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Steuerberater meldet sich, Finanzamt hat Fragen

| 23.09.2008 17:05 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Kay Fietkau


Sehr geehrte Anwälte,

Folgendes Szenario.:
Ws ist, wenn man von seinem Steuerberater die Meldung bekommt, dass offenbar der Herr vom Finanzamt nicht mit der Steuererklärung einverstanden ist !
Was kann einem jetzt passieren ? Geldstafe oder Hausdruchsuchung ?

Es ist wichtig zu erwähnen, dass alle Absetzungen vom Steuerberater als Pauschalbetrag geschätzt wurden.
Beispielsweise wurde die Telefonrechnung mit Einzelverbindungsnachweis zu 60 % als gewerblich abgesetzt.
Ist hier nich die Steuerberaterin bei Fehlern und Strafen verantwortlich ?

Wäre es ratsam nun festzustellen, ob nicht doch alles richtig ist, indem man per Einzelverbindungsnachweis genau feststellt, was nun gewerblich und was privat ist ?

Und wäre es ferner gut, wenn man diese Erkenntnisse dem Steuerberater zusenden würde ?

Wenn ich dies nun mache und alle Werte mit einem Marker kennzeichne, würde dies so ausreichen ggfs. noch per Fax ans Steuerberaterbüro zu senden ?

Was raten sie mir hier ?

Unterm Strich ist es also so, dass man doch ein Kellerarchiv absetzen kann, wenn man als Vermieter die Akten aufbewahren muss auch ein PC ist doch abzusetzen, wenn man damit auch Briefe schrieben muss oder sonstiges.

Wenn nun auf der Telefonrechnung was von Anwaltshotlines steht, ist dies sicherbesser, als wenn man für jede Rechtsfrage einen Anwalt kontaktiert, der dann für einen schreibend tätig wird oder ?
Wenn man also einen anruf bei Anwälte Direkt oder Deutsche Anwaltshotline macht und dies hat mit dem Geschäft zu tun, wird man dies sicher, bzw die erhöjhten Telefonkosten geltend machen können.

Würden sie mir daher theoretisch raten, alles zu markieren und die Einzelverbindungsnachweise dem Amt zu senden ?

Weiter müssen Faxe berücksichtigt werden und anderes .
Computer wird man sicher auch absetzen können, so sie denn für die Arbeit, sprich Emails Briefe oder ausdrucken von Bildern einer Mietswohnung verwendet werden müssen usw.

Falls sich nun doch herausstellt, dass diese Pauschalangaben zu hoch gegriffen sind, könnte man dann Ärger bekommen ?

Danke

Sehr geehrter Fragesteller,

vorweg möchte ich Sie darauf hinweisen, dass diese Plattform nur dazu dienen soll, Ihnen einen ersten Eindruck der Rechtslage zu vermitteln. Die Leistungen im Rahmen einer persönlichen anwaltlichen Beratung/Vertretung können und sollen an dieser Stelle nicht ersetzt werden.

Auf Grund des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes möchte ich Ihre Fragen zusammenfassend wie folgt beantworten:


1. Probleme mit Finanzamt

Wenn das Finanzamt mit Ihrer Steuererklärung nicht einverstanden ist kann folgendes geschehen:

Ist die Steuererklärung unvollständig, wird Sie das Finanzamt in der Regel auffordern, die fehlenden Angaben oder Unterlagen nachzureichen. Wenn Sie – wie ich Ihren Angaben entnehmen kann – von einem Steuerberater vertreten werden, sollte dieser die Kommunikation mit dem Finanzamt übernehmen und die Erklärung vervollständigen.

Wenn das Finanzamt Ihrer Steuererklärung nicht folgt, indem es beispielweise von Ihnen geltend gemachte Kosten oder Aufwendungen für nicht abzugsfähig hält, wird es einen Steuerbescheid erlassen, in dem nur die vom Finanzamt anerkannten Kosten berücksichtigt werden. Gegen den Steuerbescheid und die darin enthaltene Ansicht des Finanzamt können Sie bzw. Ihr Steuerberater Einspruch einlegen.

Haben Sie in der Steuererklärung Angaben gemacht, die das Finanzamt nicht nachvollziehen kann oder die aus Sicht des Finanzamtes unglaubwürdig sind, kann das Finanzamt auch eine Betriebsprüfung anordnen bzw. Ihre Einnahmen und Ausgaben schätzen.

Zur Einleitung eines Straf- oder Bußgeldverfahrens und somit ggf. zur Hausdurchsuchung oder Verurteilung kann es schließlich nur dann kommen, wenn Sie vorsätzlich oder fahrlässig falsche Angaben in der Steuererklärung vorgenommen haben und hierdurch Steuern hinterzogen oder verkürzt haben.

Ich empfehle Ihnen daher, sich entweder mit Ihrem Steuerberater in Verbindung zu setzen, mit diesem die vom Finanzamt beanstandeten Punkte zu besprechen und den Steuerberater mit der Regulierung gegenüber dem Finanzamt zu beauftragen, oder andererseits – wenn Sie im Hinblick mit Ihrem Steuerberater kein gutes Gefühl haben – einen Termin beim Finanzamt zu machen und dann die problematischen Punkte direkt mit dem Finanzbeamten zu besprechen. Selbstverständlich können Sie sich auch an einen anderen Steuerberater oder entsprechend spezialisierten Rechtsanwalt wenden.


