Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.084
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Spesen bei Widerreuf?


13.02.2006 22:15 |
Preis: ***,00 € |

Internetrecht, Computerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Arnd-Martin Alpers



Guten Abend,

kuerzlich habe ich bei einem Versandantiquariat per internet Baende aus einer Fachbuchreihe bestellt (Warenwert >500 EUR), die ich innerhalb der Widerspruchsfrist zuruecksenden musste, das sie inhaltlich nicht meinen Erwartungen entsprachen und die Beschreibung keine genauere Einschaetzung im Voraus zugelassen hat.
Das Antiquariat verweigert mir nun die Erstattung der Ruecksendekosten (versichertes Postpaket) und berechnet mir zusaetzlich die Spesen fuer die Zahlung per Kreditkarte (ca. 4% des Kaufpreises).
Eine Widerrufsbelehrung habe ich zum Zeitpunkt des Kaufes nicht erhalten. Auf meine Frage nach den AGB hin erhielt ich nur den Hinweise, auf welcher Internetseite ich diese finden koenne. In den von mir dort gefundenen Regelungen ist der Widerruf nicht geregelt und ein Hinweis auf die Uebernahme von "Spesen" durch Verbraucher ist nicht vorhanden.

Meine Frage:
Muss ich die Kosten fuer die Ruecksendung sowie diejenigen fuer die Abbuchung von meiner Kreditkarte tatsaechlich selbst tragen?


Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrter Fragesteller,

ich sehe aufgrund Ihrer Angaben keine Anzeichen, weswegen Sie die Kosten der Rücksendung geschweige denn die Kosten der Kreditkartenabbuchung tragen sollten.

Nach Ihren Angaben haben Sie die Bücher als Verbraucher gekauft. Danach steht Ihnen ein Widerrufsrecht zu, §§ 312d, 355 BGB.

Die Kostentragung ist in § 357 Abs. 2 BGB klar geregelt: "Kosten und Gefahr der Rücksendung trägt bei Widerruf und Rückgabe der Unternehmer."

Auch die Berechnung der Spesen für die Kreditkartenzahlung widerspricht völlig den Vorschriften über den Fernabsatz (zumal es offensichtlich auch an jeglicher vertraglichen Grundlage hierfür fehlt): Das Fernabsatzrecht soll dem Verbraucher, der Waren über das Internet bestellt, gerade die Möglichkeit geben, diese zu prüfen, ohne dass ihm der Widerruf durch zusätzliche finanzielle Druckmittel erschwert wird - sonst würde das Recht über kurz oder lang leer ausgehöhlt werden.

Im Übrigen weise ich noch ergänzend darauf hin, dass nach einer Entscheidung des LG Karlsruhe vom 19.12.2005 sogar die Hinsendekosten vom Verkäufer zu erstatten zu erstatten sind.

Alles in allem hat das Antiquariat hier denkbar schlechte Karten. Ich wünsche Ihnen daher viel Erfolg bei der Durchsetzung Ihres Anspruchs.

Mit freundlichen Grüßen

Arnd-Martin Alpers
Rechtsanwalt


www.kanzlei-alpers.de
info@kanzlei-alpers.de


FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60078 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ausführlich, verständlich und klar geschrieben. Sehr zufrieden. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr RA Vasel erschien mir sehr kompetent, da er auch bei angedachtem weiteren Verfahren meines Steuerberaters fundierte Bedenken, gerade paradoxerweise bezüglich eventuell sich daraus ergebender steuerlicher Nachteile, hatte ... ...
FRAGESTELLER
3,2/5,0
Ohne Paragraphenangabe, alles pi x Daumen, man hätte zb § 850d ZPO oder sowas erwähnen können, Frage wurde obendrein unvollständig beantwortet aber Alles in Allem eine kleine Übersicht, musste im Endeffekt trotzdem alles Nachschlagen ... ...
FRAGESTELLER