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Steuerauslaender nicht EG Wochenendhaus in D

| 25.07.2014 11:54 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Zusammenfassung: Wochenendhaus als Wohnsitz

Guten Tag!
Ich lebe seit 24 Jahren In Australien und erwirtschafte mein Einkommen hier. In Deutschland habe ich kein Einkommen und werde ich als Steuerauslaender gefuehrt.
Nach dem Versterben meines Vaters, werde ich ein Wochenendhaus und kleinere Parzellen Wald erben, und beabsichtige ueber die naechsten Jahre jaehrlich bis zu 2 Monate dort zu verweilen. Desweiteren plane ich ein Girokonto zu fuehren aber keine Anlagen mit Kapitaleinkuenften. Das Wochenendhaus ist wie eine kleine Wohnung mit Strom u. Wasseranschluss und moebliert.
Verbunden mit dem Grundstueck sind Pachteinnahmen von 200 EUR jaehrlich, denen Ausgaben von 1000-2000 EUR entgegenstehen.
Mein Frage ist: werde ich, wenn ich den Grundbesitz und das Wochenendhaus uebernehme, als Steuer-Inlaender behandelt, mit unbeschraenkter Steuerpflicht auch auf mein australisches Einkommen, und muss ich jahrliche Einkommensteuererklaerungen einreichen?
Vielen Dank

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:
Als Steuerinländer werden Sie nur behandelt, wenn Sie einen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland haben.

Mit dem Begriff "Wohnsitz" ist der Begriff i.S. des § 8 AO gemeint.

Gemäß § 8 AO erfordert der Wohnsitz

objektiv die Eignung der Räume zum Wohnen

subjektiv die Bestimmung zum Wohnen (innehaben der Wohnung unter Umständen, die darauf schließen lassen, dass der Stpfl. die Wohnung beibehalten und benutzen wird)

Eine Person kann nach dieser Definition mehrere Wohnsitze haben; § 8 AO differenziert nicht zwischen Haupt- und Nebenwohnsitz. Ebenso wenig ist es relevant, wo sich der Mittelpunkt der Lebensinteressen befindet (Buciek in Beermann/Gosch § 8 AO, Rz. 10 m.w.N.).

Es kommt auf die Würdigung sämtlicher Umstände des Einzelfalles an; die melderechtlichen Angaben sind hierbei ebenso Indizien wie die Veranlagung zur Einkommensteuer.

Im vorliegenden Fall ist die objektive Eignung des Wochendhauses zum Wohnen für Sie gegeben. H

Dieser Wohnraum steht Ihnen auch zur dauernden Nutzung zur Verfügung. Damit haben Sie die Wohnung inne.
Die Wohnung ist auch subjektiv zum Bewohnen bestimmt.

Eine einen Wohnsitz begründende Nutzung setzt nicht voraus, dass die maßgeblichen Personen sich dauernd oder während einer Mindestzeit in der Wohnung aufhalten; auch eine Ferienwohnung kann zur Begründung eines (Neben-)Wohnsitzes führen, wenn sie mit einer gewissen Regelmäßigkeit aufgesucht wird, die über eine normale Nutzung als Ferienquartier hinaus geht (Buciek a.a.O. Rz. 27, 41, 49 "Wochenendhaus" m.w.N.).
Per se wären Sie sodann unbeschränkt in Deutschland steuerpflichtig. Eine etwaige Doppelbesteuerung bzw. deren Vermeidung regelt erst auf der zweiten Stufe sodann das Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und Australien. Danach muss im Einzelnen geprüft werden, wo die Einkünfte steuerpflichtig sind. Grundsätzlich sind Einkünfte aus der Vermietung am Ort der Sache zu besteuern, also hier Deutschland und die Einkünfte aus einer Tätigkeit in Australien, auch in Australien.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 25.07.2014 | 14:01

Sehre gehrter Herr Hermes,
"... Ferienwohnung kann zur Begründung eines (Neben-)Wohnsitzes führen, wenn sie mit einer gewissen Regelmäßigkeit aufgesucht wird, die über eine normale Nutzung als Ferienquartier hinaus geht"

Verstehe ich richtig, dass in meinem Falle bei einer "normalen Nutzung als Ferienquartier" erfolgt, kein Wohnsitz und somit keine unbeschraenkte Steuerpflichtigkeit besteht?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 30.07.2014 | 16:50

Im Zweifel sollte das Haus von Ihnen nicht genutzt werden, um Rückfragen des deutschen Finanzamtes zu vermeiden. Falls Sie nämlich das Haus zb jährlich über mehrere Jahre für 4 Wochen jeweils nutzen, wird das Finanzamt auch bei einem Ferienhaus im Zweifel davon ausgehen, dass Sie in Deutschland einen Wohnsitz begründet haben.
Um Zweifel zu vermeiden, sollte nochmals eine Anrufungsauskunft bei dem jeweiligen Finanzamt angefordert werden.

Bewertung des Fragestellers 01.08.2014 | 04:59

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"Die Leistuung war prompt und letztendlich hilfreich um Risiken einzugrenzen. Direkt zitierte Quellen waren aufschlussreich. Da wohl die Rechtslage eine erhebliche Grauzone zu sein scheint ( ab welchem Nutzungsmuster hat man einen Wohnsitz?) kann der Kern der Frage wohl nur vom Finanzamt direkt beantwortet werden. Gute Leistung."