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Sterbefall des Lebensgefährten - alle möchten Unterlagen haben


| 24.12.2008 08:43 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Marlies Zerban



Guten Tag!
Am Donnerstag verstarb tragisch mein Lebensgefährte. Wir lebten zusammen. Er ist noch nicht einmal beerdigt, und die Angehörigen stürmen jetzt auf mich ein und möchten Unterlagen haben. Zum einen gibt es die Exfrau, welche offensichtlich jeden Cent versucht abzugraben und auch Unterhalt für sich und die beiden Kinder seitens meines Lebensgefährten bis dato erhalten hat, zum anderen gibt es den Bruder, welcher nun auch auf Lebensversicherungen und Ähnliches spekulieren. Ich übernehme im Moment alle anfallenden Kosten, wie Beerdigung und dergleichen. Meiner Meinung nach kann es im Moment keine wichtigen Sachen geben, welche geregelt werden müssen, bevor mein Lebensgefährte beerdigt ist, zumal ich im Moment wirklich nicht die Kraft für diese Auseinandersetzungen habe.
Ich habe folgende Fragen:
1) Wie muss / darf ich mich verhalten bezüglich der persönlichen Unterlagen? Darf ich diese einer Partei einfach aushändigen, oder muss ich Kopien machen und beiden Parteien diese zukommen lassen? Wenn ja, bis wann?
2) Die Wohnung ist per 31.03.09 gekündigt. Was ist mit den Gegenständen? Ich möchte nur meine Sachen haben, um den Rest wird schon durch oben erwähnte beiden Parteien gestritten. Was passiert nach dem 30.03.09 wenn das Erbe noch nicht klar geregelt ist? Bin ich für Einlagerung oder ähnliches verantwortlich?
Was ist mit gemeinsam angeschafften Gegenständen, denn in vielen Fällen gibt es keine Rechnung mehr?
3) Soll ich mich mit beiden Parteien zusammen setzen und klar abgrenzen, welche Gegenstände von meinem Lebensgefährten sind, und welche Gegenstände ich mit in die Beziehung gebracht habe?
4) auf seinem Computer sind auch private Sachen von mir mit gespeichert (Zugangsberechtigungen, Bankdaten, etc.). Darf ich die Festplatte löschen bevor die beiden strittigen Parteien sich diesen unter den Nagel reißen?
Da ich täglich angerufen werde hoffe ich auf schnelle Hilfe und bin Ihnen sehr dankbar!

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Sehr geehrter Fragesteller,

zunächst einmal möchte ich Ihnen mein Beileid aussprechen.

Die Beantwortung der Frage erfolgt im Rahmen einer Erstberatung unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes.

1. Herausgabe

Sie müssen Auskunft nur an die Erben erteilen und ebenso die Herausgabe des Nachlasses nur an den Erben vornehmen.
Hat der Verstorbene kein Testament hinterlassen, so tritt die gesetzliche Erbfolge ein. Dann sind hier die Kinder gesetzliche Erben, sind sie minderjährig, werden sie von der Mutter vertreten. Sie haben dann gegenüber der Ex-Frau als gesetzliche Vertreter der Kinder Auskunft zu erteilen. Eigene Ansprüche hat sie nur, wenn hier ein sie begünstigendes Testament vorliegt.

Sofern der Bruder sein Erbrecht nicht nachweisen kann, ist er an der Nachlassabwicklung überhaupt nicht beteiligt. Ihm gegenüber sind Sie dann nicht zur Auskunft oder Herausgabe verpflichtet.

Wenn Sie selbst Erbe werden, müssen Sie nichts herausgeben sondern erst einmal prüfen,.welche Vermögenswerte da sind und ob Schulden vorhanden sind und Sie nicht gegebenenfalls das Erbe ausschlagen innerhalb der gesetzlichen Frist von sechs Wochen.

Wenn der Bruder sich bereits mit der Ex-Frau des Verstorbenen streitet, betrifft Sie das nicht. Sie können hier sich formal die Position einnehmen, dass jeder, der Ansprüche gegen Sie stellt, zunächst sein Erbrecht nachweisen muss. Wenn der Bruder nicht Erbe wird, kann er gar nichts verlangen. Ein Anspruch aus einer Lebensversicherung zählt nicht zu einem Anspruch aus Erbrecht sondern richtet sich gegen die Lebensversicherung direkt. Die Informationen über Lebensversicherungen soll er sich dann von dem Erben geben lassen. Sie müssen ihm keine Unterlagen geben.

Da hier für die Ex-Frau und die Kinder möglicherweise Rentenansprüche gegen die Deutsche Rentenversicherung oder private Versicherungen bestehen, sollten Sie Unterlagen insoweit sofort herausgeben sowie die Unterlagen, die für einen Erbscheinsantrag und die Erlangung einer Bankvollmacht erforderlich sind. Die Rentenansprüche entstehen auch, wenn das Erbe im Übrigen ausgeschlagen wird.

Sie sollten auf jeden Fall eine Liste erstellen und die Ggenstände, die in Ihrem Eigentum stehen, genau bezeichnen. Wenn Sie ausziehen, müssen Sie nicht für eine Einlagerung sorgen.

Wegen der gemeinsam angeschafften Gegenstände sollten Sie diese aufzeichnen un eine Regelung vorschlagen. Da Sie bereits die Beerdigungskosten tragen, die an sich die Erben zu zahlen haben, steht Ihnen Ihrerseits wieder ein Anspruch gegenüber den Erben zu. Damit haben Sie dann eine Verhandlungsbasis, wenn Sie die Gegenstände (Miteigentumsanteil) übernehmen möchten.

Ihre privaten Daten auf seinem PC können Sie sicher separat sichern und dann diese Daten löschen, dann müssen Sie nicht die gesamte Festplatte löschen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen ersten Überblick verschaffen und stehe für eine Nachfrage gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

M. Zerban
Rechtsanwältin
Steuerberaterin
Bewertung des Fragestellers 28.12.2008 | 17:54


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