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Stempelfälschung

31.08.2014 09:47 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden
Sehr geehrter Rechtsanwalt,

im Juli 2013 habe ich einen Gebrauchtwagen über das Internet verkauft und beworben.
Nach 3 Monaten kontaktierte mich der Käufer mit dem angeblichen Sachverhalt, dass das Serviceheft nicht echt sei aufgrund des Stempels. Er habe mit dem GF des Autohauses telefoniert, der ihm mitteilte, dass es sich um Urkundenfälschung handele. Daraufhin schaltete ich einen Anwalt ein und betrieb parallel mit meinen begrenzten Möglichkeiten Aufklärung.
Es stellte sich im November des letzten Jahres heraus, dass die Fachwerkstatt gegenüber einem Mechaniker einer freien Werkstatt, die ich gelegentlich mit meinem altem Zweitwagen
aufsuche, mitteilte, dass man sich nicht erklären könne wie es passiert ist, dass in mein Serviceheft ein Stempel der geschlossenen Nachbarfiliale im gleichen Ort hereingekommen sei. Der Fehler lasse sich nach so länger Zeit nicht mehr aufklären, so der damalige Tenor.
Im Februar wurde dem von mir beauftragten Anwalt die Ermittlungsakte der StA zugestellt.
Darin der vom Autokäufer geschilderte Sachverhalt mit weiteren Vermutungen, dass die angegebenen Reperaturen anzuzweifeln seien und dass ich wohlmöglich auch den Kilometerzähler habe zurückdrehen lassen. Mein Anwalt besorgte Zweitschriften von Reperaturen, die in freien Werkstätten erledigt wurden. Das zweifelt die StA auch alles nicht an. Nun aber der Klops: Anstatt dem Antrag meinem Anwalt zu folgen und die Angelegenheit einzustellen nun ein Strafbefehl wegen Urkundenfälschung. Der GF der Autohauskette habe bei Nachermittlungen ausgesagt, dass es sich bei den 3 Inspektionen um "Fälschungen" handeln würde. Ich bin ratlos und vertraue meinem Anwalt auch nicht, da er mir vor Abgabe der Einlassung misstrauisch äußerte, dass ich da wohl etwas gedreht habe. Denn schliesslich
hat das Autohaus trotz mehrfacher Aufforderung keine Zweitschriften ausgestellt und zudem
die Inspektionen auch nicht beim Autohersteller eintragen lassen. Nun habe ich den Schwarzen Peter und soll für eine Sache bestraft werden, die ich wirklich nicht begangen habe. Für einen Abholtermin bei der Werkstatt habe ich einen Zeugen,Polizist,der gesehen hat,dass ich mein Auto ordnungsgemäß dort nach einer Inspektion abgeholt habe und mir das Serviceheft dort auch ausgehändigt wurde. Nun wird mir sogar vorgeworfen, dass ich den Stempel von der damals im Ort befindlichen zum Konzern gehörenden Zweigniederlassung nachgemacht haben soll. Wie kann ich mich dagegen verteidigen? Ich bin Beamtin und werde auf keinen Fall den Strafbefehl akzeptieren. Ein Wechsel des Anwaltes scheint mir bei der Sachlage persönlich unumgänglich. Sicher ist das seltsam, aber in allen anderen mir vorgeworfenen Punkten habe ich nachweislich nichts "gedreht" und das Auto für 1100€ weniger als beworben verkauft. Zudem kommt, dass der Anzeigenerstatter keinen Schäden nachweist und sich nur seit nun über einem Jahr betrogen fühlt und auch damals einem von mir angebotenen Rückkauf auch nicht zustimmte. Schließlich wolle er nur wissen woran er sei.

Vielen Dank für eine Einschätzung der Sachlage.
31.08.2014 | 11:01

Antwort

von


(68)
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80797 München
Tel: 089 / 12 66 73 0
Web: http://www.strafverteidiger-grasel.de
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Sehr geehrte Fragestellerin,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Zunächst einmal ist es wichtig, dass Sie rechtzeitig Einspruch gegen den Ihnen zugestellten Strafbefehl einlegen. Dies muss innerhalb von zwei Wochen geschehen und kann sowohl von Ihnen selbst oder aber auch durch einen Rechtsanwalt erfolgen.

Nach einem Einspruch kommt es in aller Regel zu einer Hauptverhandlung vor dem Amtsgericht. Im Rahmen dieser Hauptverhandlung haben Sie dann die Möglichkeit, Ihrerseits Beweismittel in das Verfahren einzubringen. Der von Ihnen angesprochene Zeuge, der den Abholtermin bei der Werkstatt sowie die Übergabe des Serviceheftes gesehen hat, könnte dort vernommen werden und Sie dann entlasten. Auch Sie selbst können sich natürlich zur Sache äußern. Ob dies im Einzelfall sinnvoll ist, kann ich seriöser Weise erst nach Akteneinsicht beurteilen. Aber es liegt ja ohnehin bereits eine schriftliche Stellungnahme Ihrerseits vor, wenn ich das richtig verstanden habe.

Glücklicherweise ist es nicht Ihre Aufgabe, den Tatvorwurf zu widerlegen, sondern es ist die Aufgabe der Strafverfolgungsbehörden, Ihnen die vorgeworfene Tat sicher nachzuweisen. Leider ist es regelmäßig so, dass Strafbefehle von Seiten der Gerichte vorschnell unterschrieben werden, ohne überhaupt die Akten- und Beweislage vollständig erfasst zu haben. Ob diese Vorgehensweise aus Überlastung oder purer Oberflächlichkeit erfolgt, ist unklar. Fakt ist: es geschieht regelmäßig. Es ist also durchaus vorstellbar, dass sich im Rahmen einer Hauptverhandlung herausstellt, dass die Beweislage für eine Verurteilung nicht ausreichend ist.

Sie sollten unbedingt einen Rechtsanwalt mit Ihrer Verteidigung beauftragen, dem Sie in der Sache auch vertrauen. Sie können jederzeit Ihren Strafverteidiger wechseln und sollten dies ggf. auch tun, wenn Sie sich nicht gut beraten/verteidigt fühlen. Allerdings fallen hierdurch in der Regel auch höhere Kosten an.

Nach Ihrer Sachverhaltsschilderung und ohne Kenntnis der Akten sehe ich durchaus gute Chancen, den Ihnen gemachten Vorwurf der Urkundenfälschung im Rahmen einer Hauptverhandlung entkräften zu können. Eine solche Hauptverhandlung sollte allerdings gut und professionell vorbereitet sein. Treffen Sie also möglichst zeitnah eine Entscheidung bzgl. eines etwaigen Verteidigerwechsels, so dass Ihnen hier nicht zu viel Zeit verloren geht. Im Bedarfsfall können Sie sich hierfür gerne auch an mich wenden. Ich stehe Ihnen für eine Mandatierung in dieser Angelegenheit gerne zur Verfügung.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Mathias Grasel
Rechtsanwalt


Rechtsanwalt Mathias Grasel
Fachanwalt für Strafrecht

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