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Steuerberaterhaftung bei GmbH-Gründung

19.03.2013 13:23 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


Zusammenfassung: Haftung des Steuerberaters bei falscher Beratung zur Gründung einer GmbH

Sehr geehrte Damen und Herren,

im Juni/Juli 2010 habe ich einen Steuerberater kontaktiert, um über die Möglichkeiten der Gründung einer Gesellschaft informiert zu werden. Im Vordergrund stand für mich die Frage der Aufnahme von Mitgesellschaftern und eine Haftungsbeschränkung. Ich selbst hatte mich im Vorfeld etwas informiert und wollte eine UG haftungsbeschränkt gründen. Der Steuerberater jedoch hielt die UG für nicht adäquat und schlug die Gründung einer GmbH vor. Ich habe den Steuerberater darüber informiert, dass sowohl ich als auch die Mitgesellschafter/in über kein Kapital verfügen, das ggf. als Stammkapital in einer GmbH eingebracht werden kann.

Der Steuerberater wollte prüfen, ob es durch die Einbringung meines Einzelunternehmens möglich wäre, eine Sachgründung durchzuführen. Da mein Einzelunternehmen bis dato nicht bilanziert wurde, lies der Steuerberater eine Bilanz zum 31.8.2010 durch eine seiner externen Mitarbeiterinnen erstellen. Nach einer ersten groben Auflistung, bestätigte mir der Steuerberater, dass eine Gründung der GmbH als Sachgründung ohne Geldeinlage (zumindest was meine Anteile angeht) problemlos möglich sei.

Am 3.10.2010 erhielt ich von der Dame, die die Bilanzierungrechnung durchführte die Nachricht, dass nun doch mindestens 6.000,- EUR für die Sachgründung fehlen würden. Auf meine Intervention, dass dies doch hätte auch zu einem früheren Zeitpunkt hätte festgestellt werden können und alle Beteiligten sich den schon entstandenen Aufwand hätten sparen können, wurde mir entgegnet, dass der Steuerberater sicherlich eine Möglichkeit finden würde, diese "Differenz irgendwie anders auszugleichen". (Mailverkehr liegt vor).

Der fertig bilanzierte Jahresabschluss zum 31.8.2010 wurde dann am 12.10.2010 vom Steuerberater an den Notar weiter geleitet. Der Gesellschaftervertrag würde dann ebenfalls vom Notar vorbereitet werden. Am 29.10.2010 fand dann ein Termin mit dem Notar statt, bei dem der Steuerberater dem Notar die Gründung und Bilanzierung erläutert hat.

Am 4.11.2010 wurde die GmbH dann gegründet. Meine Anteile wurden durch das Einbringen meines Einzelunternehmens auf Basis der Bilanz zum 31.8.2010 abgedeckt. Von den einstmals fehlenden 6.000,- EUR wurde mir nichts mehr mitgeteilt. Im Gegenteil war es sogar so, dass mir die GmbH noch ca. 2.500,- EUR auszahlen musste, da mein Einzelunternehmen mehr wert war, als für meine Anteile erforderlich.

Erst nach der Gründung hat mir der Notar dann mitgeteilt, dass natürlich noch eine Bilanzierung meines Einzelunternehmens zum 04.11.2010 erstellt werden müsse. Ich habe dann umgehend bei der Dame, die die Bilanzierung zum 31.8.2010 erstellt hatte nachgefragt, ob sie hierzu schon Infos vom Steuerberater erhalten hat, was sie am 05.11.2010 verneinte. der Steuerberater hat sich diesbezüglich dann am 8.11.2010 gemeldet und bestätigt, dass die Bilanz/der Jahresabschluss zum 04.11.2010 erstellt werden muss.

Da dieser Jahresabschluss Mitte März 2011 noch immer nicht fertig gestellt war, habe ich beim Steuerberater und der beauftragen Dame nachgefragt, bis wann dieser denn abgeschlossen sein wird. Ich habe vom Steuerberater dann am 14.3.2011 die Rückmeldung erhalten, dass sich der Jahresabschluss noch in Bearbeitung befindet und dieser wieder von der Dame bearbeitet wird, die bereits die Bilanz zum 31.8.2010 erstellt hat.

