Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Stalking - Gefakte Social Network Profile

07.05.2017 21:56 |
Preis: ***,00 € |

Internetrecht, Computerrecht


Beantwortet von


Sehr geehrte Anwälte von frag-einen-anwalt.de,

ich frage hier tatsächlich für eine Freundin, die mir jedoch ihre Zustimmung gegeben hat ihr Problem auf dieser Plattform zu schildern.

Meine Freundin (nicht Patnerin, 22, Studentin) hat vor etwa einem Jahr Schluss gemacht mit ihrem Freund. Dieser kam lange nicht damit zurecht und stellte ihr einige Zeit nach. Irgendwann fiel ihm wohl aus einer Erinnerung heraus das mögliche Passwort für ihr Snapchat Profil ein und es gelang ihm nach mehren Fehlschlägen kurzzeitig in den Account zu kommen. Die vorhanden Bilder waren recht harmlos (dennoch privat), ein privat versendetes zeigt sie jedoch in Reizwäsche. Er druckte die Bilder aus und traf sich mit ihr (angeblich für ein kurzes Gespräch um ihr noch ein paar Dinge zu sagen), er bewarf sie mit den Bilder, fing an sie zu beleidigen und zu anzuspucken. Er setze auch leichte Gewalt wie treten und schubsen ein, hielt sie mehrere Minuten fest, ließ sie jedoch irgendwann nach mehrmaligem schreien los. Nun ist auch eine instagram seite aufgetaucht, die Seite ist privat und heißt irgendwas wie "bitch pictures". Ein Foto von ihr ist dort als Profilbild eingestellt, man sieht ihr Gesicht jedoch nicht. Das Foto ist auch kein Nacktfoto o.Ä. lediglich etwas erotisch.
Der Typ streitet ab, dass die Seite von ihm ist.
Mittlerweile steht er gelegentlich vor ihrer Tür, ruft sie von immer wieder an und bedroht sie auch wenn er sie mal sieht, achtet via Whatsapp usw jedoch darauf nicht zu weit zu gehen.
Meine Freundin ist sich nicht sicher ob sie rechtliche Schritte einleiten soll. Ich selbst kenne den Typen schon seit meiner Kindheit und schätze ihn als sehr aggresiv und höchst gewaltbereit ein. Auch Polizei usw. macht ihm normalerweise keine Angst, in der Vergangeheit kam es immer wieder Situationen wo er auch Polizeibeamte beleidigt hat. Da er jedoch relativ jung ist und die Situationen meistens entschärft werden konnten ist er nicht vorbestraft.

Meine Freundin hat Angst, dass er nach einer Anzeige komplett eskalieren könnte: Er hat keinen richtigen Abschluss, keine Ausbildung und keine richtige Arbeit. Er könnte durchaus aggresiv auf eine Anzeige reagieren und gewalttätig werden, evtl weitere Bilder online stellen. Damit droht er ihr auch immer wieder.

Sie hat ihn immer wieder gebeten sie in Ruhe zu lassen. Sie hat alle Vorfälle schriftlich dokumentiert und wird dies auch weiterhin tun.

Konkrete Fragen:

- kann ihm eine instagramseite nachgewiesen werden
- sind Whatsappverläufe beweislastig?
- wie effektiv ist in der Regel eine Anzeige wegen Stalking?
- Bzgl des Anspuckens, Tretens, Festhaltens, Beleidigens - Beweislage?
- Direkt eine Anzeige bei der Polizei oder erstmal zum Rechtsanwalt?

Welchen konkreten Tipp würden Sie als Anwalt meiner Freundin bzgl. Mobbing geben?


kurzer Nachtrag: Ich hatte den obrigen Text schon fertig, meine Freundin hat mir eben mitgeteilt, dass sie auf mehreren social media accounts dasselbe Passwort benutzt hat und ihr Exfreund somit in einer Nacht in mehrere Accounts sich einloggen konnte, daher auch an diverse Nummern gekommen ist und eine Menge Verläufe gescreenshotet hat. Diese hat er ebenfalls ausgedruckt gezeigt. Ich weiß nicht ob dieser Nachtrag von Relevanz ist.

08.05.2017 | 00:29

Antwort

von


(118)
Bahnhofstr.6
32469 Petershagen
Tel: 05702 8517612
Tel: 01626947700
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Einschägig ist hier § 238 StGB: Nachstellung (Nachstellung).

