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Steuerberater gibt keine Steuererklärung ab

8. Januar 2016 13:28 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

wir haben im Jahr 2012 einen Steuerberater beauftragt, die Steuererklärung für unseren verstorbenen Onkel zu tätigen, da er nach neuer Rechtslage auf seine Rente evtl. Steuern hätte zahlen müssen. Wir als Erbengemeinschaft wurden daraufhin angeschrieben.

Wir haben mit dem Steuerberater Kontakt aufgenommen und ihm alle relevanten Unterlagen zur Verfügung gestellt. Es ging um die Jahre 2006 bis 2010. Unser Onkel war im Januar 2011 verstorben.

Er hat uns dann geraten erst einmal die Steuererklärung für das Jahr 2010 zu erstellen und wenn dann keine Steuerzahlung anfallen würde, müssten wir die restlichen Jahre nicht machen.

Daraufhin bekamen wir Wochen später von ihm eine Steuererklärung für das Jahr 2010 die wir unterschrieben haben und an das Finanzamt weiter geleitet haben. Der gesamte Schriftverkehr mit dem Finanzamt lief ab da über den Steuerberater.

Im Sommer 2014 sollten wir dann einen Betrag X an das Finanzamt zahlen. Diesen Betrag haben wir selbstverständlich sofort überwiesen. Kurze Zeit später haben wir dann eine Rechnung bekommen für Gerichtskosten, da unser Steuerberater Klage eingereicht hatte.
Auch diese Gebührenrechnung haben wir natürlich überwiesen. Nach Rückfrage hat er uns mitgeteilt, dass er auch mit dem zwischenzeitlich geänderten Steuerbescheid nicht einverstanden sei und somit Klage eingereicht hätte. Auch das war für uns als Laien noch nachvollziehbar. Wenn die Klage zu unseren Gunsten entschieden werden würde, bekämen wir die Gebühren zurück erstattet.

Im Sommer 2015 bekamen wir dann einen geänderten Steuerbescheid für 2010, eine Bitte um Mitteilung unserer Bankverbindung für die Erstattung und eine Rechnung des Steuerberaters. Bis dahin für uns alles nachvollziehbar und logisch.

Bis Ende 2015 kam keine Erstattung vom Finanzamt. Im Dezember 2015 bekamen wir dafür einen Vollstreckungsbescheid vom Finanzamt für die Steuern der Jahre 2008 und 2009. Wir haben daraufhin den Steuerberater kontaktiert und um Einsicht in die Unterlagen gebeten da wir den Verdacht hatten, irgendwas läuft gründlich falsch,

Unser Steuerberater hat dann um Übersenden per Mail des Vollstreckungsschreibens gebeten. Auch dieses haben wir ihm übersandt. Seine Reaktion (es war kurz vor Weihnachten) er hätte das geklärt, dass wird im Januar bearbeitet, wir sollten erst mal nicht zahlen.

Mit dieser Aussage konnten und wollten wir uns nicht abfinden und haben weiterhin um Herausgabe der Unterlagen gebeten. Angeblich hat er diese am 18.12.15 per Post an uns versandt. Bis heute ist kein Brief bei uns eingetroffen.

Parallel dazu haben wir mit dem Finanzamt telefoniert und mittlerweile haben wir folgendes heraus gefunden:

Die Steuererklärung für 2010 ist nicht vollständig abgeschlossen.
Die von ihm eingereichte Klage tat erstens gar nicht nötig und zweitens wurde er vom Gericht mehrfach angeschrieben, da irgendwelche Unterschriften fehlten. Da er darauf nicht reagiert hat, hat das Gericht einen Termin zur Mündlichen Verhandlung festgesetzt. Dieses Schreiben ging ihm per Einschreiben zu und wurde von ihm auch gegengezeichnet. Zu dem Termin der Mündlichen Verhandlung ist er nicht erschienen und somit wurde die Klage eingestellt.

Die Steuererklärung für die Jahre 2008 und 2009 hat er trotz mehrfacher schriftlicher Aufforderung des Finanzamtes über einen Zeitraum von fast einem Jahr nicht erstellt. Somit hat das Finanzamt die Steuer geschätzt. Da auch auf diese Schreiben des Finanzamtes keine Reaktion von seiner Seite erfolgte, haben wir dann eine Vollstreckungsankündigung erhalten.

