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Spekulationssteuer amerikanische Aktien?


03.03.2005 15:24 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

hallo,

wie sind Erträge aus privaten Veräußerungsgeschäften mit Optionsscheinen auf amerikanische Aktien aus dem Jahr 2000/2001 am günstigsten zu versteuern, auch im Hinblick auf die Steueramnestie und das Schreiben des Bundesministerium der Finanzen IV A 7 -S- 0338 -8/05(koordinierter Ländererlass)vom 31.01.2005 "Aussetzung der Vollziehung ab 1999".

Ist beides überhaupt möglich, Straffreiheit wird ja nur bei Zahlung gewährt.

mfg

jo
03.03.2005 | 16:30

Antwort

von


38 Bewertungen
August-Bebel-Straße 29
63225 Langen
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Web: kanzlei-sachse.de
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Sehr geehrter Fragesteller,

wenn ich Ihre Frage richtig verstanden habe, haben Sie im Jahre 2000/2001 Spekulationsgewinne hinterzogen.

Zunächst wäre zu klären, wie hoch Ihre Steuerschuld tatsächlich ist. Dabei wäre zunächst zu prüfen, ob es in Ihrem Falle die Möglichkeit einer Verrechnung gibt.

Seit 1999 können Verluste in das vorangegangene und die folgenden Jahre rück- bzw. vorgetragen werden. Ab 2001 sind Spekulationsgewinne nur zur Hälfte zu besteuern, d. h. Verluste wirken sich hier ebenfalls nur noch zur Hälfte aus. Verluste vor dem 1.1.2001 können in voller Höhe abgezogen werden.

Für die Frage Selbstanzeige oder Steueramnestie gilt das Folgende:

Bei Inanspruchnahme der Steueramnestie im Jahr 2004 betrug der fällige Pauschalsteuersatz 25 % der nicht versteuerten Einnahmen. Wenn Sie die Steueramnestie nun aber erst bis 31. März 2005 in Anspruch nehmen, müssen Sie 35 % an den Fiskus überweisen. Und zwar binnen zehn Tagen, stätestens aber bis zum 31.03.2005. Nur so erreichen Sie eine Amnestie.

Dafür ist dann aber auch alles erledigt.
Sie brauchen denn weder Strafe noch weitere Steuern oder die sonst üblichen Zinsen (6 % pro Jahr) zu befürchten.

Voraussetzung ist die Abgabe einer strafbefreienden Erklärung. Darin sind die nach dem 31.12.1992 und vor dem 1.1.2003 erzielten Einnahmen anzugeben, die bisher zu Unrecht nicht besteuert worden sind. Die Einnahmen unterliegen nach dem Strafbefreiungsgesetz dann jedoch nicht in vollem Umfang der Besteuerung.


Die Bemessungsgrundlage der Steueramnestie:
60 % der Bruttoeinnahmen (einschließlich Umsatzsteuer) für Einkommen- und Körperschaftssteuer,
100 % der falsch deklarierten Werbungskosten, Betriebsausgaben, Sonderausgaben, außergewöhnlichen Leistungen,
10 % der Einnahmen und Vermögensmehrungen bei der Gewerbesteuer,
30 % der Bruttoeinnahmen für die Umsatzsteuer,
200 % der falschen Vorsteuerbeträge für die Umsatzsteuer,
20 % der steuerpflichtigen, aber nicht versteuerten Erwerbe bei der Erbschaft- und Schenkungssteuer

Nach den Sätzen würden Sie bei verschwiegenen Spekulationsgewinnen in Höhe von 100.000 € aus den Jahren 1999 und 2000. noch 15.000 € an das Finanzamt überweisen müssen.


Die Steueramnestie dürfte damit in der Regel erheblich vorteilhafter sein als eine Selbstanzeige. Hier Fallen nämlich 6 % Zinsen an, die Aktiengewinne werden dem persönlichen Steuersatz unterworfen, es fällt Solidaritätszuschlag und eventuell noch Kirchensteuer an.

Die Nacherklärung muss jedoch im falle der Amnestie noch möglich sein, was stets dann der Fall ist, wenn die Steuerhinterziehung noch nicht "entdeckt" wurde.

Sie sollten die auf der Internetseite des Bundesministeriums der Finanzen erhältliche Erklärung auf keinem Fall alleine abgeben:

Denn Wirksamkeitsvoraussetzung der Amnestieerklärung ist die „Darstellung des Lebenssachverhalts“ in der Anlage zum Amnestieformular
Nach § 8 Abs. 3 StraBEG liegt die Beweislast beim Steuerpflichtigen, dass die amnestierten Beträge eben gerade den Sachverhalt betreffen, der im Rahmen der Amnestie aufgedeckt wurde, wenn die Finanzverwaltung durch Zufall oder auf Grund anderer Recherchen zukünftig auf den Hinterziehungssachverhalt stößt.
Gleichzeitig möchte die Finanzverwaltung sicher sein, dass jeder Amnestieerklärung nur ein Lebenssachverhalt zu Grunde liegt, d. h., dass im Entdeckungsfall nicht alternative Sachverhalte angeboten werden dürfen. Insofern ist zu berücksichtigen, dass jegliche weitere Nachweismöglichkeit, wie z. B. die Deponierung von Unterlagen beim Berater und deren spätere Vorlage, zulässig sind. ( vgl.Schwedhelm, Spatscheck: 11 Monate Steueramnestie - 11 Erfahrungen und Beratungshinweise DStR 2004 Heft 49).

Sie sollten daher vor der Abgabe der Erklärung im eigenen Interesse unbedingt einen Rechtsanwalt, besser noch einen Steuerberater mit der Sache betrauen.

Ich hoffe, Ihnen weiter geholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

F.Sachse
Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 03.03.2005 | 17:05

vielen dank für ihre antwort.

1.)Wieso müssen bei angenommenen 100.000 € Spekulationsgewinn
auas 1999/2000 15.000 € Steuern bezahlt werden.?

Was ist wenn zukünftig auch die Spekulationssteuer für 2000 und 2001 für verfassungswidrig erklärt wird?

mfg

joo

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 03.03.2005 | 17:13

Das war lediglich ein Beispiel.

Angenommen ein Geldanleger nutzt die Steueramnestie für Spekulationsgewinne von 100.000 € aus den Jahren 1999 und 2000. Die Bemessungsgrundlage beträgt dann - wie oben dargestellt (60 %) also 60.000 €. Nach der Pauschalsteuer der Steueramnestie würden bei Meldung im Jahr 2004 25 %, also 15.000 € anfallen, bei Meldung bis zum 31.März 2005 21.000 EUro. ( 35 %).

Sollte das BVerfG die Spekulationssteuer für verfassungswidrig erklären, dürfte m.E. ein Rückerstattungsanspruch gegeben sein. An der Strafbarkeit der tatsächlich erfolgten Hinterziehung dürfte ein solches Urteil m.E. aber nichts ändern.

Ich hoffe, Ihnen weitergeholfen zu haben.

F.Sachse
Rechtsanwalt

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