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Sportunfall mit Fremdverschulden - Haftplichtversicherung

31.10.2008 11:17 |
Preis: ***,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht


Beantwortet von


Hallo,

ich hatte Anfang dieses Jahres einen Sportunfall der durch eine Kitesurf-Schule verursacht wurde. Diese Schule hat eine Haftpflichtversicherung bei der Zuerich Versicherung. Auf Grund der Verletzung war ich 10 Tage krank geschrieben. Da ich selbstaendig bin, habe ich gegenueber der Versicherung Verdienstausfall geltend gemacht. (2000 Euro). Die Versicherung will nur die im Ausland angefallenen Arztkosten uebernehmen und sagt Anspruch auf Schadenersatz fuer den Verdienstausfall besteht generell nicht, mit der Begruendung 'der Anspruch besteht nicht auf den gesetzlichen Haftungsbestimmungen'.

Ich lebe im Ausland. Die Zuerich Haftpflicht ist die weltweite Versicherung der Kiteboarding Organisation IKO fuer die IKO zertifizierten Schulen. Der Unfall hat sich auf den Philippinen ereignet. Fuer die Haftpflicht der Zuerich gilt deutsches Recht, laut den Versicherungsbestimmungen. Ich konnte in den Bestimmungen nichts erkennen, dass Schadensersatz fuer Verdienstausfall ausschliesst.

Stimmt die Aussage der Versicherung?

Ich hoffe, dass mir in der Sache jemand Klarheit verschaffen kann.

Danke und freundliche Gruesse,

31.10.2008 | 13:19

Antwort

von


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60431 Frankfurt
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Sehr geehrter Fragesteller,

ich bedanke mich für Ihre online-Anfrage, zu der ich wie folgt Stellung nehme:

Nachdem die Kitesurf-Schule Ihren Sportunfall schuldhaft verursacht hat, wird sich ihre Haftung aus § 823 BGB ergeben. Die Art und der Umfang der Schadensersatzpflicht regeln die §§ 249 ff BGB . Bei einem Personenschaden schuldet der Schädiger neben den Behandlungskosten grundsätzlich auch den Ersatz des entstandenen Verdienstausfalles sowie Schmerzensgeld. Da der bloße Ausfall der Arbeitskraft keinen ersatzfähigen Vermögensschaden darstellt, müssen Sie als Selbständiger gegenüber der Versicherung Ihren Verdienstausfallschaden KONKRET nachweisen. D.h. es wird nicht reichen, unter Angabe Ihres Berufes pauschal die Summe von EUR 2.000,- zu fordern. Vielmehr werden zur Bezifferung des entstandenen Gewinnentgangs detaillierte Angaben über Ihr hypothetisches Einkommen, wie es ohne den Unfall erzielt worden wäre, erforderlich sein. Können Sie nicht den Entgang konkreter Geschäfte darlegen, müssen Sie die Gesamtumsätze sowie die daraus erzielten Überschüsse in der Vergangenheit darlegen, so dass hieraus sichere Rückschlüsse auf Ihr Einkommen in dem maßgeblichen Zeitraum möglich sind. Zu beachten ist, dass dem Geschädigten grundsätzlich eine Schadensminderungspflicht obliegt, so dass zu erklären sein wird, warum kein Vertreter eingestellt bzw. kein Fremdauftrag erteilt werden konnte. Darüber hinaus werden Sie sich ersparte Aufwendungen anrechnen lassen müssen.

Ich hoffe, Ihnen eine hilfreiche erste Orientierung gegeben zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen
Petry-Berger
Rechtsanwältin


Ergänzung vom Anwalt 31.10.2008 | 23:51

Was die Haftungsnormen betrifft weise ich ergänzend darauf hin, dass bei fehlenden - nach deutschem Recht zu beurteilenden Vertragsbeziehungen - zu der Kitesurf-Schule das philippinische Recht anwendbar sein wird. Denn nach § 40 EGBGB ist auf Ansprüche aus unerlaubter Handlung das Recht des Staates anzuwenden, in dem der Ersatzpflichtige gehandelt hat. Bestanden hingegen zu der Schule vertragliche Bindungen, für die deutsches Recht galt, wird sich das „Deliktstatut“ an das Vertragsstatut anhängen (vgl. § 41 EGBGB ) und damit deutschen Haftungsnormen greifen.

Mit freundlichen Grüßen
RA Petry-Berger

ANTWORT VON

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