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Steuerberater geht mir auf die Nerven, brauche dringend Hilfe!


| 14.05.2007 17:53 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Marcus Schröter, MBA



Sehr geehrte Anwälte,

im Rahmen der Erstberatung möchte ich wissen was ich machen kann.
Mein Steuerberater ist einfach zu langsam, kann ich von ihm verlangen, dass er mir einen Zeitrahmen nennet, bis wann er fertig ist ?
Schon in den letzen Jahren war mein Steuerberater extremst langsam, er brauchte drei Monate für ein lächerliches MFH, der Aufwand ist minimal, ich bin kein Großunternehmen, es fallen Mieten an, Mietausfälle, Schulden wie Hypotheken, Rechnungen werden berücksichtigt, Abschreibungen, Rentenversicherungen usw.

Kann ich nun von meinem Steuerberater verlangen, dass er mir mitteilt, wie lange er braucht, kann ich verlangen, dass er innerhalb der Frist vom Finanzamt die Steuererklärung macht ?
Was ist, wenn er dies nicht einhalten kann oder eine falsche Steuererklärung macht, kann ich ihn dann nicht haftbar machen ?
Was mache ich wenn die Steuerprüfung hier stehen würde, wenn er mal einen Fehler macht, kann ich diese dann direkt zu meinem Steuerberater schicken ?

Da ich meinen Steuerberater jetzt schon mehrmals auf die Füße getreten bin, habe ich die Befürchtung, dass er sich bei meiner Steuererklärung nicht mehr so viel Mühe gibt.
Ich denke da zum Beispiel an das Absetzen meines Büros oder das jetzt neu eingeführte recht zum Absetzen von Handwerkerrechnungen im eigenen Haus.
Ist es denn daher überhaupt möglich, dass der Steuerberater einen schlechter stellen kann, ich traue ihm nicht mehr so, wie kann man sich da wehren ?
Ich denke da an die Hypotheken, die ja jedes Jahr gleichmäßig verteilt werden können.

Können sie mir zudem mitteilen, wie ich mich verhalten soll, wenn ich zu einem anderen Steuerberater gehen will, was muss ich beachten, was muss ich machen ?
Was kann bei einer Stuererklärung am häufigsten schief gehen und ist der Steuerberater dafür haftbar ?
Das Finanzamt hat eine Frist gesetzt, was muss ich nun machen, damit ich keine Strafe zahlen mus s ???

Mir ist die Sache sehr wichtig, ich bitte um Beantwortung aller Fragen und um einige Tipps, wie ich mich gegen evtl. willkür wehren kann ?
Danke

Sehr geehrter Ratsuchender,

Ihre Anfrage beantworte ich auf Grundlage Ihrer Angaben wie folgt:

Ihr Steuerberater hat seine Tätigkeit nach der Berufsordnung für Steuerberater gem. § 4 BOStB gewissenhaft auszuüben. Insoweit darf er ein Mandat nur annehmen, wenn er über die erforderliche Sachkunde und Zeit verfügt. Soweit der Steuerberater seine Aufgaben nicht innerhalb der vom Finanzamt oder gesetzlichen gesetzten Frist erledigt, liegt vorbehaltlich des genauen Sachverhaltes ein Verstoß gegen die Berufsordnung für Steuerberater vor. Auch wird man dem Steuerberater einen entsprechenden Verstoß unterstellen können, wenn er zugesagte Fristen nicht einhält. Insoweit hat er gem. § 27 BOStB einen Auftrag unverzüglich zurückzugeben, wenn die Durchführung nach den Grundsätzen der BOStG nicht möglich ist. Allerdings sehe ich keine Grundlage in zu einem schnelleren Arbeit zu bewegen, soweit er die gesetzten Frist einhält.

Bei Beratungsfehlern – Abgabe falscher Steuererklärungen - haftet der Steuerberater. Steuerberater sind per Gesetz verpflichtet eine Vermögensschaden - Haftpflichtversicherung abzuschließen. Gemäß § 42 Abs. 1 BOStB müssen selbständige Steuerberater sich gegen die aus ihrer Berufstätigkeit ergebenden Haftpflichgefahren angemessen versichern. Angemessen bedeutet, dass der Steuerberater dafür sorgen muss, dass der Versicherungsschutz seinem persönlichem Bedarf und damit auch den Mandantenrisiken entspricht. Soweit ein Haftungsfall eintritt oder eingetreten ist, empfiehlt es sich zunächst mit dem Steuerberater zu verständigen, bevor die Steuerberaterkammer eingeschaltet wird.

Da einen Steuerberater für Sie tätig ist, wird eine Steuerprüfung in der Regel vorher angekündigt. Das die Steuerfahndung bzw. die Steuerprüfung unangemeldet bei Ihnen vor der Tür steht halte ich für unwahrscheinlich. Eine Steuerprüfung würde dann bei Ihnen im Beisein Ihres Steuerberaters durchgeführt.

Auch wenn Sie Ihren Steuerberater zu schnellerer Arbeit anhalten bzw. im „auf die Füße treten“, hat er gleichwohl seine Aufgabe und Auftragserfüllung gewissenhaft zu erfüllen. Eine bewusste Schlechterstellung halte ich für ausgeschlossen, zumal der Steuerberater hierfür haftet.

Hinsichtlich von häufigen Beratungsfehler sind Haftungsfälle geprägt von immer vielschichtigeren Verstößen. Sicherlich sind die Fristversäumnisse per se ein häufiger Haftungsfall. Der Grund für entsprechende Haftungsfälle liegen darin, dass sich das steuerrechtliche Umfeld und die Steuergesetzgebung in immer kürzeren Abständen wandelt.

