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Stehe nicht im Grundbuch, aber im Kreditvertrag. Hilfe


| 28.02.2007 16:11 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht



Sehr geehrte Damen und Herren,
anbei schildere ich Ihnen einmal ein von meiner sicht aus unlösbares Problem.

Im Jahre 2001 haben wir (mein Mann und ich) mit meiner Tochter und ihrem Lebensgefährten zusammen ein Haus gekauft. (wir wohnten bis 2001 17 Jahre zur Miete in diesem Haus, Tochter und Freund sind dazugezogen)

In diesem Zusammenhang wurden die beiden (Tochter und Freund), unwissend von uns, ins Grundbuch eingetragen und wir alle (4 Pers) sind als Kreditnehmer bei der Bank eingetragen. Wir also nicht im Grundbuch.

Vor 4 Jahren hat sich meine Tochter von ihrem Freund getrennt und ist ausgezogen. Seit dem wohnen wir (mein Mann und ich) mit dem „Ex-Schwiegersohn“ (36 Jahre alt) in diesem Haus. Er wurde von Jahr zu Jahr immer lustloser (was arbeiten gehen betrifft), trinkt auch regelmäßig. Nunmehr hat er viele Sachen bis heut nicht bezahlt (Gas, Wasser, ect. Was ich dann teilweise schlichten konnte, indem ich es bezahlte)
Nach einem Gespräch mit der finanzierenden Bank, könnte er (Schwiegersohn) nun bis zu seiner Rente von uns ausgehalten werden und wir hätten keine Chance da heraus zu kommen. (?)
Er kümmert sich um nichts mehr. Vor kurzem wurde ich von seiner Familie zu einem Gespräch eingeladen, wobei mir der Vorschlag gemacht wurde ich solle ihm gegenüber einen Mietvertrag unterschreiben (ein Anwalt war mit dabei -> „Freund der Familie“ !?)
Nachdem ich auch dies der Bank geschildert habe sagte diese zu mir ich solle von solch einer Unterschrift Abstand halten, da ja dann das ganze Haus von mir finanziert werden würde (bin ja die einzige die noch arbeitet), und er dann keinen Finger mehr krumm machen müsste.

Unsere Verhältnisse:

Ich habe noch monatliches Einkommen
Mein Mann bekommt nichts (seit 2001 keine Arbeit)
Schwiegersohn (keine arbeit, keine lust Hartz4???)

Der Schwiegersohn ist nicht bereit auf eine vernünftige Aussprache einzugehen, und fordert weiter die Hälfte der Betriebskosten und Kreditkosten , die ich bis jetzt immer übermittelt habe.

Das Haus ist in etwa wie ein 2 Fam. Haus anzusehen mit einer Wasseruhr, einem Gaszähler und einer Heizung. Stromkosten werden getrennt abgerechnet da beide einen eigenen Zähler besitzen.

Nun zu unserer Frage:
Es gibt 2 Möglichkeiten diese Situation zu klären, entweder der Schwiegersohn zieht aus und übergibt uns das gesamte (unser Sohn würde dann mit einsteigen/einziehen) <- dieses wurde dem S-Sohn schon vorgeschlagen, der jedoch lehnte dies ab mit den Worten „ich ziehe hier nicht aus“. (Obwohl er gar nicht in der Lage ist dies zu halten, finanziell)
Oder wir ziehen aus und lassen den S-Sohn allein.
Nur, wie können wir rechtlich oder überhaupt aus diesem „Schlammassel“ herauskommen, ohne das dort für unsere Seite ein Nachteil entsteht.
Kann der S-Sohn gezwungen werden auszuziehen, oder werde ich mich damit abfinden müssen bis an mein Lebensende mit ihm unter einem Dach wohnen zu müssen und ihn mit zu finanzieren?
Ich hoffe sie können mir weiterhelfen, denn ich weis keinen weiteren Weg mehr, als über die Justiz.

MfG

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Sehr geehrte Fragestellerin,

offenbar sind Sie und Ihr Mann entweder Mitkreditnehmer oder aber Bürge für das Darlehen Ihrer Tochter und dem Schwiegersohn. Die beiden letztgenannten sind nach Ihren Angaben alleinige Eigentümer des Hauses. Sie bezahlen also auf einen fremden Kredit.

Grundsätzlich ist Mitdarlehensnehmer nur, wer ein eigenes Interesse an der Kreditgewährung hat und über die Auszahlung und Verwendung der Darlehensvaluta mitentscheiden darf, Mithaftender ist, wer der Bank nicht als gleichberechtigter Darlehensnehmer gegenüber steht.
Diese Frage ist uU bedeutsam für die Prüfung der Sittenwidrigkeit des Darlehensvertrages. Eine solche kann aber nur ein Kollege nach Vorlage der gesamten Kreditunterlagen verläßlich prüfen.