2. Telefonkosten

Wenn es bei dem von Ihnen genutzten Telefonanschluss um einen rein geschäftlichen Anschluss handelt, von diesem also überwiegend geschäftliche Anrufe getätigt werden, können die gesamten Kosten des Anschlusses von der Steuer in Abzug gebracht werden.

Bei einem privaten Anschluss hingegen kann nur der geschäftliche Teil in Abzug gebracht werden. Dieser Anteil kann entweder pauschal bestimmt werden. Ohne entsprechende Nachweise werden hier vom Finanzamt in der Regel ca. 20 Prozent anerkannt. Wenn Sie einen höheren Anteil absetzen, müssen Sie dem Finanzamt die Gründe hiervon glaubhaft machen. Alternativ können Sie jedoch auch die tatsächlichen Kosten ansetzen und sämtliche geschäftlichen Gespräche aufschlüsseln. Hierzu sollten Sie dem Finanzamt einen Einzelverbindungsnachweis vorlegen und dort die betreffenden Gespräche markieren.


3. PC

Wenn Sie den PC ausschließlich für Ihre gewerbliche bzw. Vermietertätigkeit nutzen, können Sie die Anschaffungskosten ebenfalls von der Steuer absetzen. Jedoch gilt es hier zu beachten, dass Computer in der Regel nicht auf einmal in Ansatz gebracht werden können, sondern über die gewöhnliche Nutzungsdauer abgeschrieben werden müssen. Die gewöhnliche Nutzungsdauer für einen PC beträgt 3 Jahre.

Wenn Sie einen privaten PC auch gewerblich nutzen, können Sie – wie bei den Telefonkosten – nur den geschäftlichen Teil absetzen. Diesen müssen dem Finanzamt gegenüber belegen. Dies können Sie entweder durch ein PC-„Fahrtenbuch“ (ähnlich wie beim PKW) tun oder Sie schätzen den geschäftlichen Anteil. In der Regel akzeptiert das Finanzamt eine geschäftliche Nutzung von bis 50 Prozent ohne Nachweis akzeptieren. Häufig lässt das Finanzamt auch Fragebögen hinsichtlich des Nutzungsverhaltens ausfüllen, auf Grundlage dessen es dann den geschäftlichen Anteil schätzt.


4. Kellerarchiv

Wenn Sie das Kellerarchiv ausschließlich zur Aufbewahrung Ihrer Geschäftsunterlagen verwenden, können Sie diese Kosten ebenfalls absetzen.


5. Rechtsberatungskosten

Geschäftsbezogene Anwaltskosten können Sie ebenfalls in Abzug bringen. Dies gilt auch, wenn Sie die Anwaltshotline anrufen. Ich empfehle Ihnen jedoch in diesem Fall hinsichtlich der Telefonkosten den Einzelnachweise zu führen und hier die Anwaltstelefonkosten als geschäftliche Telefonkosten einzustellen.


Ich hoffe Ihnen, mit den vorstehenden Ausführungen eine erste Orientierung gegeben zu haben.

Ich möchte Sie an dieser Stelle noch darauf hinweisen, dass die vorstehende Antwort ausschließlich auf den von Ihnen gemachten Angaben beruht. Das Hinzufügen oder Weglassen von Angaben kann zu einem anderen Ergebnis führen.

Mit freundlichen Grüßen

Kay Fietkau
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 23.09.2008 | 19:38

Vielen Dank für die Antwort, nennen sie mir bitte noch konkret die betreffenden Paragraphen und sagen sie mir, ob es theoretisch eng wird, wenn man beisielsweise sagt, man nutz das Telefon zu 60 % privat und in Wirklichkeit sind es dann "nur" 40 %

Ist das schon farhlässig, bzw hat dann das Finanzamt das Recht eine Strafe zu verteilen ?
Wenn dies so ist, wie hoch wäre die Strafe, wenn man die Telefonkosten im Jahr auf ca. 5000 Euro schätzt ?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 12.11.2008 | 11:51

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Nachfrage, die ich Ihnen kurz wie folgt beantworten möchte:

Nach § 90 Abs. 1 AO sind Sie verpflichtet, das Finanzamt durch wahrheitsgemäße Angaben bei der Ermittlung der der Besteuerung zugrundliegenden Sachverhalte zu unterstützen.

Durch wahrheitswidrige und offensichtlich unrichtige Angaben setzen Sie sich einerseits der Gefahr aus, dass Finanzamt die tatsächlichen Kosten schätzt und Sie somit höhere Steuern zahlen. Andererseits könnte Sie hierdurch das Finanzamt auch dazu verleiten, weitere Ermittlungen anzustellen.

Zudem möchte ich Sie darauf hinweisen, dass bewusste Falschangaben ggf. ordnungswidrigkeits- oder strafrechtliche Konsequenzen haben könnten.

Mit freundlichen Grüßen

Kay Fietkau
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 19.11.2008 | 23:54

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