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Staatsangehörigkeit und Aufenthaltsrecht

| 14.08.2018 15:17 |
Preis: 54,00 € |

Ausländerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Daniel Hesterberg


Zusammenfassung: Reihenfolge von Aufenthaltserlaubnis, Niederlassungserlaubnis und Einbürgerung in Bezug auf deren unterschiedlichen Voraussetzungen

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin türkischer Staatsbürger, Rentner und bin seit 25 Jahren mit einer deutschen Staatsbürgerin verheiratet. Wir haben eine volljährige gemeinsame Tochter, die auch wie meine Ehefrau deutsche Staatsangehörige ist.
Ich habe eine Aufenthaltserlaubnis bis November 2020. Wir leben seit knapp über einem Jahr in Deutschland.
Meine Fragen sind folgende:
Kann ich eine unbefristete Aufenthaltserlaubnis schon vor 2020 beantragen? Kann ich eine europäische Aufenthaltskarte beantragen? Oder ist es ratsam die deutsche Staatsbürgerschaft zu beantragen?

mit freundlichen Grüßen



Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Das geht durchaus, aber erst innerhalb der nächsten Jahre - im Einzelnen:

Dem Ausländer ist in der Regel eine Niederlassungserlaubnis (§ 28 AufenthG) zu erteilen,

- wenn er drei Jahre im Besitz einer Aufenthaltserlaubnis ist,
- die familiäre Lebensgemeinschaft mit dem Deutschen im Bundesgebiet fortbesteht,
- kein Ausweisungsinteresse besteht
- und er über ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache verfügt.

Deswegen wurde die Aufenthaltserlaubnis für Sie im letzten Jahr bis 2020 befristet.

Selbst wenn Sie das (noch) nicht erfüllen sollten, würde im Übrigen die Aufenthaltserlaubnis verlängert, solange die familiäre Lebensgemeinschaft fortbesteht.

Das sehe ich aber nicht, ab 2020 wäre das für Sie mit der Niederlassungserlaubnis möglich.

Einem Ausländer ist eine Erlaubnis zum Daueraufenthalt – EU zu erteilen (§ 9a AufenthG), wenn

- er sich seit fünf Jahren mit Aufenthaltstitel im Bundesgebiet aufhält,
- sein Lebensunterhalt und derjenige seiner Angehörigen, denen er Unterhalt zu leisten hat, durch feste und regelmäßige Einkünfte gesichert ist,
- er über ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache verfügt,
- er über Grundkenntnisse der Rechts- und Gesellschaftsordnung und der Lebensverhältnisse im Bundesgebiet verfügt,
- Gründe der öffentlichen Sicherheit oder Ordnung unter Berücksichtigung der Schwere oder der Art des Verstoßes gegen die öffentliche Sicherheit oder Ordnung oder der vom Ausländer ausgehenden Gefahr unter Berücksichtigung der Dauer des bisherigen Aufenthalts und dem Bestehen von Bindungen im Bundesgebiet nicht entgegenstehen und
- er über ausreichenden Wohnraum für sich und seine mit ihm in familiärer Gemeinschaft lebenden Familienangehörigen verfügt.

Die Voraussetzungen liegen also höher, wie auch gleichermaßen für die Einbürgerung, die nach Ablauf von drei Jahren auch möglich ist, wobei Sie aber grundsätzlich die türkische Staatsangehörigkeit aufgeben müssten.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 20.08.2018 | 13:18

Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt,

vielen Dank für die Informationen.

Ich hätte noch eine Frage bezüglich der Beibehaltsgenehmigung bei Einbürgerungen.

Soviel ich weiss kann ein Beibehaltungsantrag gestellt werden wenn man Nachteile der Ausbürgerung aus der bisherigen Staatsangehörigkeit verhindern möchte. Meine Begründungen für eine Beibehaltsgenehmigung wären:
- Mein Beruf als Kapitän (Hochsee) darf ich nur mit meinem türkischen Seemannsbuch ausüben.
- Ich habe eine staatliche türkische Rente und eine staatliche türkische Krankenversicherung (gültig in Deutschland).

Könnten Sie uns noch etwas über dieses Thema schreiben.


freundliche Grüße

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 20.08.2018 | 13:32


Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Nachfrage (danke für Ihre Bewertung) möchte ich Ihnen gerne wie folgt beantworten:

Ja, richtig, solche Gründe könnte man für die Beibehaltung der türkischen Staatsangehörigkeit ggf. anführen (müsste nochmals abschließend geprüft werden).

§ 12 Staatsangehörigkeitsgesetz, Abs. 1 Nr. 5: "dem Ausländer bei Aufgabe der ausländischen Staatsangehörigkeit erhebliche Nachteile insbesondere wirtschaftlicher oder vermögensrechtlicher Art entstehen würden, die über den Verlust der staatsbürgerlichen Rechte hinausgehen."

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt Daniel Hesterberg

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