Seit Anfang Dezember versuchen wir nun verzweifelt an die Steuerunterlagen heran zu kommen. Telefonisch und per E-Mail ist er nicht zu erreichen bzw. es kommt keine Rückmeldung. Da er seine Kanzlei/Büro zu Hause hat, können wir auch nirgendwo vorstellig werden.

Nach Rücksprache mit dem Finanzamt und dem zuständigen Richter haben wir geklärt, dass wir noch für 2008, 2009 und 2010 korrekte Steuererklärungen abgeben können. Dazu benötigen wir allerdings die Unterlagen.

Was können wir tun, um an die Papiere zu kommen? Wie sollen wir uns weiterhin verhalten?

Sehr geehrte Mandantin,

nach Ihren Schilderungen sehe ich in der Tat konkreten Handlungsbedarf.
Bereits die Umstände, unter denen die Klage eingereicht worden ist, sprechen für sich: Es war keine konkrete Handlungsanweisung durch Sie, bzw. Ihre Erbengemeinschaft erfolgt. Dennoch ist eine - wie sich nunmehr herausstellt, rechtlich letztlich sinnlose - Klage eingereicht worden. Die hierfür entstehenden Mehrkosten müssen Sie zunächst einmal zahlen.

Des Weiteren war die Auskunft dahingehend, dass für die Gemeinschaft eine Steuererstattung zu erwarten sei, ganz offensichtlich nicht korrekt.

Auch der Rat, die Erklärungen für 2008 und 2009 nicht abzugeben, war falsch.

Das Einzige, was bislang funktioniert hat, war die Rechnungslegung durch den Steuerberater selbst, die Sie offensichtlich auch bereits bezahlt haben.

Ohne die Unterlagen im Einzelnen zu kennen, kann ich Ihnen nur dringend dazu raten, schnell und entschieden zu handeln. Sie haben keinen Anspruch auf den "Goodwill" des Finanzamts. Ich gehe davon aus, dass dort derzeit auf reiner "Kulanzbasis" nicht weiter vollstreckt wird.
Sie müssen allerdings wissen, dass auch für Schätzbescheide Rechtsmittelfristen laufen, die es einzuhalten gilt. Selbst wenn hiergegen jedoch noch innerhalb der Fristen Einspruch eingelegt würde, könnte das Finanzamt dennoch weiterhin vollstrecken. Um dies zu verhindern, müssten weitere Anträge auf Aussetzung der sofortigen Vollziehung gestellt werden.

Ich kann Ihnen daher zur Vermeidung derzeit noch nicht kalkulierbarer Schäden nur dringend dazu raten, sich anwaltlicher Hilfe zu bedienen. Die nächsten Schritte wären aus meiner Sicht die Kündigung des Mandats gegenüber Ihrem bisherigen Steuerberater, da das Vertrauensverhältnis zu diesem zerrüttet ist.
Damit verbunden muss er zur Herausgabe aller ihm vorliegenden Unterlagen unter kurzer Fristsetzung aufgefordert werden.

Ein Recht zum Zurückhalten der Unterlagen hat er nicht, zumal seine Rechnung ja sogar bezahlt wurde.
Sodann müssen die Unterlagen dringend geprüft und die relevanten Fristen berechnet und möglichst in ihrem Ablauf aufgehalten werden.

Gleichfalls muss Kontakt zu Finanzamt und Gericht hergestellt werden. Dem Steuerberater gegenüber sollte außerdem angekündigt werden, dass gegebenenfalls noch Schadensersatzansprüche auf ihn zukommen werden. In diesem Rahmen kann alles geltend gemacht werden, was durch das Gerichtsverfahren und die Vollstreckungen an Kosten entsteht. Auch weitere Kosten durch die Beauftragung eines Rechtsanwalts und eines neuen Steuerberaters müssen dann von ihm getragen werden.
Da Steuerberater dazu verpflichtet sind, sich gegen Vermögensschäden von Mandanten zu versichern, wird er Ihre Ansprüche an seine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung weiterleiten können.

Ich befürchte allerdings, dass er sich ohne konkrete Verschärfung der Gangart weiterhin auf "Tauschstation" begeben wird.

Ich bin Ihnen bei der Einleitung weiterer Schritte sehr gerne behilflich und stehe für Rückfragen über die Nachfragefunktion zur Verfügung.

Wenn Sie mich mit der weitergehenden Interessenvertretung der Erbengemeinschaft beauftragen möchten, freue ich mich zudem über eine Kontaktaufnahme mit meiner Kanzlei per Telefon (0228 / 25 94 33) oder E-Mail (daniela.fritsch@ra-fritsch.de).

