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Statische Nachbesserung bei einer Stützmauer


| 23.06.2015 15:38 |
Preis: ***,00 € |

Baurecht, Architektenrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Jürgen Nelsen


Zusammenfassung: Eine Schwergewichtsmauer ist (in Baden Württemberg) bis zu einer Höhe von zwei Metern genehmigungsfrei. Für eine höhere Mauer benötigt man sowohl eine Genehmigung wie auch einen Standsicherheitsnachweis


Wir haben 2014 unser 1-Fam. Haus auf einem Hanggrundstück bauen lassen. Der Architektenvertrag (Phase 2-8) lief über eine Firma und die Gewerke wurden von uns einzeln beauftragt.
Eine Gartenbaufirma wurde mit den Erdarbeiten und der Hangaufschüttung, inklusive der Erstellung einer 5m hohen Naturstein-Stützmauer beauftragt.

Die Stützmauer ist Teil des Bauplans und in der Baugenehmigung abgedeckt.
Eine Statik wurde nur für Haus und Garage erstellt; dabei wurde auch eine statische Berechnung für eine Stützmauer als Ortbetonmauer skizziert, als Grundlage für eine Kostenrechnung.
Wir haben uns dann für die von der Gartenbaufirma angebotene Naturstein-Stützmauer entschieden und uns (auch per mail) beim Architekturbüro rückversichert dass dies so gemacht werden kann und der Baugenehmigung entspricht.

Jetzt forderte der Architekt der für die Baupläne zuständig war, die Gartenbaufirma auf, den Standsicherheitsnachweis für die Stützmauer vorzulegen, unter Androhung einer Anzeige beim Bauamt.
Die Gartenbaufirma hat die Berechnungen nun nachträglich von einem Statiker durchführen lassen. Dabei wurde zur Auflage gemacht, dass die Mauer zusätzlich mit Erdankern versehen werden muss, um einen Standsicherheitsnachweis zu erlangen.

Frage: wer hat was versäumt und - ganz wichtig, wer muss die Nachbesserung bezahlen?

Die Gartenbaufirma sagt, eine Statik wäre im Vorfeld nicht gefordert worden, die Mauer wurde nach allgemeinen Vorgaben / Beispielen für Schwergewichtsmauern gebaut worden und das wird "immer so gemacht".
Der Architekt sagt, der Mauerbau sei an ihm vorbei gegangen - und das obwohl die Firma für die er als freier Architekt tätig war, die Bauaufsicht durchgeführt hat.
Die Stützmauer und das Gebäude wurden parallel erstellt und es waren diverse Abstimmungen wegen der Hausanschlüsse erforderlich.
Die Stützmauer ist nicht im Architektenvertrag angeführt.



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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Ich sehe in Ihrem Fall ausschließlich eine Verantwortung des Gartenbauers.

Der Architekt war mit der statischen Berechnung der Mauer nicht beauftragt und haftet nicht. Seine Funktion als Bauleiter/Bauaufsicht ist er nachgekommen.

Schwergewichtsmauern gehören zu den klassischen Systemen der Böschungssicherung. Als Schwergewichtsmauer soll sie eine Stützfunktion erfüllen und dafür statisch konstruktiv bemessen sein. Die Standsicherheit der Mauer ist unter Umständen schon durch die Masse der Mauer gegeben, wovon jedoch nur maximal die Hälfte des Eigengewichtes in der statischen Berechnung angesetzt werden soll.

Laut LBO Baden-Würtenberg sind Stützmauern bis zu einer Höhe von 2 Meter genehmigungsfrei (Anhang zu § 50 Abs. 1 Zif. 7 c) Darüber hinaus, also auch bei einer Höhe von 5 Metern, muss eine Genehmigung beantragt werden. Damit verbunden ist auch ein Standsicherheitsnachweis (Statik).

Die Argumentation, das werde immer so gemacht, genügt dafür natürlich nicht. Vielmehr muss er über die notwendigen fachlichen Kenntnisse verfügen, die auch die Kenntnis über die Baugenehmigung und deren Voraussetzungen beinhaltet. Hat er also „auf gut Glück" gebaut, ohne die Statik zur Absicherung einzuhalten, hat er in jedem Fall pflichtwidrig und fahrlässig gehandelt.

Antwort:
Das Versäumnis liegt bei dem Werkunternehmer, der die 5 Meter hohe Steinmauer gebaut hat. Er hätte die Statik erstellen (lassen) müssen, ggfs. auch deren Fehlen monieren müssen. Die Kosten hat er zu tragen, da er pflichtwidrig den Nachweis der Standfestigkeit seiner Mauer nicht nachgewiesen hat.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.
Abschließend darf ich Sie noch auf die Bewertungsfunktion hinweisen.

Mit freundlichen Grüßen
Bewertung des Fragestellers 25.06.2015 | 00:35


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