
Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt,

leider habe ich ein Problem. Auf meinen Namen lief eine Gaststätte (Schankwirtschaft hauptsächlich). Eigentlich mache ich eine Ausbildung, so dass das Gewerbe in Nebentätigkeit angemeldet war. ( 19 Jahre alt)
"Auf meinen Namen lief", bedeutet das mein Vater die Geschäftsführung inne hatte. Ich möchte meine Steuererklärung ordentlich und korrekt abgeben.

Leider habe ich jetzt das Problem, das mein Vater sämtliche Umsatzaufzeichnungen weggeschmissen hat (Bis auf Automatenumsätze). Auch die Wareneinkaufsbelege seit September fehlen komplett und davor die Monate sind nicht alle mehr da. (Das heißt das letzte halbe Jahr ist nicht mehr ganz vorhanden). Zu allen kommt noch hinzu, das mein Vater mir eine mit erfundenen Umsätzen Umsatzsteuervoranmeldungen vorgelegt hat und ich ihn das geglaubt habe und unterzeichnet abgegeben habe. Somit stimmen die Umsatzsteuervoranmeldung auf jeden Fall nicht mit der Jahreserklärung überein. (noch nicht abgegeben). Ich kann leider nicht sagen wieviel Umsatz getätigt wurde. Zu den Wareneinkäufen, muss ich sagen, das die Gaststätte von einer Brauerei gepachtet wurde und somit von der Brauerei eine bestimmte Menge abzunehmen war, die wurde nicht eingehalten ( Minderbezug).
Mein Vater hat in den letzten Monaten nur noch im Supermarkt oder Getränkemarkt eingekauft um "schwarz" einzukaufen, sodass ich nicht Kopien von Belegen anfordern kann.

Mein Vater war auch nicht angemeldet. (Hat nicht Sozialgelder kassiert). Habe ihm kein Geld gegeben. Hatte Gesundheitspass.

Ich möchte wirklich keine Steuern und Abgaben hinterziehen.
Das Geschäft war von Dez. 2004 bis Ende des Jahres 2005 angemeldet.

- Wie kann ich noch Ärger vermeiden
- Kann ich meinen Vater noch nachträglich anmelden
- was geschieht bei falschen Umsatzsteuervoranmeldungen
- Welche Strafe bekomme ich, wenn eine Außenprüfung stattfindet und Steuerhinterziehung festgestellt wird
- Ist es besser wenn ich eine Selbstanzeige mache, welche Strafe droht mir
- Machen zu hohe Gewinnspannen verdächtig
- Was soll ich am Besten machen

Steuererklärungen sind noch nicht abgegeben.

Vielen herzlichen Dank für Ihre Hilfe.

Mit freundlichen Grüßen
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich im Rahmen dieser Erstberatung wie folgt beantworten:

I. Mein Rat lautet hier, „reinen Tisch zu machen“. Allerdings hat sich Ihr Vater meiner Ansicht nach bereits strafbar bzw. der Begehung von Ordnungswidrigkeiten schuldig gemacht:
In Betracht kommen hier z.B. Urkundenunterdrückung (die Belege wurden (absichtlich) einfach weggeschmissen) bzw. als Ordungswidrigkeit § 26a des Umsatzsteuergesetzes.

II. Soweit in der Abgabe der Steuererklärungen bereits eine Steuerhinterziehung gesehen werden kann, käme noch eine Selbstanzeige nach § 371 AO in Betracht, die insoweit strafbefreiende Wirkung haben kann. Dann sind allerdings alle Angaben nachzuholen, so dass das FA ohne größere weiteren Anstrengungen die wirkliche Steuer festsetzen kann. Dies könnte bei Ihnen jedoch ein Problem sein, da ja zahlreiche Belege einfach nicht mehr existieren. Im Ergebnis könnte es zu einer „Schätzung“ kommen.

III. Im gewerberechtlichen Sinn hat eine Anmeldung des Betriebs eines Gewerbes grds. gleichzeitig mit dem Beginn des Betriebs zu erfolgen.
Sollten Sie auf etwaige noch zu zahlende Sozialversicherungsbeiträge anspielen, so kann dies hier ohne Kenntnis weiterer Umstände nicht beurteilt werden. Insbesondere können Sie sich insoweit selbst der Gefahr einer Strafbarkeit aussetzen, da Sie (sollten Sie als Arbeitgeber angesehen werden) keine Sozialversicherungsbeiträge für Ihren Vater abgeführt haben.

IV. Die Höhe der Strafe richtet sich insbesondere nach der Höhe der „hinterzogenen“ Steuern. Da Sie darüber keine Angaben gemacht haben, kann ich insoweit keine genaue Aussage treffen. Da auf Sie jedoch noch Jugendstrafrecht Anwendung finden kann, könnten Sie noch mit einem blauen Auge davon kommen (Geldstrafe oder Auflagen). Bei Ihrem Vater kann allerdings die Strafe höher ausfallen.

V. Insgesamt befinden Sie sich in einem „Durcheinander“, das Sie meiner Ansicht nach nicht ohne fremde Hilfe werden auflösen können. Sie sollten sich daher an einen Steuerberater bzw. Rechtsanwalt vor Ort wenden, der versucht, Ihre Situation zu entzerren und für Sie Kontakt mit dem FA aufnimmt. Sollte Ihnen dies nicht möglich sein, dann sollten Sie sich selbst an das FA wenden, sich selbstanzeigen und so versuchen zu retten, was noch zu retten ist. Dann können Sie sicherlich auf Milde der Finanzbehörden hoffen. (Gerade auch wegen Ihres noch „jungen“ Alters.)

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort geholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen
Stephan André Schmidt, LL.M.
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 07.09.2006 | 15:31

Sehr geehrter Herr LL.M. Schmidt,

vielen Dank für Ihre Antwort.

Ich werde Ihren Rat befolgen und mich an einen Steuerberater bzw. Rechtsanwalt wenden.

Sie haben aufgeführt, dass es wahrscheinlich zu einer Schätzung kommen wird.

Bitte erlauben Sie mir eine Nachfrage.

Wie hoch meinen Sie, wird die Schätzung der Einkünfte (Gewinn) sein.

Vielen Dank.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 07.09.2006 | 19:59

Sehr geehrter Fragesteller,

das Schätzungsverfahren nach § 162 AO ist komplex und die Schätzungsmethodik kompliziert, so dass sich in Ihrem Fall ohne weitere Sachverhaltsangaben keinerlei fundierte Angaben machen lassen.

Ihre Frage ist daher im Rahmen der Nachfragefunktion nicht zu beantworten.

Bitte haben Sie dafür Verständnis.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg.

Mit freundlichen Grüßen
St. Schmidt, LL.M.
Rechtsanwalt

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60078 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ausführlich, verständlich und klar geschrieben. Sehr zufrieden. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr RA Vasel erschien mir sehr kompetent, da er auch bei angedachtem weiteren Verfahren meines Steuerberaters fundierte Bedenken, gerade paradoxerweise bezüglich eventuell sich daraus ergebender steuerlicher Nachteile, hatte ... ...
FRAGESTELLER
3,2/5,0
Ohne Paragraphenangabe, alles pi x Daumen, man hätte zb § 850d ZPO oder sowas erwähnen können, Frage wurde obendrein unvollständig beantwortet aber Alles in Allem eine kleine Übersicht, musste im Endeffekt trotzdem alles Nachschlagen ... ...
FRAGESTELLER