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Steuerbelastung auf Abfindung


| 28.08.2007 23:40 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht



Ich habe einen Aufhebungsvertrag unterschrieben.
Zum 30.09.2007 werde ich arbeitslos und bekomme eine Abfindung.
In 2007 habe ich folgende Einnahmen.
Gehalt aus nichtselbständiger Arbeit 50.000€
Abfindung 115.000€.

Die Abfindung versteuere nach der Fünftelregelung.
Das bedeutet 35.000 Steuer auf die Abfindung.

Diese Steuer kann ich erheblich reduzieren, wenn ich Verluste oder Aufwände geltend machen kann.
Aus dem Verkauf einer Wohnung kann ich 8000 Euro Verlust geltend machen.
Ich möchte mich selbständig machen um die Arbeitslosigkeit zu vermeiden, leider kann dazu nur Anlagegüter mit max 40% geltend machen. Dazu fallen mir aber maximal ein Auto für 15.000 Euro ein. Ca. 30.000 Euro für Software, Computer und Personal kann ich erst in den nächsten Jahren mit der Abschreibung geltend machen, die bringen mir für 2007 nichts.

Ich suche eine Möglichkeit um 30.000-35.000 Euro Verlust/Aufwände den Einnahmen aus unselbständiger Arbeit aus 2007 entgegen zu setzen. Damit könnte ich die Steuer auf die Abfindung um ca. 20.000 Euro reduzieren.

Bitte nennen sie mir eine Gestaltungsmöglichkeit die vom Finanzamt für 2007 anerannt wird.
Eingrenzung vom Fragesteller
29.08.2007 | 00:08
Sehr geehrte Rechtsratssuchende,
sehr geehrter Rechtsratssuchender,

gerne nehme ich zu den von Ihnen aufgeworfenen Fragen im Zusammenhang mit einer steuergünstigen Gestaltung für das Jahr 2007 Stellung und beantworte diese wie folgt:

Dabei möchte ich zunächst darauf hinweisen, dass bei Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens – wie Sie bereits zutreffend ermittelt haben – maximal eine Abschreibung in Höhe von 40% im Jahr 2007 in Betracht kommt.

Hierzu bedarf es der Bildung einer sog. Ansparabschreibung nach § 7g EStG, wobei Folgendes zu beachten ist:

Um eine Ansparrücklage bilden zu können, muss das begünstigte Wirtschaftsgut innerhalb der nächsten zwei Jahre angeschafft oder hergestellt werden. Weitere Voraussetzungen für die Berücksichtigung einer Ansparrücklage sind:
· Das Betriebsvermögen hat am Schluss des letzten Wirtschaftsjahres nicht mehr als 204.517 Euro betragen.
· Die Rücklage darf 40 % der voraussichtlichen Anschaffungs- und Herstellungskosten nicht überschreiten.
· Die Summe aller Ansparrücklagen eines Betriebs darf 154.000 Euro nicht übersteigen.
· Nachvollziehbarkeit der Bildung und Auflösung der Rücklagen in der Buchführung.

Dies bedeutet, dass Sie bspw. im Jahr 2007 in Höhe von 40% Ihrer voraussichtlichen Anschaffungs- und Herstellungskosten eine Ansparrücklage bilden können. Zu diesem Zweck sind die zum Kauf/zur Herstellung beabsichtigen Wirtschaftsgüter und deren voraussichtliche Kosten in einer Aufstellung zu dokumentieren und bei der Bildung der Ansparrücklage entspr. zu verbuchen.

Sofern Sie daher die Anschaffung eines neuen beweglichen Wirtschaftsguts des Anlagevermögens innerhalb von 2 Jahren nach der Gründung in 2007 planen (also nicht nur Auto, sondern auch die von Ihnen genannte Software, Computer, Betriebs- und Geschäftsausstattung), käme bereits in 2007 die Bildung einer Ansparabschreibung/Ansparrücklage nach § 7g EStG in Höhe von 40% der voraussichtlichen Kosten des Wirtschaftsguts in Betracht. Somit könnten neben dem Auto auch die von Ihnen genannten und offenbar erst in 2008 zu erwerbenden Wirtschaftsgüter wie Software, Computer etc. bereits im Jahr 2007 steuersenkend wirken.

Nach § 7g Abs. 4 EStG erfolgt allerdings im Jahr der Anschaffung oder spätestens im 2. Folgejahr der Rücklagenbildung eine gewinnerhöhende Auflösung in Höhe des ursprünglich gebildeten Rücklagebetrages.

Die Nutzung des § 7g EStG bietet sich daher immer dann an, wenn Gewinne in spätere Jahre verschoben werden sollen, da Sie lediglich glaubhaft machen müssen, dass Sie in 2007 die Anschaffung bestimmter neuer beweglicher Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens planen, wobei diese Planung zu einer steuerlichen Anerkennung durch das Finanzamt exakt zu dokumentieren ist.

An weiteren sofort absetzbaren, also nicht abzuschreibenden Kosten, die unmittelbar die Steuer des Jahres 2007 mindern würde, käme sog. „Zahngold“ in Betracht wie bspw. Anschaffung von geringwertigen Wirtschaftsgütern wie (Un-)Mengen an später zu verbrauchendem Geschäftspapier, sonstigem Bürobedarf, Briefmarken etc.

Des weiteren würden bspw. Fortbildungskosten für eine in 2007 erfolgende Fortbildung für Sie und/oder Ihr (künftiges) Personal in 2007 in voller Höhe steuermindernd wirken.

Ich hoffe, Ihnen mit meinen Anmerkungen weitergeholfen zu haben, wünsche Ihnen viel Erfolg und stehe Ihnen für etwaige Rückfragen und weitere Auskünfte gerne zur Verfügung.

Für das mir entgegengebrachte Vertrauen darf ich mich bei Ihnen bedanken und verbleibe
mit freundlichen Grüßen
Andrea Fey
Rechtsanwältin und Notarin
Fachanwältin für Steuerrecht

Nachfrage vom Fragesteller 29.08.2007 | 23:30

Werte Rechtsanwältin, danke für die ausführliche Antwort. $7g war mir bekannt. Meine Frage war dahingehend.
Gibt es eine andere Möglichkeit die Steuer auf die Abfindung zu senken. z. B. indem ich ein Franchiseunternehmen oder eine Lizenz für einen Gebietsschutz kaufe?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 30.08.2007 | 10:20

Sehr geehrte Rechtsratssuchende,
sehr geehrter Rechtsratssuchender,

der Kauf eines Franchiseunternehmens oder einer Lizenz wäre selbstverständlich eine weitere Möglichkeit, ab dem Jahr des Erwerbs eine Steuerminderung herbeizuführen. Grds. geht die Finanzverwaltung bzgl. der Anschaffungskosten hierbei allerdings von einer Nutzungs-/Abschreibedauer von 15 Jahren aus, sofern Sie keine triftigen Gründe anführen können, die eine kürzere Abschreibungsdauer rechtfertigen.

Ich hoffe, Ihre Rückfrage damit beantwortet zu haben, wünsche Ihnen viel Erfolg und verbleibe mit freundlichen Grüßen
Andrea Fey
Rechtsanwältin und Notarin
Fachanwältin für Steuerrecht

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