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Sperrfrist vermeiden

14.04.2008 20:11 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

seit dem 17.03.2008 habe ich einen Vertrag als "Vertriebsassistent" unterschrieben. Hierbei wurde eine Probezeit von 6 Monaten vereinbart.

So wie es im Moment sich die Situation darlegt, scheine ich "zwischen 2 Fronten" vor Ort geraten zu sein. Diese Firma ist innerhalb von 2 Jahren überproportional gewachsen (40 neue Mitarbeiter wurden alleine im letzten Jahr eingestellt). Hierbei klafft eine relativ große "Lücke" zwischen alten und neuen Mitarbeitern, sprich es existieren hauptsächlich "alteingesessene" oder neue Mitarbeiter.

Aktuell befinde ich mich in einem Büro mit 3 Vertrieblern (1 neu, 2 Personen welche seit ca. 9 Jahren der Firma angehören). Hierbei handelt es sich eigentlich um eine Stelle mit hoher vertrieblicher und persönlicher Anforderung gem. dem ausgeschriebenen Stellenprofil. Leider haben sich die ersten 4 Wochen als eine große Enttäuschung und ein aus meiner Sicht unzumutbarer Zustand entpuppt.

In diesen ersten Wochen wurde ich seitens der beiden älteren Vertriebler kontinuierlich ignoriert. Auf mehrfacher Nachfrage meinerseits, ob ich in irgendeiner Form helfen / unterstützen könnte oder Kundenterminen beiwohnen dürfte (wurde von Herrn xx im Vertriebsmeeting angeordnet und im Protokoll festgehalten), wurde stets von beiden VB´s (Vertrieblern) verneint. Nachfolgend möchte ich hierzu gefallene Äußerungen zwecks Verdeutlichung der Situation erwähnen:

- "Wir sind voll mit Terminen und haben keine Zeit"
- "...stehen auserdem noch mehr Leute auf der Warteliste, die schon dafür vorgesehen, aber dann doch nicht mit zum Kunden fahren dürfen...wird ja hier alles blockiert..."
- "Strukturen für eine Teambildung fehlen vollkommen, hier gibt es kein Team..."
- "Ihr hättet später anfangen sollen, das habe ich so auch Herrn xx gesagt" (Hintergrund: 2 Wochen nach mir hat eine weitere Person als Vertriebsassistent bei der Firma begonnen)
- "... bin momentan nicht bereit etwas zu machen!"

Herr xx ist ein externer Berater (Consultant) der Firma und ist der frühere Vorgestzte der jetzigen beiden Geschäftsführer. Herr xx war auch bei meinem Vorstellungsgespräch zusammen mit Frau xx anwesend und hat das Gespräch geleitet. In diesem Gespräch wurde mir gegenüber erwähnt, dass man eine 4er Teambildung beabsichtigt und diese Stelle mit auf den eigenen Vertrieb vorbereiten sollte. Da ich aktuell studiere (Fernstudium BWL), über einige vertriebliche Berufserfahrung verfüge und die Stelle nur wenige Minuten von mir zuhause entfernt liegt, habe ich mich dazu entschlossen diese Stelle wahrzunehmen um weitere berufliche Praxis zu sammeln.

Nach den abgelaufenen 4 Wochen muss ich leider feststellen, dass es sich bei dieser Stelle um eine reine Assistenzstelle handelt, zumal es im Unternehmen auch die Stelle "Junior Sales Manager" gibt, welche als vertrieblich vorbereitend und einführend angesehen werden darf. Meine bisherigen Tätigkeiten beschränkten sich auf Eingabe von Visitenkarten, Bestätigung einer Hotelbuchung, Telefonischer Nachfrage bezüglich Terminwahrnung von anstehenden Kundentagen und Versendung von Informationsmaterial, welches von den beiden Junior Sales und anderen Vertrieblern angeordnet worden sind.

All diese genannten Tätigkeiten umfassen maximal 10 % der Arbeitszeit. Sprich 90 % dieser Zeit wurde ich mir stets ohne Chance auf eine Tätigkeit selbst überlassen. Wie ich bereits von mehrfacher Seite erfahren habe, scheint es große Unstimmigkeiten zwischen den beiden "alteingesessenen" VB´s und Herrn xx (Versuch von Umstrukturierungen) zu existieren. Beide Vertriebler machen eine äußerst demotivierten Eindruck, was sie nicht davon abhält selbst gegenüber Kunden negative Äußerungen über Herrn xx und Teile der Geschäftsführung kundzutun!