Erst am 24.5.2011 habe ich Nachfragen von der Dame erhalten, die den Abschluss fertig stellen sollte. Am 13.7.2011 habe ich die Rechnung für die GmbH-Gründung (Pos. 1 ist die Bilanz per 04.11.2010!) über 2.049,- EUR erhalten.

In der Zwischenzeit geriet die gegründete GmbH in eine wirtschaftliche Schieflage. So musste ich der GmbH aus meinem Privatvermögen einen Kredit über 20.000,- EUR geben. Der Steuerberater wies mich in diesem Zusammenhang lediglich darauf hin, dass dieser Kredit nicht zinslos sein dürfe.

Am 27.3.2011 - also 1,5 Jahre nach Gründung der GmbH - habe ich dann vom Steuerberater plötzlich erfahren, dass ich der GmbH wohl zum Zeitpunkt der Gründung bereits rund 14.000,- EUR schuldete.

Der Steuerberater hat mir dann in einem persönlichen Gespräch erläutert, dass sich diese Summe aus einer Reduzierung des Wertes meines Einzelnunternehmens ergibt, der in dem Zeitraum der ersten Bilanzierung zum 31.8.2010 und der Abschlussbilanzierung zum 04.11.2010 entstanden sei. Ich habe dem Steuerberater gegenüber mein völliges Unverständnis darüber geäußert, dass dieser Umstand nicht sofort für ihn ersichtlich war, zumal ihm ja alle dafür erforderlichen Zahlen bereits vor der Gründung vorlagen.

Der Steuerberater hat sich diesbezüglich nicht weiter geäußert. Er hat mich lediglich darüber informiert, dass der Kredit in Höhe von 20.000,- EUR, den ich der GmbH gegeben habe ja nun mit dieser Summe verrechnet werden solle und ich somit meine Stammeinlage einbezahlt hätte. Ich habe deutlich zu verstehen gegeben, dass ich - wären mir diese Umstände rechtzeitig erläutert worden - niemals eine GmbH gegründet hätte - bzw. zu diesem Zeitpunkt ja auch gar nicht hätte gründen können. Auch auf meine Frage, ob den die Gründung der GmbH hätte überhaupt vollzogen werden, äußerste sich der Steuerberater nicht.


Nun zu meiner konkreten Frage:

Ist der Steuerberater in diesem Falle seiner Informations- / Beratungspflicht nachgekommen oder hätte er die am Gründungstag 2 Monate alte Bilanzierung überprüfen müssen? Ist der Steuerberater dafür haftbar zu machen? Er hat die Angelegenheit mittlerweile seiner Haftpflichversicherung übergeben, da ich - in Unkenntnis der Rechtslage - den mir entstandenen Schaden von 14.000,- EUR gerne von ihm ersetzt hätte.


Ich bitte um sehr konkrete Antworten auf die Frage, wie ich meinen Schadensersatzanspruch begründen und formulieren kann und ob hierfür überhaupt eine valide Chance besteht.

