Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.463
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Sterbefall: Großmutter. Arbeitgeber gewährt keinen Sonderurlaub


| 08.12.2013 22:25 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von


in unter 1 Stunde

Guten Abend.

Nach dem Tod meiner Großmutter hatte ich in meinem Vertrag bezüglich Sonderurlaub nachgeschaut - fand nichts. Beim Arbeitgeber nachgefragt: "Unser Tarifvertrag sieht leider keinen Tag Sonderurlaub beim Tod der Großeltern vor." Nach noch einer Mail wurde mir der vollständige Vertrag als PDF zugesendet. Diesen sah ich zum ersten Mal. Mein Tarifvertrag: BAP/DGB.

Ja, es wird keinen Sonderurlaub für mich gewährt. Für meinen Vater, der ebenfalls bei gleichem Arbeitgeber tätig ist, wird aber der Sonderurlaub gewährt, da es seine Schwiegermutter betraf.

Das kann aber doch nicht sein, dass ein "Fremder" diesen Sonderurlaub beanspruchen kann, aber einen Enkel, deren ganzes Leben lang man miterlebt und sogar miterzogen hatte, das nicht kann? Es geht mir nicht darum, diesen einen Tag einzuklagen. Es geht nur um das Prinzip und logischen Verstand. Vielleicht wird sich durch meine Klage der Vertrag geändert und somit für weitere Betroffene dieses Missverständnis ausbleiben wird.

Die Verhältnisse zum Arbeitgeber sind mir irrelevant, da ich früher oder später diesen verlassen werde.

1. Ist es normal, dass man den vollständigen Vertrag beim Unterschreiben nicht zu sehen bekommt, aber anschließend auf diesen beruft?
2. Wie sehen meine Chancen aus, dass ich diesen Rechtsstreit gewinne?
3. Habe ich die Chance beim Obsiegen, dass der Vertrag sich durch meine Klage ändern wird?
4. Ist es ratsam, diesen Rechtsstreit ohne Anwalt anzutreten?


Vielen Dank
08.12.2013 | 22:52

Antwort

von


1454 Bewertungen
Schwarzer Bär 4
30449 Hannover
Tel: 0511 1322 1696
Tel: 0177 2993178
Web: www.anwalt-prime.de
E-Mail:
Diesen Anwalt zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen
Sehr geehrter Fragesteller,

zu Ihren Fragen:

1. Ist es normal, dass man den vollständigen Vertrag beim Unterschreiben nicht zu sehen bekommt, aber anschließend auf diesen beruft?

Dies ist ganz und gar nicht normal und es sollte auch tunlichst unterlassen werden, Verträge zu unterschreiben, deren Inhalt nicht vollständig bekannt sind. Eine solche Praxis verstößt ganz offensichtlich gegen das geltende Transparenzgebot.


2. Wie sehen meine Chancen aus, dass ich diesen Rechtsstreit gewinne?

Zunächst einmal gibt es natürlich auch das Recht, bei dem Tod naher Verwandter, zu denen ebenfalls die Großeltern gehören, Sonderurlaub zu beantragen (vgl. § 616 BGB).
Dieser Passus kann allerdings entsprechend abgeändert werden, sodass auch hilfsweise eine unbezahlte Freistellung oder ein Urlaubstag dafür verwendet werden müsste, allerdings in keinem Fall, dass der Urlaub verwehrt würde, wenn nicht dringende betriebliche Ausnahmegründe greifen sollten, die in der Regel allerdings nicht vorliegen.

Falls Sie daher keinen Urlaub genehmigt bekommen sollten, würde ich Ihnen raten, einstweiligen Rechtsschutz beim Arbeitsgericht einzulegen.


3. Habe ich die Chance beim Obsiegen, dass der Vertrag sich durch meine Klage ändern wird?

Das vermute ich allerdings weniger, da die Arbeitgeber sodann zwar die Rechtsprechung kennen, allerdings kein Anspruch auf Änderung des Arbeitsvertrages besteht, auch wenn dieser Klauseln enthalten sollte, die gerichtlich nicht haltbar sind. Der Arbeitgeber könnte sodann weiter Verfahren nach dem Motto "Wo kein Kläger, da kein Richter".

4. Ist es ratsam, diesen Rechtsstreit ohne Anwalt anzutreten?

Ratsam ist dabei immer eine anwaltliche Unterstützung, wobei dies auch eine Kostenfrage ist. In der ersten Instanz trägt jede Partei die Anwaltskosten auch selbst, unabhängig vom Ausgang des Rechtsstreits.

Wenn Sie dafür Hilfe brauchen sollten, steht Ihnen meine Kanzlei gerne zur Verfügung.


Nachfrage vom Fragesteller 08.12.2013 | 23:27

Vielen Dank, Herr Hoffmeyer.

Urlaub wurde mir ohne Wenn und Aber gewährt.
Bezüglich der Transparenz werde ich mich bei meiner Personaldisponentin "erkundigen".

Das ist unser toller und aufgeblasener Rechtsstaat. Jedes Recht kann man so auslegen, wie man es gerade benötigt. Und mit kleingedrucktem oder weiteren Paragrafen untermauern. Dafür zahlen wir unsere Steuern und büßen immer weitere Freiheit ein.
Wofür soll ich in den Krieg ziehen, wenn das keine Auswirkung haben wird? Nur Verluste.

Es lebe die Ungerechtigkeit! (Sarkastisch gemeint)

Vielen Dank noch mal für die Mühe und Zeit.
Wünsche Ihnen alles Gute auf Ihrem weiteren Weg, Herr Hoffmayer.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 09.12.2013 | 08:55

Sehr geehrter Fragesteller,

wenn sich rechtlich direkt nichts bewirken ließe, so gäbe es immer noch die Möglichkeit, dies der PResse mitzuteilen, sofern das Unternehmen groß genug ist, um Interesse zu wecken, wenn trotz einer gerichtlichen Entscheidung weiterhin unwirksame Klauseln zu Ungunsten des Arbeitnehmers verwendet würden.

Bei weiteren Fragen schreiben Sie mich bitte direkt per E-Mail an, da diese Plattform nur eine einmalige Nachfrage erlaubt, ich Ihnen aber gerne auch weitere kostenfreie Nachfragen beantworte.

Mit freundlichen Grüßen

Hoffmeyer, LL.M.
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 10.12.2013 | 00:25


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Anwalt mit Erfahrung, der auch für minimalen Einsatz eine kompetente Antwort gibt. Man merkt, er ist nicht abgehoben. Von anderen Anwalten, die viel weniger Bewertungen hatten, habe ich eine Aufforderung für eine Erhöhung des Einsatzes bekommen."
Mehr Bewertungen von Rechtsanwalt Felix Hoffmeyer »
BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 10.12.2013
5/5.0

Anwalt mit Erfahrung, der auch für minimalen Einsatz eine kompetente Antwort gibt. Man merkt, er ist nicht abgehoben. Von anderen Anwalten, die viel weniger Bewertungen hatten, habe ich eine Aufforderung für eine Erhöhung des Einsatzes bekommen.


ANTWORT VON

1454 Bewertungen

Schwarzer Bär 4
30449 Hannover
Tel: 0511 1322 1696
Tel: 0177 2993178
Web: www.anwalt-prime.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Strafrecht, Verkehrsrecht, Vertragsrecht, Kaufrecht, Miet und Pachtrecht, Erbrecht, Verwaltungsrecht, Baurecht, Internet und Computerrecht, Zivilrecht, Arbeitsrecht