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Steuerberater/Herausgabe von Unterlagen

08.11.2016 18:36 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Dr. Corina Seiter


Zusammenfassung: Steuerberatergebühren

Steuerberater macht Probleme:

1. Buchhaltung und JÜ 2014
Für die Erstellung der Buchhaltung 2014 und 2015 einer Kapitalgesellschaft wurde ein Steuerberater beauftragt. Es wurde vereinbart, die Buchhaltung UND den Jahresabschluss für max. 600,00€ zu erstellen.

Für das JAHR 2014 wurden die Buchungsdaten elektronisch an den Steuerberater übermittelt. Zu einem späteren Zeitpunkt teilte der Steuerberater mit, dass es einen "Mehraufwand" geben wird, weil die elektronischen Daten in einen anderen Kontorahmen "umgebucht" und Belege kontrolliert werden müssen. Grundsätzlich war der Auftraggeber damit einverstanden, einen "Mehraufwand" zu zahlen, genaue Konditionen und der Umfang des Aufwand wurden vom Steuerberater allerdings nicht mitgeteilt. Im Treu und Glauben ging der Auftraggeber davon aus, dass dies nicht mehr als 600,00€ kosten wird.

Als dann aber eine Rechung von über 18 Arbeitsstunden á 150,00€ dem Auftraggeber in Rechnung gestellt wurde, erhob der Auftraggeber einen Einwand und verlangt die Darstellung des Aufwandes, insbesondere die durchgeführten Tätigkeiten. Die Rechnung bezieht sichh auf eine "Anlage", welche dem "Auftraggeber" bis heute nicht vorliegt. Die Kanzlei weigert sich, Auskunft darüber zu geben. Hinzu kommt weitere Fragen zum Gegenstandwert, welche der Auftraggeber hinterfragte.

Der Auftraggeber hat auf die Rechnung über den Mehraufwand 50% "unter Vorbehalt" der Nachprüfung an den Steuerberater gezahlt. Es wurde auch die Rechnung für die BUCHHALTUNG 2015 vollständig bezahlt. Sonst hat der Auftraggeber alle unstreitigen Rechnungen bezahlt. Der Jahresabschluss 2014 hat der Steuerberater dem Auftraggeber übermittelt, allerdings nicht elektronisch.

2. Zeugenaussage vor Gericht:
In einer privaten Angelegenheit für den Auftraggeber, sagte der Steuerberater und Mitarbeiter als "Zeugen" vor Gericht aus. Die Zeugen wurden von Gericht offiziell geladen. Jetzt sendet der Steuerberater Rechnungen über diese Zeugenaussagen. Dagegen wurde ebenfalls "Widerspruch" erhoben.

Problem:
Der Auftragegeber muss seiner Publizitätspflicht nachkommen. Dies ist ihm zur Zeit nicht möglich.

Frage: Welche gerichtliche Möglichkeiten gibt es, an die Daten 2015 zu kommen, also das vom Steuerberater mitgeteilte "Zurückbehaltungsrecht" zu umgehen oder aber Schadensersatz zu fordern, wenn jetzt 2015 ein neuer Buchhalter beauftragt wird?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:

Der Steuerberater hat grds. ein Zurückbehaltungsrecht an solchen Unterlagen, für die er Leistungen erbracht hat, das dafür rechtmäßig zu zahlende Honorar jedoch nicht entrichtet wurde.

Da es sich bei der Buchführung um Teilleistungen für den jeweiligen Monat handelt, wäre hier zu prüfen, für welche Monate Sie bereits die Buchführungshonorare bezahlt haben. An den Unterlagen für einen nicht bezahlten Buchführungsmonat hat der Berater ein Zurückbehaltungsrecht.

Entsprechendes gilt selbstverständlich auch für die Abschlussbuchungen im Rahmen der Jahresabschlussbestellung, sofern auch hier die entsprechenden Honorare nicht gezahlt wurden.

Im Übrigen ist - sofern keine etwaige anderslautende schriftliche Honorarvereinbarung mit dem Berater geschlossen wurde - eine Abrechnung nach Zeitaufwand nur in den gemäß §13 StBVV geregelten Fällen möglich. Dies gilt jedoch gerade nicht für die typischen Jahresabschlussarbeiten, welche gemäß §25 bzw. §35 StBVV grds. auf Basis des Gegenstandswertes abzurechnen sind. Hier gibt es auch klar geregelte Mindest- sowie Höchstgebühren, die keinesfalls unter- bzw. überschritten werden dürfen.

Zeugen erhalten bei Gericht eine Zeugenentschädigung, die hat die unterlegene Partei zu zahlen.

Sollten Sie Steuerberaterleistungen in Anspruch nehmen wollen, so bietet unsere Partnerschaft dies ebenso an wie Rechtsberatung.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 14.11.2016 | 12:34

Sehr geehrte Damen und Herren,
die Zeugeaussage erfolgte im Rahmen eines Strafprozesses, der noch nicht abgeschlossen ist. Demnach erhält der Steuerberater seine Entschädigung durch die Staatskasse und die Justizkasse stellt im Falle einer Rechtskraft dem Angeklagten die Kosten in Rechnung. Dann hat der Steuerberater eine Rechnung vorgelegt, wo der Jahresabschluss 2015 abgerechnet wird. Diese Rechnung ist bezahlt, allerdings wurde mir der Jahresabschluss nicht vollständig bzw. nicht elektronisch übermittelt. Trotz Frist reagiert der Steuerberater nicht. Ich habe deshalb eine Frist gesetzt und würde dann bei weiterem Zurückbehalt das Geld zurückfordern. Ist das so richtig?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 14.11.2016 | 19:38

Wenn Sie die Rechnung vollständig (!) bezahlt haben, besteht hieran kein Zurückbehaltungsrecht. ABER: ohne Unterlagen/Rechnungen/Übersicht der Tätigkeiten ist eine konkrete abschließende Beantwortung der Nachfrage über dieses Portal nicht möglich, da hier einiges abzuprüfen wäre.

Wenden Sie sich hier an einen Anwalt ggf. vor Ort.

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