Vielen Dank und beste Grüße


Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich anhand des von Ihnen geschilderten Sachverhalts beantworten möchte:
Eine Pflichtverletzung des Steuerberaters könnte darin bestehen, dass er Sie nicht darauf hingewiesen hat, dass eine Bilanz des Einzelunternehmens zum 4.11. hin, hätte
erstellt werden müssen und bei der Sachgründung Ihr Anteil durch den Wert des Einzelunternehmens zum 4.11. erbracht wird. Etwaige Fehlbeträge aufgrund der zwingenden Erbringung der Stammeinlage in Höhe von 25.000,-- € müssen Sie erbringen!! Das etwaige Unterlassen eines Hinweises des Steuerberaters stellt auch eine Pflichtverletzung dar sowie auch der Hinweis dass eine etwaige Sachgründung einer GmbH hier nicht der beste Weg ist.
Der Steuerberater muss Ihnen ja beweisen, dass er Sie auf die obigen Punkte hingewiesen hat.
Dies wird er wahrscheinlich nicht können. Ihre Einlassung, dass Sie in dem Fall überhaupt keine GmbH gegründet hätten, ist sicherlich auch relevant.
Was mir nicht ganz klar ist, warum Sie den Schaden hier auf 14.000 € beziffern bzw, was Sie gegenüber der GmbH für "Schulden" haben. Meines Erachtens sind doch die Schulden nicht kausal für die Pflichtverletzung des Steuerberaters geworden. Im Falle der Abwicklung der GmbH haben Sie auch anteilig einen Anspruch an die GmbH auf Rückzahlung des erbrachten Stammkapitals.
Als bezifferbaren Schaden, da eine endgültige Minderung in der Vermögenssphäre bei Ihnen eingetreten ist, sehe ich durch die nutzlos getätigten Aufwendungen wie Erstellung der Bilanzen, Notarkosten, Handelsregisterkosten etc, mit der Begründung, dass Sie gar keine GmbH errichten wollten, wenn Sie ordnungsgemäß belehrt worden wären.



Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Patrick Hermes, Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 19.03.2013 | 15:23

Sehr geehrter Herr Hermes,

vielen Dank für Ihre Rückmeldung.

Sicherlich ist mir bewusst, dass die Gründer einer GmbH ihre Stammeinlagen auch selbst einzubringen haben.

Jedoch war es in meinem Falle klar kommuniziert, dass meine einzig mögliche Einlage die Sacheinlage - also die Einbringung meines Einzelunternehmens - sein kann. Nur unter diesen Umständen und wenn die Einbringung des Einzelunternehmens völlig ausreicht, um die Sacheinlage abzudecken, bestand mein Einverständnis zur GmbH-Gründung. Und dies war ja auch lt. Bilanz zum 31.8. der Fall - bzw. es entstand sogar ein Guthaben, das mir von der GmbH ausbezahlt wurde.

Zwischen dem 31.8. (also Tag der Bilanz) und dem 04.11 (Tag der GmbH-Gründung) sank aber dann offenbar der Wert des Einzelunternehmens um 14.000,- EUR (da ja bspw. Angestelltengehälter und Raumkosten abgedeckt werden mussten). Somit schuldete ich also bereits am Tag der Gründung der GmbH 14.000,- Stammeinlage. Von diesem Umstand erfuhr ich allerdings erst 1,5 Jahre später. Vom dem Kredit über 20.000,- EUR, den ich der GmbH in der Zwischenzeit gegeben habe, wurden diese 14.000,- EUR dann abgezogen.

Somit ist mir hier doch ein Schaden von 14.000,- EUR entstanden, der mir nicht entstanden wäre, hätte der StB vor der Gründung noch mal eine aktuelle Bilanz erstellt. Denn dann hätte ich die GmbH nicht gegründet und hätte auch noch meine 14.000,- bzw. 20.000,- EUR. Somit ist der mir entstandene Schaden meines Erachtens nach doch kausal für die Pflichtverletzung des StB.

Immerhin hat diese Tatsache einen nicht unerheblichen Teil dazu beigetragen, dass ich mittlerweile von Hartz IV zu leben habe.

Ich hoffe, ich konnte den Zusammenhang nachvollziehbar darlegen und würde Sie nochmals bitten, zu überprüfen in wie weit ich meine Schadensersatzforderung durchsetzen könnte.

Vielen Dank und beste Grüße

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 19.03.2013 | 17:45

Die 14.000€ sind kein Schaden, da dieses Geld ja Forderungen des Altunternehmens waren, die sowieso hätten beglichen werden müssen. Schaden sind die Gründungskosten für die GmbH, wie bereits mitgeteilt, da Sie diese nicht gegründet hätten.

Ergänzung vom Anwalt 19.03.2013 | 18:42

Nochmals zur Ergänzungs, falls dies nicht ganz klar geworden: Hinsichtlich der 14 tsd. haben Sie bei Auflösung der GmbH ja auch wiederum einen Anspruch als Gesellschafter auf Rückzahlung der geleisteten Stammeinlage.

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