Als Nichteigentümer können Sie selbstverständlich jederzeit aus dem Haus ausziehen, auch kann Ihnen von den Eigentümern dies vorgegeben werden. Einen Mietvertrag zu unterzeichen bringt Ihnen im Hinblick auf die Höhe des Anspruchs gegen den S-Sohn und Ihre Tochter zumindest Klarheit über den Betrag den Sie zurückfordern können. Weil Sie auf eine fremde Schuld bezahlen haben Sie nämlich einen Anspruch auf die bezahlten Kreditraten. Weil Sie aber mietfrei wohnnen müßte diese Leistung dagegengerechnet werden. Durch einen Mietvertrag wäre die Höhe der Kaltmiete unstreitig.

Wenn Ihr S-Sohn nicht bezahlt haften Sie (vermutlich, hier muss der Kreditvertrag genau geprüft werden) als Gesamtschuldner, also jeder auf alles. Meist versucht die Bank erst bei allen Kreditnehmern oder Bürgen an Ihr Geld zu kommen, bevor das Haus verwertet wird. Es kann aber Sinn machen die Situaion der Bank zu schildern um zu bewirken, dass das Haus verwertet wird, bevor man von Ihnen die Abgabe einer eidesstattlichen Versicherung verlangt. Eine solche können Sie erst dann abgeben, wenn Sie nichts mehr haben, bis zu diesem Zeitpunkt müßten Sie die Darlehenslast tragen. Ob und auf welchem Wege Sie dann vom Schwiegersohn diese Kreditbeträge zurückbekommen, kann meist nicht vorhergesehen werden.

Ihr Situation ist zugegeben etwas verfahren, weil Sie der Bank gegenüber in der Pflicht stehen, aber keine Rechte am Haus haben. Sollte eine gütliche Einigung dergestalt, dass Sie selbst das Haus übernehmen, scheitern, rate ich dringend einen Kollegen aufzusuchen um die Rechtmäßigkeit des Kreditvertrages prüfen zu lassen und ggf vermittelnd bei der Bank tätig zu werden um zu erreichen, dass das Haus verwertet wird. Auf anderem Wege können Sie sich aus meiner Sicht bei dem von Ihnen dargestellten Sachverhalt nicht vom Kredit lösen. Sollten Sie das Haus übernehemen könnte dem S-Sohn ein Mietverhältnis angeboten werden.

Ungewöhnlich erscheint mir, dass Ihnen als Krdeitnehmer keine Rechte am Grundstück eingeräumt wurden, bitte überprüfen Sie dies vorab nochmals. Mitkreditnehmer sind in aller Regel auch im Miteigentümer oder zumindest Nießbrauchsberechtigte.

Die hälfte der Betriebskosten müssen Sie bezahlen, weil Sie diese verbraucht haben (oder eben den Verbrauchsanteil)

Ich hoffe meine Antwort kann Ihnen zu einer ersten Orientierung dienen. Sie ersetzt nicht die persönliche Beratung durch einen Rechtsanwalt, weil bei Überprüfung des Sachverhaltes, insbesondere anhand der zu prüfenden Unterlagen sich Umstände ergeben können die zu einer abweichenden Beurteilung führen.


Mit freundlichen Grüssen

Oliver Martin
Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 28.02.2007 | 16:50

vielen dank für ihre antwort, nurnoch eine klärende Frage: Im Kreditvertrag stehen mein mann und ich als Kreditnehmer und nicht als Bürgen drin. Heisst das wenn nichts weiter vereinbart, das dies nicht rechtens ist wenn wir nicht im Grundbuch stehen?
Vielen Dank nochmals.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 28.02.2007 | 16:58

Nein das bedeutet es nicht zwangsläufig, allerdings ist dies ein möglicher Ansatz für die Prüfung der Sittenwidrig. Wegen Ihres hohen finaziellen Risikos sollten Sie bei scheitern der Hausübernahme auf jeden Fall einen Kollegen aufsuchen. Leider gilt das Sprichwort "wer bürgt wird erwürgt" oft auch für den "rechtelosen" Mitdarlehensnehmer, deshalb sollten alle Möglichkeiten aus der Verpflichtung entlassen zu werden sorgsam geprüft werden.

Mit freundlichen Grüssen

Oliver Martin
Rechtsanwalt

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