Hinsichtlich der gesetzten Frist des Finanzamtes sollten Sie Ihren Steuerberater unbedingt auf diese schriftlich hinweisen. Soweit sich aus der Fristversäumung ein Schaden ergibt (Zinsen und oder Zuschläge) werden Sie den Steuerberater in Anspruch auf Ersatz des entstandenen Schadens nehmen können. Ob Sie bereits eine solche Inanspruchnahme vor Ablauf der Frist dem Steuerberater ankündigen, halte ich hinsichtlich des notwendigen Vertrauensverhältnis für überzogen. Des weiteren wäre im Schadensfall ein Zurückbehaltungsrecht bzw. Rückzahlung des Honorars zu prüfen.

Aus Ihren Ausführungen entnehme ich, dass das Verhältnis zum Steuerberater von Ihrer Seite sehr angespannt ist. Insoweit empfehle ich Ihnen einen neuen Steuerberater aufzusuchen, da ein Weiterführen des Steuerberatermandates wenig Sinn macht. Entsprechende Auskünfte über Kontaktdaten von Steuerberatern erhalten Sie bei der Steuerberaterkammer Westfalen-Lippe www.steuerberaterkammer-westfalen-lippe.de . Gerne stelle ich auch einen Kontakt zu einem mir bekannten Steuerberater her.

Im Rahmen eines Wechsels des Steuerberaters könnten dann auch vorherige Steuererklärungen auf entsprechende Beratungsfehler untersucht werden.

Soweit aus Ihrer Sicht nicht auf alle Frage vollumfänglich eingegangen wurde, nutzen Sie bitte die Nachfragefunktion.

Ich hoffe Ihnen einen entsprechenden Überblick verschafft zu haben.

Mit besten Grüßen

RA Schröter

Nachfrage vom Fragesteller 20.05.2007 | 00:23

Entschuldigen sie, dass ich jetzt erst antworte.:

Bei meinem Steuerberater ist es "üblich", dass ich wenn er seine Steuererklärung fertig gemacht hat, ich dorthin zitiert werde und ich als "Laie" einfach was unterschreiben soll, wovob ich doch keinerlei Ahnung habe.
Meine Frage nun, ist dies quasi eine Art Ankerkenntnis, dass der Steuerberater alles richtoig gemacht hat und ist dies zwecks Weiterleitung Finanzamt soiweos erforderlich ?
Ihrem Hinweis zufolge, soll ich bei Fehlern die Steuerberaterrechnung nicht bezahlen.
Es ist aber so, dass ich jedes mal, wenn ich dort vorstellig werde, mir gleiuch die Abrechnung in die Hände gedrückt wird mit dem freundlichen Hinweis diese umgehenst zu bezahlen, ist dies rechtens ? und habe ich nicht das Recht erst einmal abzuwarten, bis das Finanzamt die Arbeiten meines BEraters für gut befunden hat, bevor ich überhaupt irgednwas zahlen muss ?
Denn wenn ich dies bezahle und hinterher Fehler entstehen, kann ich dies ja schlecht mit der Abrechnung verrechnen, da ja schon bezahlt wurde!!!
Da mein Steuerberter diese Abrechnung noch macht und ich mir wohl danach einen anderen suchen werde, möchte ich wissen, ob ich die Steuererklärung in seinem Büro unterschreiben soll oder eben nicht oder dies unter Vorbehalt zwecks späteren Schadensersatzforderung seitesn Finanzamt etc machen soll ?
Sehe ich dies so richtig oder liege ich hier völlig falsch ?
Es ist doch so, dass ich eine Handwerksfima als Beispiel auch nicht sofort bezahle,s ondern mir erst einmal den Zustand der fertigen Arbeit ansehe, bevor ich zahle.

Ergänzung vom Anwalt 22.05.2007 | 22:44

Sehr geehrter Ratsuchender,

Ihre Nachfrage beantworte ich wie folgt. D

er Steuerberater ist angehalten die Steuererklärung durch Sie unterschreiben zu lassen. Eine Unterschrift durch den Steuerberater quasi als Bevollmächtigter ist nicht zulässig. Ein Anerkenntnis ist dies allerdings nicht, da der Steuerberater zu entsprechender Sorgfalt verpflichtet ist und auch eine Haftpflichtversicherung vorhalten muß.

Die Zahlungsbedingungen sind leider nicht zu beanstanden, außer es wurde etwas anderes vereinbart, siehe die Allgemeinen Auftragsbedingungen für Steuerberater. Zwar mag eine sofortige Bezahlung gegen Aushändigung der Steuererklärung bzw. Weiterleitung an das Finanzamt in einem entsprechenden Vertrauensverhältnis unüblich sein, jedoch minimiert der Steuerberater durch eine solche Vorgehensweise auch seine Zahlungsausfälle. Hinsichtlich der Abgabe der Steuererklärung sollten Sie diese unterschreiben, damit diese fristgerecht beim Finanzamt eingereicht werden kann. Wenn Sie den Steuerberater wechseln, kann dieser die Steuererklärungen noch immer auf seine Richtigkeit überprüfen, so dass die dann geleistete Honorarzahlungen zurückgefordern werden könnten.

Ich hoffe ich konnte Ihnen weiterhelfen.

Mit besten Grüßen

RA Schröter
Bewertung des Fragestellers 20.11.2008 | 01:05


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