Mit freundlichen Grüßen

Daniela Désirée Fritsch
Rechtsanwältin

Rückfrage vom Fragesteller 8. Januar 2016 | 14:32

Hallo Frau Fritsch,
vielen Dank für ihre schnelle Antwort.

Wir haben natürlich den Betrag des Vollstreckungsbescheides bereits bezahlt. Da sollten weiter keine Probleme auf uns zu kommen. Ferner haben wir dem Finanzamt mitgeteilt, dass wir sicherheitshalber Widerspruch gegen die Steuerbescheide einlegen und das wir dem Steuerberater die Vollmacht entzogen haben.

Wir hatten ihm per Mail mitgeteilt, dass wir bis heute die Unterlagen von ihm per Post oder per Mail einfordern. Dazu habe ich heute tatsächlich von ihm eine Antwort auf meine Mail erhalten, dass er erst am Montag wieder im Büro wäre und dann die Unterlagen versenden würde. Er sei heute auch schlecht per Telefon oder Mail zu erreichen. Ich habe ihm daraufhin geantwortet, dass ich die Unterlagen persönlich am Sonntag oder am Montag bei ihm abholen werde. Es solle mir bitte mitteilen, wann es ihm passt. Leider ist es nicht um die Ecke, sondern ca. 130 km entfernt. Aber das ist mir jetzt auch egal.

Einige Fragen habe ich noch, da ich nun natürlich auch nichts falsch machen möchte.

Muß ich ganz direkt das Mandat bei ihm kündigen? Bedarf es einer bestimmten Form?

Gott sei Dank sind meine Schwester und ich in der finanziellen Lage, die geforderten Steuerzahlungen (mittlerweile fast 5000€) auszulegen. Trotzdem würde ich im Moment noch keinen Anwalt einschalten wollen, um nicht noch mehr Kosten zu verursachen.
Was kann ich machen, wenn er mir weder am Sonntag noch am Montag öffnet, bzw. die Unterlagen nicht aushändigt? Habe ich dann noch weitere Möglichkeiten oder bleibt mir dann nur der Weg zum Anwalt?

Ich habe auch vor eine Beschwerde bei der Steuerberaterkammer Hannover einzureichen. Kann ich von der Seite mit Hilfe rechnen?

"am Ende des Krieges werden die Toten gezählt" so sagt man bei uns. Erst mal jetzt die Steuererklärungen abgeben. Dann schauen wir mal was dabei letztendlich raus kommt und dann, werden wir zivilrechtlich gegen den Steuerberater vorgehen. So ist unser Plan. Machen wir da etwas falsch? Verstreichen dadurch evtl. Fristen?

Wenn Sie nicht so weit weg wären, würden wir sicherlich gerne ihre Hilfe in Anspruch nehmen.

Für Ihre Mühe vorab bereits ganz herzlichen Dank.

Gruß

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 8. Januar 2016 | 14:39

Sehr geehrte Mandantin,

das Mandat müssen Sie dem Steuerberater schriftlich entziehen, diese Kündigung muss ihm gegenüber direkt erfolgen, ja.

Eine Anzeige bei der Steuerberaterkammer können Sie in jedem Fall tätigen, ich weise allerdings darauf hin, dass die Bearbeitungszeiten bei den Kammern regelmäßig viele Wochen betragen, eine schnelle Hilfe ist damit also voraussichtlich nicht garantiert.

Ansonsten klingt der von Ihnen eingeschlagene Weg schon einmal vernünftig. Sollten Sie die Unterlagen dennoch nicht erhalten, verbleibt Ihnen in der Tat nur noch der Weg zum Anwalt. Gleiches gilt für Schadensersatzansprüche, die ich nicht ohne Not einfach abschreiben würde.

Gerne können Sie sich diesbezüglich an mich wenden, was die Kosten angeht ist es zudem möglich, überschaubare Pauschalpreise zu vereinbaren, um die Kosten jederzeit kalkulierbar zu halten.
Was die Entfernung angeht, kann ich Sie beruhigen: Meine Kanzlei arbeiten bundesweit ohne Mehrkosten für die Mandanten.

Ich freue mich auf Ihre Kontaktaufnahme.

Mit den besten Grüßen

Daniela Désirée Fritsch
Rechtsanwältin

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