Als Tathandlung kommt hier zunächst § 238 StGB: Nachstellung in Betracht. Nach ihren Sachverhaltsangaben steht der Freund gelegentlich vor ihrer Tür, ruft sie immer wieder an und bedroht sie wenn er sie sieht.

Außerdem kommt hier § 238 StGB: Nachstellung in Betracht. Der Täter ruft ihre Freundin immer wieder an und versucht über soziale Medien (hier Whatsapp) Kontakt zu ihrer Freundin herzustellen.

Zudem sehe ich mit dem erstellen eines falschen Profils den Tatbestand des § 238 StGB: Nachstellung erfüllt.

Diese Tathandlungen müssten auch unbefugt sein. Unbefugt handelt der Täter, wenn weder ein Einverständnis des Opfers noch eine Befugnis aus privat- oder öffentlichrechtlichen Vorschriften vorliegt. Der Freund handelt ohne Eiverständnis oder Befugnis.

Dies müsste auch beharrlich geschehen. Beharrlich bedeutet eine besondere Hartnäckigkeit und eine gesteigerte Gleichgültigkeit des Täters gegenüber dem gesetzlichen Verbot. Dieses Merkmal ist nach der Sachverhaltsschilderung auch gegeben.

Die schwerwiegende Beeinträchtigung der Lebensgestaltung ist ebenfalls zu bejahen. Ihre Freundin hat Angst und ist eingeschüchtert.

Dementsprechend liegt § 238 StGB: Nachstellung in mehreren Varianten vor. § 238 StGB: Nachstellung ist ein Antragsdelikt gem. § 238 StGB: Nachstellung . Demnach sollte ihre Freundin Strafantrag und Strafanzeige stellen. Diese wäre sogar Online bei der Polizei möglich. Zur Beweisbarkeit ist erst einmal zu sagen, dass in Deutschland das Legalitätsprinzip gilt gem. § 152 StPO: Anklagebehörde; Legalitätsgrundsatz . Die Staatsanwaltschaft muss also auf Antrag ermitteln. Sie sollten dennoch alle Bilder, Chatverläufe, E-Mails, genaue Listen der Anrufe und vor allem alle Zeugen bennenen. Sie scheinen ja schon ein glaubhafter und glaubwürdiger Zeuge zu sein. Wichtig ist, dass noch andere Straftaten einschlägig sind. Die Ohrfeige stellt eine Körperverlegzung gem. § 223 StGB: Körperverletzung dar. Das Androhen von Gewalt ist ein Nötigung gem. § 240 StGB: Nötigung . Das Anspucken und das Wort "bitch" sind eine Beleidigung gem. § 185 StGB: Beleidigung . Es kommen noch weiter Tatbestände in Betracht. Sie sollten diese Taten alle mit passendem Paragraphen zur Anzeige bringen und wenn der Täter erneut zuschlägt erneut Anzeige erstatten. Es wird sich dann erheblich summieren und da es sich hier nicht um einen Ersttäter handelt auch nicht ohne Folgen bleiben.

Zivilrechtlich stünden ihrer Freundin zudem noch Schadensersatzansprüche nach § 823 BGB: Schadensersatzpflicht zu. Wichtig ist zudem der Anspruch auf Unterlassung gem. § 1004 BGB: Beseitigungs- und Unterlassungsanspruch .

Die Strafanzeigen können sie selbst aufgeben. Für die zivilrechtlichen Ansprüche empfehle ich ihnen die Hinzuziehung eines Rechtsanwalts. Falls ihre Freundin über unzureichende finanzielle Mittel verfügt, kann sie sich beim örtlichen Amtsgericht einen Beratungsschein holen. In dem Fall werden die Kosten vom Staat übernommen.

Ich hoffe Ihnen weitergeholfen zu haben und bedanke mich für das mir entgegengebrachte Vertrauen.

Mit freundlichen Grüßen
Rechtsanwalt Hellmich


ANTWORT VON

(118)

Bahnhofstr.6
32469 Petershagen
Tel: 05702 8517612
Tel: 01626947700
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Strafrecht, Vertragsrecht, Miet und Pachtrecht, Kaufrecht, Erbrecht
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 81014 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Danke für die schnelle Antwort. Sehr verständlich. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Die Antwort kam sehr schnell und überdies wurde die Rückfrage prägnant und zügig beantwortet. Ich würde mich jederzeit wieder vertrauensvoll an ihn wenden. Jedem, der dringend juristischen Rat sucht, nur zu empfehlen! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Sehr Freundlich und kompetent sehr Ausführlich weitergeholfen nur zu Empfehlen . Herzlichen Dank ...
FRAGESTELLER