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Sterbegeldversicherung an Erben einer verstorbenen Begünstigten ?


| 19.12.2005 13:31 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Marcus Schröter, MBA



Mein Vater ist am 29.12.2005 verstorben.
Ich bin als einziges Kind erbberechtigt.
1992 wurde von Ihm eine Sterbegeld -Versicherung über 5.000€
abgeschlossen.
Die Begünstigte Lebensgefährtin ist vor 5 Jahren verstorben.
Die Prämien wurden bis zu seinem Tod gezahlt.
Jetzt soll die Versicherung an zwei Söhne ausgezahlt werden,
die sich in keiner Weise an die Beerdigungkosten beteiligen wollen!
Kann ich in diesem Fall irgendwas beanstanden?
Mfg:
Coptercamp

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Sehr geehrter Ratsuchender,

Ihre Anfrage beantworte ich wie folgt, wobei ich bei der Datumsangabe von einem Versehen ausgehe.

Die Sterbegeldversicherung soll die nicht unerheblichen Beerdigungskosten des Erblassers abdecken. Begünstige der Sterbegeldversicherung sind in der Regel die Erben, die mit den angesparten Mitteln die Beerdigungdksoten finanzieren sollen. Ein unmittelbarer Zusammenhang, daß aus den Mitteln der Sterbegeldversicherung auch zwingend die Beerdigungsklosten zu zahlen sind, gibt es vorbehaltlich Detailregelungen des Versicherungsvertrages nicht. Sicherlich kann der Anspruch aus der Versicherung an ein Bestattungsunternehmen abgetreten werden.

In Ihrem Fall, sind unabhängig von der moralischen Einschätzung der Verweigerungshaltung, die Erben gem. § 1968 BGB verpflichtet, die Bestattungskosten zu tragen.

1968 Beerdigungskosten
Der Erbe trägt die Kosten der Beerdigung des Erblassers.

Insoweit können die übrigen Erben, soweit Sie das Erbe nicht ausschlagen sich Ihrer Verpflichtung zur Tragung der Beerdigungskosten nicht entziehen. Die Beerdigungskosten sind Nachlaßverbindlichkeiten und Masseschuld. D.h. die Beerdigunskosten sind aus der Erbschaft zu zahlen.

Ich hoffe Ihnen mit der Beantwortung der Frage geholfen zu haben und stehe Ihnen im Rahmen der Nachfragefunktion gerne zur Verfügung.

Mit besten Grüßen

RA Schröter

Nachfrage vom Fragesteller 20.12.2005 | 08:46

Danke für die schnelle Beantwortung.
(Vater verstarb am 29.11.2005)

Sehr geehrter Herr Anwalt,
die Abtretung wurde verweigert.
Die Kosten sind bereits von mir privat beglichen worden.
Das Sterbegeld wird zweckentfremdet,-(von den Begünstigten mündlich erklärt)!
Abgesehen von der moralischen Verpflichtung,
bleiben zwei Fragen offen.
Macht es Sinn in diesem Fall einen RA einzuschalten?
Besteht ein vergleichbares Urteil?
Was ist Ihrer Meinung nach sinnvoll?
Vielen Dank.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 20.12.2005 | 22:55

Sehr geehrter Ratsuchender,

soweit kein Nachlaßvermögen mehr vorhanden ist, können Sie von den beiden Söhnen die Erstattung der anteiligen Kosten für die Bestattung verlangen, wenn diese auch Erben geworden sind.

Ihrer Sachverhaltsschilderung entnehme ich, daß Sie der einizige Erbe Ihres Vaters sind, die Begünstigten hier allerdings die Söhne der verstorbenen Lebensgefährtin sind. Da die Sterbegeldversicherung als Begünstigte die Lebensgefährtin und nicht den Nachlaß vorsah und diese die Anwartschaft aus der Sterbegeldversicherung weiter veerbt hat, sind nun die beiden Söhne Begünstigte der Sterbegeldversicherung. Da diese Versicherung zumeist nicht zweckgebunden für die Beerdigungskosten zu verwenden ist, sehe ich keine Möglichkeit hier die Beerdigungskosten einfordern zu können, da sich der Anspruch aus § 1968 BGB sich nur gegen die Erben richtet.

Ich bedaure Ihnen keine bessere Nachricht geben zu können und kann Ihnen daher nicht empfehlen gegen die beiden Söhne weiter vorzugehen.

Möglicherweise können Sie die Beerdigungskosten als außergewöhnliche Belastung geltend machen, soweit sie nicht aus dem Nachlaß bestritten werden können oder durch Ersatzleistungen (versicherung) gedeckt sind (BFH-Urteile in BFHE 162, 326, BStBl II 1991, 140, und vom 17. Juni 1994 III R 42/93, BFHE 174, 547, BStBl II 1994, 754).

Für eine Bewertung wäre ich dankbar.

Mit besten Grüßen

RA Schröter

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