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Steuerberechnung


26.06.2007 20:23 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht



Sehr geehrte Damen und Herren

ich habe folgende Frage: Meine Mutter hat vor einigen Jahren ein Haus von meiner Großmutter geerbt, welches meine Mutter früher oder später an meinen Bruder und mich übergeben möchte. Ich habe mich über die Möglichkeiten selber mal im Internet informiert (Erbe vs. Schenkung). Herausgefunden habe ich, dass es für Kinder einen Freibetrag von 205 T Euro gibt und eine Steuerstaffelung nach dem Wert des Vermögens. Können Sie mir die Steuer einmal für einen Vermögenswert von 300 T Euro vorrechnen?

Ich habe einen Freibetrag von 205 T Euro. Da das Haus an meinen Bruder und mich übertragen werden sollte und wir hier von einem exemplarischen Wert von 300 T Euro ausgehen, würde dies wohl bedeuten, dass beiden von uns ein Wert von 150 T Euro übertragen werden sollte. Das bedeutet in diesem Fall, dass keine Schenkungssteuer für beide anfallen würde?

Würde das Haus nur einem von uns übertragen werden, müsste derjenige dann auf einen Wert von 95 T Euro Steuern zahlen? Welcher Steuersatz ist hier dann anzuwenden? Ich habe im Internet herausgefunden, dass bei einem Vermögen bis zu 512 T Euro der Steuersatz von 15 % anzuwenden ist. Das wären dann in dem Rechenbeispiel ca. 14 T Euro?

Meine Eltern haben noch weiteres Vermögen, welches früher oder später wohl an uns übergehen wird. Ich befürchte, dass hier sehr hohe Steuerzahlungen erforderlich werden und frage mich, wie das bezahlt werden soll. Immerhin erbt man ja Vermögen und keine Barmittel. Gibt es auch eine Art Ratenzahlung bei Steuer oder wie wird das üblicherweise gehandbabt? Ich gehe davon aus, dass es sich hier um keinen Einzelfall handelt.

Vielen Dank für die Antwort.

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Sehr geehrte Rechtsratssuchende,
sehr geehrter Rechtsratssuchender,

gerne nehme ich zu den von Ihnen aufgeworfenen Fragen im Zusammenhang mit der Berechnung und Erhebung einer etwaigen Schenkungs-/Erbschaftssteuer Stellung und beantworte diese wie folgt:

1.Können Sie mir die Steuer einmal für einen Vermögenswert von 300 T Euro vorrechnen? Ich habe einen Freibetrag von 205 T Euro. Da das Haus an meinen Bruder und mich übertragen werden sollte und wir hier von einem exemplarischen Wert von 300 T Euro ausgehen, würde dies wohl bedeuten, dass beiden von uns ein Wert von 150 T Euro übertragen werden sollte. Das bedeutet in diesem Fall, dass keine Schenkungssteuer für beide anfallen würde?

Sofern das Haus einen Grundbesitzwert von 300 TEUR haben sollte und hälftig an Sie und Ihren Bruder übertragen würde, wäre der steuerpflichtige Erwerb für Sie und Ihren Bruder jeweils 150 TEUR und würde damit innerhalb des Freibetrages in Höhe von 205 TEUR liegen. Eine Schenkungssteuer würde für diese Schenkung isoliert betrachtet daher nicht entstehen.


2.Würde das Haus nur einem von uns übertragen werden, müsste derjenige dann auf einen Wert von 95 T Euro Steuern zahlen? Welcher Steuersatz ist hier dann anzuwenden? Ich habe im Internet herausgefunden, dass bei einem Vermögen bis zu 512 T Euro der Steuersatz von 15 % anzuwenden ist. Das wären dann in dem Rechenbeispiel ca. 14 T Euro?

Zunächst ist darauf hinzuweisen, dass gem. § 10 ErbStG lediglich „die Bereicherung des Erwerbers“ steuerpflichtig ist. Dies bedeutet, dass es bei einer Hausübertragung nur auf Sie darauf ankommt, ob Sie verpflichtet werden, Ihren Bruder auszuzahlen. Denn in diesem Fall würde diese Auszahlungsverpflichtung Ihre Bereicherung mindern, so dass wiederum der steuerpflichtige Erwerb im Rahmen des Freibetrages bliebe, so dass keine Schenkungssteuer entstünde.
Sofern Sie aber nicht verpflichtet würden, die Schenkung gegenüber Ihrem Bruder auszugleichen, trifft Ihre o.g. Berechnung bis auf den anzuwendenden Prozentsatz zu, d.h.:
steuerpflichtiger Erwerb: 300 TEUR
abzgl. Freibetrag: 205 TEUR
verbleiben 95 TEUR
gem. § 19 ErbStG zu versteuern mit 11% (nicht dagegen 15%, da zuerst der Freibetrag abgezogen wird und der Steuersatz sodann auf den verbleibenden Restbetrag von 95 TEUR angewendet wird: ergibt Schenkungssteuer in Höhe von 95 TEUR * 11% = 10.450 EUR.


3.Meine Eltern haben noch weiteres Vermögen, welches früher oder später wohl an uns übergehen wird. Ich befürchte, dass hier sehr hohe Steuerzahlungen erforderlich werden und frage mich, wie das bezahlt werden soll. Immerhin erbt man ja Vermögen und keine Barmittel. Gibt es auch eine Art Ratenzahlung bei Steuer oder wie wird das üblicherweise gehandbabt? Ich gehe davon aus, dass es sich hier um keinen Einzelfall handelt.

Zunächst möchte ich darauf hinweisen, dass der Freibetrag von 205 TEUR gem. § 14 ErbStG sämtliche Vermögensanfälle innerhalb eines 10-Jahreszeitraums erfasst. Es wäre daher denkbar, dass Sie im Falle einer derzeitigen Schenkung im Rahmen des Freibetrages diesen später dadurch überschreiten, dass innerhalb von 10 Jahren weitere Schenkungen vorgenommen werden oder ein Erbfall eintritt. In diesem Fall werden sämtliche Vermögensanfälle der letzten 10 Jahre zusammengerechnet.
Selbstverständlich wäre es denkbar, bzgl. der evtl. entstehenden Steuer einen Stundungsantrag beim FA einzureichen. Allerdings ist darauf hinzuweisen, dass die FÄ hierauf grds. ablehnend reagieren mit der Argumentation, man könne gewisse Vermögenswerte durchaus veräußern, um die Schenkungssteuer bei Fälligkeit entrichten zu können. Letztlich bleibt es daher Ihrem Argumentationsgeschick überlassen, ob Sie dem FA einen derartigen Härtefall deutlich machen können, dass es einem Stundungsantrag stattgibt.


Ich hoffe, Ihnen mit meinen Anmerkungen weitergeholfen zu haben, wünsche Ihnen viel Erfolg und stehe Ihnen für etwaige Rückfragen und weitere Auskünfte gerne zur Verfügung.

Für das mir entgegengebrachte Vertrauen darf ich mich bei Ihnen bedanken und verbleibe
mit freundlichen Grüßen
Andrea Fey
Rechtsanwältin und Notarin
Fachanwältin für Steuerrecht
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