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Steuer auf Verkauf/Einnahmen von Ackerland in den Niederlanden

22.01.2019 14:03 |
Preis: 73,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Alex Park


Sehr geehrte Damen und Herren,

es geht um Ackerland in den Niederlanden. Ich bin in Deutschland steuerpflichtig.

1. Wenn ich aus Ackerland in den Niederlanden Einnahmen generiere (nicht verpachtet, sondern durch eigenen Landbau), dann muss ich die Einnahmen in den Niederlanden versteuern. Muss ich diese Einnahmen zusätzlich in Deutschland versteuern? Müssen diese Einnahmen in Deutschland bei der Steuererklärung angegeben werden?

2. Wenn ich das Ackerland in den Niederlande verkaufe, muss ich dann auch in Deutschland Steuer bezahlen? Z.B. Spekulationssteuer, bei einer Haltedauer von unter 10 Jahren? Oder eine andere Steuer?

3. Falls Spekulationssteuer: Dies ist meines Wissen nur bei einem Besitz von unter 10 Jahren zu bezahlen. Ist sie auch auf den Gewinn zu bezahlen, wenn a) das Land selber bebaut wurde? Und b) was ist, wenn das Land das verkauft wird vor weniger als 10 Jahren durch eine Flurbereinigung (im Tausch gegen anderes Land, das nun länger als 10 Jahre in meinem Besitz wäre) in meinen Besitz gekommen ist?

4. Falls eine andere Steuer: Was muss man beachten, dass diese Steuer nicht zuschlägt.

Vielen Dank für eine ausführliche Antwort mit Verweisen!!

Mit freundlichen Grüßen!



Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1. Wenn ich aus Ackerland in den Niederlanden Einnahmen generiere (nicht verpachtet, sondern durch eigenen Landbau), dann muss ich die Einnahmen in den Niederlanden versteuern. Muss ich diese Einnahmen zusätzlich in Deutschland versteuern? Müssen diese Einnahmen in Deutschland bei der Steuererklärung angegeben werden?

Ich gehe davon aus, dass Sie einen Wohnsitz nach § 8 AO nur in Deutschland inne haben, so dass die Einkünfte aus den Niederlanden theoretisch auch in Deutschland steuerbar sind.

Ein Blick in das Doppelbesteuerungsabkommen beider Länder zeigt in Art 6, dass Einkünfte aus Landwirtschaft in Ihrem Falle in Deutschland nicht besteuert werden. Diese werden freigestellt.

Die Einkünfte sind in Deutschland in der Steuererklärung anzugeben, mit dem Hinweis auf das DBA.

2. Wenn ich das Ackerland in den Niederlande verkaufe, muss ich dann auch in Deutschland Steuer bezahlen? Z.B. Spekulationssteuer, bei einer Haltedauer von unter 10 Jahren? Oder eine andere Steuer?

Eine privates Veräußerungsgeschäft und deren Steuerbarkeit nach § 23 Abs. 1 EStG ist auch bei einer Auslandsimmobilie denkbar. Hier wäre also die Haltefrist von 10 Jahren (wenn Sie geerbt haben auch die Haltezeit des Erblassers) maßgeblich.

3. Falls Spekulationssteuer: Dies ist meines Wissen nur bei einem Besitz von unter 10 Jahren zu bezahlen. Ist sie auch auf den Gewinn zu bezahlen, wenn a) das Land selber bebaut wurde? Und b) was ist, wenn das Land das verkauft wird vor weniger als 10 Jahren durch eine Flurbereinigung (im Tausch gegen anderes Land, das nun länger als 10 Jahre in meinem Besitz wäre) in meinen Besitz gekommen ist?

Korrekt, so legt es § 23 Abs. 1 EStG fest. Die Haltefirst ist nur dann kürzer, wenn die Immobilie zu einen Wohnzwecken genutzt wurde. Eine Bebauung ist kein Wohnzweck und ist daher nicht maßgeblich.

Bzgl. der Flurbereinigung können Sie meiner Auffassung nach auf § 23 Abs. 1 EStG abstellen, haben Sie das Grundstück unentgeltlich erworben und bestand eine gewissen Identität zwischen den Grundstücken, so lag ein Tausch und kein Anschaffungsgeschäft vor (vgl. FG Münster, Urt. v. 23.06.2009 – 13 K 2760/05 ). Da keine Anschaffung vorlag, können Sie sich die Haltefrist des Voreigentümers anrechnen lassen.

4. Falls eine andere Steuer: Was muss man beachten, dass diese Steuer nicht zuschlägt.

Andere Steuern sind aus meiner Sicht erst einmal nicht ersichtlich.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 26.01.2019 | 09:52

Sehr geehrter Anwalt,

vielen Dank für Ihre Antworten.

Bei Frage 2 habe ich aber noch eine Rückfrage.

Das Land soll von mir und meinen 2 Geschwistern gekauft werden. Wir wollen dann in den Niederlanden eine "Maatschap" gründen. Dies ist eine "Gesellschaft", also eine FIrma und wird ins Wirtschaftsregister eingetragen. Wir würden also das Land in dieser Form einer Firma bearbeiten. Ist dann ebenfalls eine Spekulationssteuer bei Verkauf mit einer Haltedauer von unter 10 Jahren zu bezahlen?
Sie schreiben in Ihrer Antwort ja von einem privaten Veräußerungsgeschäft.

Wäre es in diesem Fall sinnvoll/nötig, das Land bereits als Maatschap zu kaufen (also die Firma vorher zu gründen) oder kann es auch von den 3 Personen privat gekauft werden und dann in diese Maatschap eingebracht werden?

Danke noch einmal für eine kurze Beantwortung!

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 26.01.2019 | 11:24

Gerne beantworte ich auch Ihre Rückfrage.

Sie schreiben, dass das Land gekauft werden soll, entweder erst privat oder gleich als Firma. Haben Sie also das Land nicht im Wege der Flurbereinigung erhalten, sondern durch Kauf, beginnen auf jeden Fall die 10 Jahre neu zu laufen. Da es sich um eine niederländische Firma handelt und diese in den Niederlanden Land verkaufen wird, wäre der Verkauf aus deutscher Sicht irrelevant. Dieser wird nur interessant, wenn Sie mit Wohnsitz in Deutschland einen Verkauf tätigen.

In diesem Sinne macht es tatsächlich das Land gleich über die Firma zu kaufen. Hierzu sollten Sie aber die rechtliche Seite in den Niederlanden klären.

Mit freundlichen Grüßen

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