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Steuer und Erbe


30.11.2016 12:56 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas Wehle



Sehr geehrte Damen und Herren,
im Dez. 2013 ist die Schwester meiner Mutter verstorben und hat Ihr Anteile eines Grundstücks aus einer Erbengemeinschaft vererbt. Sie selber ist im Dez. 2014 verstorben und hat mir die Anteile Vererbt.
Ich selber habe meinen geerbten Anteil an ein Mitglied der Erbengemeinschaft abgetreten, 02.02.2014 (Verkauft). Nun soll ich dafür Einkommenssteuer Zahlen. Aber ich Zahle doch schon Erbschaftssteuer???
Ich habe eine Sachverhaltsermittlung nach § 88 Abgabenordnung bekommen.
Was tun???
Sehr geehrter Ratsuchender,

gern beantworte ich Ihre Frage aufgrund der von Ihnen getätigten Angaben wie folgt.

§ 88 Untersuchungsgrundsatz
(1) Die Finanzbehörde ermittelt den Sachverhalt von Amts wegen. Sie bestimmt Art und Umfang der Ermittlungen; an das Vorbringen und an die Beweisanträge der Beteiligten ist sie nicht gebunden. Der Umfang dieser Pflichten richtet sich nach den Umständen des Einzelfalls.
(2) Die Finanzbehörde hat alle für den Einzelfall bedeutsamen, auch die für die Beteiligten günstigen Umstände zu berücksichtigen.
(3) Zur Sicherstellung einer gleichmäßigen und gesetzmäßigen Festsetzung und Erhebung der Steuern kann das Bundesministerium der Finanzen durch Rechtsverordnung mit Zustimmung des Bundesrates Anforderungen an Art und Umfang der Ermittlungen bei Einsatz automatischer Einrichtungen bestimmen. Einer Zustimmung des Bundesrates bedarf es nicht, soweit die Kraftfahrzeugsteuer, die Luftverkehrsteuer, die Versicherungsteuer oder Verbrauchsteuern, mit Ausnahme der Biersteuer, betroffen sind.

… dies ist der Gesetzestext zu § 88 AO.

Danach versucht die zuständige Finanzbehörde einen zu beurteilenden Sachverhalt zu ermitteln und fragt so auch bei Ihnen nach, um zu erfahren was passiert ist.

Der von Ihnen geschilderte Sachverhalt ist nicht ganz klar. Erbschaftssteuer entsteht immer dann, wenn jemand jemand anderes Erbe wird. Einkommen entsteht immer dann, wenn jemand Einkommen erzielt. Die zwei grundlegend verschiedene Besteuerungsgründe, die rein gar nichts miteinander zu tun haben.

So Sie Erbe nach Ihrer Mutter im Dezember 2014 geworden sind, so müsste der Anteil an der Erbengemeinschaft bereits über 400.000 Euro wert gewesen sein, dass Sie hier Erbschaftssteuer zu entrichten gehabt hätten.

So Sie Ihren Anteil an der Erbengemeinschaft am 02. Februar verkauft haben, könnten ggf. sonstige Einkünfte gemäß § 2 iVm §§ 22 f. EStG erzielt worden sein, die eventuell im Zusammenhang mit Ihrem Jahreseinkommen der Einkommensteuer unterfallen.

Nun stellt sich die Frage, worauf Sie Einkommensteuer zahlen sollen. So Sie den Anteil an dem Grundstück aus der Erbengemeinschaft veräußert haben, so wäre weiterhin zu fragen, wann dieses käuflich, also gegen Entgelt erworben wurde. So dies vor mehr als 10 Jahren vor Ihrer Veräußerung geschehen ist, ist der Verkaufserlös auf den Anteil nach § 23 Abs. 1 Nr. 1 EStG nicht mehr zu berücksichtigen.
Der unentgeltliche Erwerb von Todes wegen innerhalb einer Erbschaft ist für die Beurteilung nach § 23 EStG irrelevant.

Ich hoffe Ihre Fragen beantwortet zu haben und verbleibe mit

Mit freundlichen Grüßen

Andreas Wehle
Rechtsanwalt /Aachen

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