Um diesen Problemen offen zu begegnen habe ich am heutigen Tag ein Telefonat mit Herrn xx geführt. Das Ergebnis war ernüchternd. Herr xx hat mir gegenüber Probleme dieser Art bestätigt und ist sich dessen voll und ganz bewusst. Trotzdem besteht er auf eine Zusammenarbeit innerhalb eines 4er Teams. Leider haben die getätigten Aussagen und Beobachtungen bestätigt, dass ein Wille zur Teambildung vollkommen fehlt und eine Art Blockadehaltung aktiv geführt wird. Der neue VB aus unserem Büro erzählte mir, wie sich beide älteren VB´s in meiner Abwesenheit bereits negativ über mich geäußert haben und versucht haben ihn in dieses "perfide Spiel" mit einzubeziehen. In diesem Fall scheint diese Art der "Protesthaltung" beider VB´s bereits sich in einer Art Mobbing zu äußern.

Da ich persönlich einfach keine Möglichkeit sehe diese Problemen vernüftig lösen zu können und die Situation anstatt besser zu werden sich stets weiter verschlimmert und eskaliert, ersuche ich Sie in dieser Angelegenheit um Ihre Hilfestellung. Ich möchte diese Stelle so schnell es geht aufgrund genannter Probleme beenden. Daher habe ich auch bereits zahlreiche Bewerbungen geschrieben und versuche so schnell es geht einen neuen Arbeitgeber zu finden. Trotzdem fahre ich mittlerweile jeden Morgen mit massiven "Magenschmerzen" zur Arbeit und merke, dass sich diese Situation ganz massiv und negativ auf mein körperliches Wohlbefinden auswirkt. Dieses drückt sich in Form von Kreislauf- und Atembeschwerden, Schwindelgefühlen und Benommenheitsgefühlen aus.

Welche Möglichkeiten habe ich in dieser Situation? Ist eine eigene Kündigung im Einklang mit § 121 SGB III und Vermeidung einer Sperrfrist möglich?

-- Einsatz geändert am 14.04.2008 20:10:27

-- Einsatz geändert am 14.04.2008 20:41:37

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

auf Grund des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes beantworte ich Ihre Frage zusammenfassend wie folgt:

§ 121 SGB III ist in Ihrem Fall nicht maßgeblich, sondern § 144 SGB III.

§ 144 SGB III regelt, dass eine Sperrzeit u.a. dann eintritt, wenn der Arbeitslose das Beschäftigungsverhältnis gelöst und dadurch vorsätzlich oder grob fahrlässig die Arbeitslosigkeit herbeigeführt hat, ohne für sein Verhalten einen wichtigen Grund zu haben.

Über das Vorliegen eines wichtigen Grundes i.S.d. § 144 SGB III ist unter Berücksichtigung des Ziels der Sperrzeitenregelung zu entscheiden. Eine Sperrzeit tritt demnach dann ein, wenn dem Arbeitnehmer unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalls und unter Abwägung seiner Interessen mit den Interessen der Versichertengemeinschaft ein anderes Verhalten zugemutet werden kann. Insoweit muss der wichtige Grund nicht nur die Auflösung des Arbeitsverhältnisses überhaupt, sondern auch den konkreten Zeitpunkt der Auflösung decken.

Mobbing kann einen wichtigen Grund zur Eigenkündigung darstellen, wenn der betroffene Arbeitnehmer dadurch "Nachteile von einigem Gewicht" erleidet.

Jedoch sollten Sie trotz der schwierigen Situation hinsichtlich des Arbeitsklimas abwägen, ob es sich um "Startschwierigkeiten" oder ein allgemeines "Durcheinander" im Rahmen der vorgenommenen Umstrukturierungsmaßnahmen handelt.

Zunächst sollten Sie mit Ihrem Anliegen nochmals bei Ihrem Vorgesetzten vorsprechen, um eine arbeitserleichternde Maßnahme des Dienstherrn herbeizuführen.

Sofern dies nicht zum Erfolg führt und die Unannehmlichkeiten und Schwierigkeiten sich nicht auflösen und dadurch die negativen Auswirkungen auf Ihr Wohlbefinden anhaltend bestehen bleiben, könnte dies unter Umständen einen wichtigen Grund darstellen, sofern die Situation die oben genannte Erheblichkeitsschwelle erreicht.

---

Abschließend möchte ich Sie darauf hinweisen, dass es sich bei dieser Antwort, basierend auf Ihren Angaben, lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes handelt. Diese kann eine umfassende Begutachtung nicht ersetzen. Durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen kann die rechtliche Beurteilung völlig anders ausfallen.

Ich hoffe Ihnen einen Überblick gegeben zu haben und stehe Ihnen gerne weiterführend, insbesondere im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion, zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Maik Elster
Rechtsanwalt

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